Internetfreundinnen

 

Internetfreundinnen

von Janet

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Read this story translated to English: Internet Pals

Leipzig

Silke saß wie jeden Abend pünktlich um 9 an ihrem PC. Sie wartete auf ihre Freundin Yasmin, die einzige Freundin die sie hatte. Alle anderen, ihre Clique und auch die Mädchen aus dem Sportverein in dem sie jahrelang Handball spielte mieden sie, ließen sie links liegen. Als ob sie etwas dafür konnte das ihr Vater keinen Job fand. Sie war doch nicht entlassen worden, sie ging bis vor kurzem zur Schule. Nun mit 19 hatte sie ihr Abitur und wie so viele in ihrem Alter wartete sie auf einen Studienplatz. Es war ihr als hinge sie in der Luft, als sei nichts klar. Einen Freund dem sie dies alles anvertrauen konnte hatte sie nicht, sie sah zwar gut aus aber wer wollte schon mit einer wie ihr ausgehen. Einer die in Armut lebte, die nichts hatte außer einem schönen Gesicht und langen blonden Haaren. Auf ihre Haare war sie stolz, sie pflegte sie und achtete sehr auf sie. Sonst war sie mit Kosmetik sehr sparsam, benutzte nur gelegentlich einen Lippenstift und noch seltener ein wenig Augen Make-up. Nun saß sie da, schaute auf die Messengerliste und wartete. Im Hintergrund lief das Radio, es brachte die neuesten Hits.

Silke hörte wie sich ihre Eltern nebenan stritten. Wie immer um Geld und wie immer wurde es lauter und lauter. Sie nahm die Kopfhörer aus dem Regal, dieses dauernde Streiten war mehr als sie ertrug. Es war immer dasselbe: Sie stritten sich, ihr Vater schlug zu und verschwand in der Kneipe. Manchmal hatte ihre Mutter ein blaues Auge, manchmal nicht. Warum ihre Mutter blieb war ihr schleierhaft, warum sie ihren Vater nicht anzeigte auch. Aber das sollten die beiden untereinander klären, Silke würde nicht noch einmal dazwischen gehen. Das eine Mal hatte ihr gelangt, ihr Vater schlug auch sie.

“Wo nur Yasmin bleibt” dachte sie als mit einem BING ein fröhliches “Hallo Liebes!” auf ihrem Schirm erschien. Yasmin sprach fließend deutsch, ihre Mutter stammte aus Köln. Silke antwortete mit “Halle meine schöne!” Sie freute sich wie immer sehr das Yasmin da war. Die beiden chatteten fast täglich miteinander. Der heutige Chat sollte anders verlaufen als die anderen. Yasmin kam sehr schnell zur Sache:

“Du, meine Eltern möchten Dich gerne zu uns einladen. Du hast doch jetzt Zeit und kannst hier Urlaub machen. Wir haben reichlich Platz und es wird bestimmt super wenn wir dann zusammen sind.”

“Naja schon aber wie soll das denn gehen, ich mein so da bei euch in Rifan ist doch ziemlich viel anders als bei uns. Also ich mein so irgendwie weiß ich nicht ob ich damit klar komme.”

“Du meinst wegen Burka und so? Keine Panik, ist alles ganz locker und Du bist doch hier bei uns, wir sind ja nicht so streng hier. OK draußen musst Du schon dich dran halten und auch wenn wir hier Besuch haben aber Dad und Mom nehmen das echt locker. Und Du musst dann ja bloß das machen was ich auch mache, also echt easy!”

“Und wie soll ich den Flug bezahlen, schon vergessen wir sind pleite!!” Silke wurde wie immer bei dem Thema Geld etwas sauer, sie war es so leid immer wieder daran erinnert zu werden das sie kein Geld hatte. “Auch hab ich keine Klamotten so zum bei euch anziehen, also vergaß es!!”

“Du, Dad sagt er zahlt den Flug, hab ich mir zum Geburtstag gewünscht!” Yasmin hatte anscheinend schon vorausgeplant. “Kleider kriegst du von mir, wir sind ja ungefähr gleich groß. Und wohnen kannst du hier in einem eigenen Zimmer, direkt neben mir. Also alles ist klar, sag doch bitte ja!”

Die Idee hier weg zu kommen für ein paar Wochen war schon verlockend und letztendlich würde sie nicht zu wilden in den Dschungel reisen. Also warum eigentlich nicht?!

“OK, aber vorher möchte ich schon sicher sein das alles klar ist. Vielleicht kann Dein Dad mich kurz anrufen. Meine Eltern muss ich nicht fragen aber ich würde schon gerne mit ihm sprechen.”

Yasmin bat Silke um die Telefonnummer, es klingelte kurz danach.

Als Silke abhob meldete sich eine freundliche Männerstimme:

“Gute Abend Silke, hier Faid spricht. Ich bin Vater zu Yasmin. Bitte rede mit mein Frau, ihres deutsche besser ist wie meine. Bitte komme wenn du kannst, wir uns freuen sehr auf dir.”

Silke lächelte noch über Faids gebrochenem deutsch als sich eine Frauenstimme meldete:

“Hallo Silke, hier Miriam. Wie geht es Dir?”

“Danke gut, Ihnen auch?”

“Ja, mir geht es sehr gut aber bitte sage Mom und du zu mir, wir sind hier doch eine Familie.”

“Vielen Dank Mom, ich bin schon ein wenig überrascht und würde gerne mehr wissen.”

Miriam und Silke telefonierten fast eine Stunde, dann war alles geklärt. Silke würde in vier Tagen reisen. Sie beschloss ihren Eltern erst am Tag der Abreise etwas zu sagen. Ihre Mutter würde wahrscheinlich traurig sein und ihr Vater wütend aber die Aussicht auf einen schönen Urlaub ließ sie die letzten Zweifel begraben. Sie würde reisen und sie würde es sich in Rifan gut gehen lassen. Aus den Chats wusste sie das in Rifan einige sehr seltsame Sitten herrschten aber auch dies schreckte sie nicht. Yasmin war ihre Freundin, Miriam eine sehr nette Frau und auch Faid schein sehr freundlich zu sein. Silke freute sich auf ihren Urlaub.

Am Mittwoch erhielt sie ein Einschreiben, sie öffnete den Umschlag und fand neben dem Flugticket einen kurzen Brief.

Liebe Silke,
hier nun das Ticket für Dich. Komme bitte ohne Gepäck und zieh am besten ganz einfache Sachen an. Deine Kleidung und alles was Du hier brauchst liegt hier für Dich bereit.
Wir werden Dich am Flughafen abholen und wünschen Dir einen guten Flug.
Liebe Grüße von Faid, Yasmin und Miriam

Es blieben ihr noch zwei Tage um ein paar Dinge zu regeln. Am Freitag sagte sie ihren Eltern das sie für einige Zeit zu Yasmin fliegen würde. Wie sie erwartet hatte gab es eine Riesenszene, ihre Mutter wurde hysterisch und ihr Vater versuchte sie mit Gewalt davon abzubringen wie er es nannte “zu den Kaffern” zu reisen. Silke rannte aus der Wohnung und nahm den nächsten Bus der sie zum Flughafen brachte. Beim einchecken bemerkte sie das es ein Erste Klasse Ticket für einen einfachen Flug war. Zurück wollte sie ja ohnehin nicht sofort und so genoss sie es bequem zu sitzen. Eine Stewardess brachte ihr bald nach dem Start einen Orangensaft, später wurde ein Mittagessen serviert. Nach vier Stunden landete die Maschine in Rifan.

Rifan

Die Ankunft

Die Maschine landete pünktlich. Silke hatte kein Gepäck auf das sie warten musste und so war sie eine der ersten die die Ankunftshalle betrat. Durch eine Glasscheibe konnte sie in die Halle sehen. Tiefverschleierte Frauen in Burka, Männer in legerer westlicher Kleidung und einige Uniformträger gaben ihr einen ersten Eindruck ihres Urlaubslandes. Sie blieb stehen und sah mit einer Mischung aus Faszination und Bedenken zu den Frauen. So würde sie nun auch bald aussehen, wie würde es sein? Zur Umkehr war es jetzt allerdings zu spät, sie gab sich innerlich einen Ruck und ging weiter.

Die Passkontrolle war schnell erledigt, sie stand nun etwas ratlos in der Haupthalle. Wie sollte sie hier Faid, Miriam und Yasmin finden? Ratlos und beunruhigt sah sie sich um. Sie wollten sich hier treffen und nun stand sie da wie bestellt und nicht abgeholt, dies in einem sehr wörtlichen Sinn. Zwei Frauen kamen auf sie zu, die etwas größere in eine dunkle Burka mit silbernen Ornamenten gehüllt, die kleinere trug eine weiße mit dezenten roten Blüten. Offenbar gingen die beiden langsam aber zielstrebig auf Silke zu. Als sie direkt vor ihr waren verbeugte sich die kleinere und gab ihr einen Zettel:

“Herzlich Willkommen in Rifan, bitte folge uns damit wir Dich richtig begrüßen können. Yasmin”

Silke war zunächst etwas überrascht, nickte dann und ging hinter den beiden zu einer Tür. Ihr fiel auf das beide sehr langsam und ein wenig schlurfend gingen, dachte sich aber nichts dabei. Auch fand sie es merkwürdig das Yasmin sie mit einem Zettel begrüßte und als Silke sie umarmen wollte eine abwehrende Geste machte. Andere Länder, andere Sitten dachte Silke während sie durch die Doppeltür ging.

Sie kamen in einen hellen und sehr komfortabel eingerichteten kleinen Saal. Es gab hier eine Bar, Tische mit Speisen und Getränken und auch einen Videowand. Im Raum waren nur Frauen die meisten von ihnen unverschleiert.

Miriam und Yasmin legten die Burka ab, nun sah Silke warum der Zettel notwendig war: Beide trugen Knebel. Die Knebel wurden von einer Angestellten entfernt und nun wurde Silke ebenso wortreich wie herzlich begrüßt. Die drei setzten sich an einen Tisch, Miriam bestellte ein kleines Essen und etwas zu trinken. Sie plauderten über belangloses, Silke fühlte sich mehr rund mehr wohl und geborgen. Sie war sicher es würde ein guter Urlaub.

Yasmin verriet ihr das sie bereits die Kleidung für Silke mitgebracht hatte, Miriam fragte ob sie auch den Knebel tragen würde wie es in Rifan für die einheimischen Frauen Pflicht sei. Silke nickte dazu mit gemischten Gefühlen. Einerseits wollte sie keine Umstände machen und auch so weit es ging nicht zum Fremdkörper werden, andererseits erschien ihr so ein Knebel arg suspekt. Aber sie hatte ja schon am Telefon gesagt das sie so Leben wollte wie es auch Miriam und vor allem Yasmin taten. Die beiden Mädchen gingen in eine abschließbare Kabine. Hier legte Yasmin die Sachen bereit während Silke sich auszog. Sie stand nun nackt mitten im Raum und besah die verschiedenen Kleidungsstücke. Yasmin deutete auf die Liege, Silke sah sie fragend an. “Du wirst eine Windel tragen wie wir es alle tun. Erstens kannst Du mit Knebel keinem sagen wenn du mal zur Toilette musst und zweitens dauert es ewig bis du dich ausgezogen hast. Außerdem geht das sowieso nicht alleine. Also HOPP leg dich hin.”

Yasmin sprach freundlich aber bestimmt und Silkes Unterleib wurde schnell und geschickt dick verpackt. Es fühlte sich sehr seltsam an, aber längst nicht so unangenehm wie Silke befürchtet hatte. Yasmin hantierte an ihren Füßen, es wurden breite Riemen um ihre Gelenke gelegt und verschlossen. Sie drehte sich auf den Bauch, auch um die Taille wurden mehrere Riemen geschlossen. Weiche Seide umhüllte ihre Beine. Sie trug nun eine überweite Pluderhose die unterhalb der Riemen sackartig ihre Füße umschloss. Yasmin zog sie an der Hand von der Liege und streifte ihr ein weites Unterkleid das bis fast zum Boden reichte über. Auch dieses war aus Seide, es war angenehm weich und weit. Silke war es gewohnt raueren Stoff zu tragen, die Seide streichelte sie am ganzen Körper. Nun hielt Yasmin ihr einen bodenlangen Kaftan hin, sie schlüpfte hinein und Yasmin schloss die Haken auf dem Rücken. Der Kaftan war von schlichtem dunkelblau mit goldenen Streifen an den Enden der weiten Ärmel und am Kragen. Silke setzte sich auf die Liege während Yasmin ihr ein paar weiche geschlossene Pantoffeln anzog. Die Schuhe ähnelten Hausschuhen, sie hatten weiche Sohlen und gaben den Füßen kaum Halt. Als sie aufstand merkt sie das die Schuhe mit stabilen Lederriemen verbunden waren. Dies erklärte auch den merkwürdig langsamen Gang der Frauen. Yasmin hatte für Silke eine weiße Burka mit kleinen blauen Blumen parat. So waren die beiden Mädchen ähnlich gekleidet. Helle Farben trugen nur unverheiratete Mädchen, nach der Eheschließung wurde dunkel getragen. Dies erklärte Yasmin ebenso wie sie Silke die oberhalb des Sichtschlitzes eingestickten Buchstaben erklärte. Diese waren die Kennziffer für das Haus ihres Vaters, aus ihnen ging die Adresse hervor. So konnten die Frauen jederzeit identifiziert werden. Zuletzt zog Silke die weißen Handschuhe an die Yasmin ihr reichte. Sie betrachtete sich im Spiegel und sah eine jungen Frau in der für Rifan üblichen Kleidung. Die Windel und die Schuhe störten sie aber der Rest gefiel ihr sehr gut, sie fühlte sich von weichem Stoff umschmeichelt. Ein angenehmes Gefühl. Die Mädchen kehrten zu Miriam zurück. Als die beiden durch den Saal gingen fiel nur einem sehr geübten Auge auf das Silke sehr unsicher war. Sie war froh wieder auf ihrem Platz zu sein. Miriam schlug vor das sie nun in die Halle gehen sollten, Faid würde bald kommen um sie zu holen. Silke sollte zwischen ihnen bleiben und einfach das tun was sie taten. Nun erhielt auch Silke einen Knebel und die Burka wurde über sie gelegt. Ein weißer Schleier lag nun vor ihr, sie sah alles ein wenig verschwommen. Heilfroh das sie zwischen Miriam und Yasmin geführt wurde ging sie hinaus in die Halle. Es war nicht sehr weit aber für Silke erschien es sehr weit. Auch sie verfiel in den leicht schlurfenden langsamen Gang, es ging nach wenigen Metern gar nicht so schlecht. Sicher war sie noch nicht so geübt wie ihre beiden Begleiterinnen aber sie hielt Schritt.

Faid betrat die Halle und sah sich suchend um. Er entdeckte die drei bevor sie ihn erkennen konnte. Als er vor ihnen stand verbeugten sich die drei verhüllten Gestalten, Silke orientierte sich wie besprochen an dem was Yasmin und Miriam taten. Auch er verbeugte sich nun leicht und sie folgten ihm. Obwohl Faid langsam ging hatten sie Mühe mit ihm Schritt zu halten. Die Gruppe erreichte das Auto. Silke staunte als sie die schwere Limousine sah. Offenbar war Yasmins Familie wohlhabend, in Leipzig hatte sie oft nicht einmal Geld für eine Busfahrkarte. Faid half den Frauen beim einsteigen und sicherte sie mit mehreren Gurten. Silke saß auf dem Beifahrersitz, über Kreuz gelegte Gurte über der Brust und ein Beckengurt hielten sie unbeweglich in ihrem Sitz. Sie fühlte sich wie ans Auto gefesselt. Faid fuhr zügig durch die Stadt. Silke sah einige Gebäude, Faid erklärte in kurzen Worten was sie sah. Sie versuchte eine Frage zu stellen, der Knebel unterband dies. Lediglich ein “Mmmmfff” war zu hören.

Die Fahrt endete vor einem weißgetünchten Bungalow. Faid löste die Gurte und sie gingen ins Haus. Knebel, Schuhe und Burka wurden abgelegt, nun konnte Faid Silke mit einer herzlichen Umarmung begrüßen. “Schön du bist hier, ich sehr freue mich. Du hoffentlich hast gute Zeit bei uns. Bitte sei wie Tochter in mein Haus, alles was du brauchst wird für dich sein.” Er freute sich wirklich das sie da war, seine Herzlichkeit war echt, Silke genoss es so freundlich behandelt zu werden. Miriam schlug eine Hausbesichtigung vor.

Vom Flur aus gingen sie ins Arbeitszimmer, hier verbrachte Faid einen großen Teil des Tages. Wenn nötig assistierte Miriam ihm dabei wie sie sagte. Sie hatte einen eigenen Schreibtisch hinter einem blickdichten Vorhang. Im Moment war der Vorhang zur Seite gezogen, wenn nötig konnte er schnell vorgezogen werden. Neben dem Arbeitszimmer war eine hochmoderne Küche zu sehen. Alles sehr hell und sauber und mit allen erdenklichen Geräten ausgestattet. Silke kochte gerne, sie freute sich schon darauf diese Küche benutzen zu dürfen. Es folgte ein großes Wohnzimmer mit einer separaten Essecke. Eine Seite des Raumes bildete ein großes Fenster. Ein schöner Garten war zu sehen.

Vom Wohnzimmer aus ging eine Tür zu den Schlafräumen. Der erste war das Elternschlafzimmer, es folgte Yasmins Zimmer. Ein großer Raum der fast so groß wie die komplette Leipziger Wohnung war. Silke bestaunte den großen Fernseher, das französische Bett und die Ansammlung von Unterhaltungselektronik. Vom PC über mehrere Spielekonsolen, einer teuren Stereoanlage und diversen Telefonen gab es alles. Ein Paradies für jeden Chatter und Gamer. Auch hier war die Seite zum Garten durchgehend verglast. Große Spiegel bedeckten eine Seite des Raumes, dies ließ ihn noch größer erscheinen. Die Spiegelwand verbarg Yasmins Kleiderschrank sowie Stauraum für alles andere. Von diesem Zimmer ging eine Tür zu einem luxuriösen Bad. Marmor wohin man sah, eine große Badewanne und aller erdenklicher Luxus darin. Silke staunte mehr und mehr, sie war nur eine einfache Dusche gewöhnt. Sie freute sich schon auf ein langes Wannenbad. Es folgten 3 einfach ausgestattete Zimmer die als Gästezimmer dienten. Am Ende des Hauses das wie ein U um den Garten gebaut war lag ein Raum mit diversen Fitnessgeräten und einer kleinen Sauna.

Miriam bereitete nun das Abendessen zu, die beiden Mädchen halfen ihr dabei. Es gab ein sehr leckeres Reisgericht mit Huhn, dazu frisch gebackenes Brot und Salat. Die Familie saß entspannt plaudernd am Esstisch, auch dies so ganz anders als das oft drückende Schweigen das Silke von zu Hause kannte. Alle aßen mit gutem Appetit. Nach dem Essen deckten sie schnell ab und stellten das Geschirr in den Geschirrspüler, hier wurde nicht von Hand abgewaschen.

Miriam hatte Silkes Blicke bemerkt als sie im Bad waren und fragte: “Wollt ihr beiden noch baden? Ich werde dann das Bad einlassen während ihr euch auszieht.” Silke war begeistert und auch Yasmin stimmte zu. Als Miriam dann “ ich bleibe dann bei euch damit ihr keine Dummheiten macht” sagte rollte Yasmin mit den Augen und nickte. Die beiden zogen sich in Yasmins Zimmer aus, Silke war froh vor allem aus der Windel heraus zu sein. Sie standen nun nackt da, zwei hübsche junge Mädchen mit gut gebauten Körpern. Yasmin nahm Silke in den Arm, küsste sie und sagte: “schön das Du hier bist, ich freu mich echt total.” dann: “Du hast einen tollen Körper, bisschen mager aber das kriegen wir noch hin. Mom kocht ja sehr gut.” Sie zog Silke an der Hand ins Bad. Miriam hatte ein Schaumbad eingelassen, es roch nach Parfüm und war angenehm warm. Silke ließ sich genüsslich in die Schaumberge sinken, wohlige Wärme umschloss sie bis zum Hals. Als sie nun in der Wann lag hörte sie kurz hintereinander zwei mal KLICK. Miriam lächelte sie an und nahm ihren rechten Arm, auch sie wurde mit einer an der Wanne befestigten Fessel an beiden Armen angeschlossen. Sie konnte nun entspannt liegen hatte aber keine Chance mehr sich selbst zu berühren. Nun verstand sie auch Yasmins Augenrollen.

Mit einem kleinen Eimer übergoss Miriam nun die beiden Mädchen mit klarem warmen Wasser. Danach rieb sie die beiden mit einem festem Schwamm ab. Silke war es anfangs etwas unangenehm wie ein Baby gebadet zu werden, es dauerte nicht lange und sie fing an es zu genießen. Einfach nur daliegen und sich verwöhnen lassen, es war wie im Paradies für sie. “Wir können doch auch zusammen in meinem Zimmer schlafen, oder?” Silke öffnete die Augen und nickte. “Klar, dein Bett ist ja breit genug.” Sie sah nun zu wie Yasmins Haar gewaschen wurde, danach kam auch ihres an die Reihe. Miriam nahm nun Yasmin aus der Wanne, rubbelte sie ab und rieb ihr Haar trocken. Silke war für einige Zeit alleine im Badezimmer, gerne hätte sie ihre Hände frei gehabt aber die Fesseln ließen sich nicht abstreifen. Miriam holte nun auch sie.

In Yasmins Bett lag eine vermummte Gestalt, eine Art weiter Sack reichte bis zum Hals, über dem Kopf trug die Gestalt einen weit geschnittenen Beutel. Silke zuckte zusammen als sie das sah. Sollte sie so schlafen? Schon der Gedanke ließ sie erschauern. Bei allem Verständnis für fremde Sitten, das ging nun doch zu weit. Miriam nahm sie in den Arm und streichelte sie. Silke beruhigte sich, war aber immer noch mehr als skeptisch. Vom Bett hörte sie ein gedämpftes: “Kuckuck, ich bin ein Buhmann!” zu dem Yasmin sich lachen aufrichtete. Nun verflogen ihre Ängste, es war offenbar weniger schlimm als es aussah. Sie ließ sich von Miriam zur Nacht vorbereiten. Ihre Hände verschwanden in dick gepolsterten Handschuhen, sie wurde gewindelt und Miriam half ihr in einen Schlafsack. Der Sack war aus weichem Stoff, sehr weit und fühlte sich angenehm auf der Haut an. Am Hals wurde er mit einem breiten Lederriemen fest aber nicht drückend geschlossen. Silke konnte sich ohne fremde Hilfe nicht aus ihm befreien. Als sie neben Yasmin lag zog Miriam ihr den Seidenbeutel über den Kopf. Sie war nun vollkommen verhüllt, alle Geräusche drangen nur noch gedämpft zu ihr. Sie hörte ein “Gute Nacht” von Miriam, fühlte wie eine Hand sie sanft streichelte.

Der erste Tag

Zärtliches Streicheln weckte Silke, sie schlug die Augen auf. Ein blaugrünes halbdunkel war alles was sie erkennen konnte. Noch benommen vom Schlaf erinnerte sie sich an den gestrigen Abend und auch an ihre Nachtkleidung. Sie hatte gut geschlafen, viel besser als sie zunächst befürchtete. Der weite Sack indem sie bis zum Hals steckte störte sie nicht, er umhüllte sie ohne sie einzuengen. Auch das ihr Kopf völlig umschlossen war hatte ihr nicht den Schlaf geraubt. Lediglich die dicken Handschuhe waren ein wenig unbequem, die Windel spürte sie im liegen kaum.

“Guten Morgen du Schlafmütze”, Yasmin befreite ihren Kopf. “Na Siebenschläfer, hast du ausgeschlafen?” Benommen gähnte Silke und nickte. Ja, sie hatte sehr gut geschlafen und anscheinend auch sehr lange. Geschickt löste Yasmin den Halsriemen der den Schlafsack hielt so das Silke nun ins Bad gehen konnte. Hier nahm Yasmin ihr die Handschuhe ab. Silke wusch sich und Yasmin half ihr beim anziehen der Tageskleidung. Windel, die überweite Pluderhose, das lange Unterkleid und ein goldgelber Kaftan mit schwarzen Ornamenten an Hals, Armen und Saum, dazu schwarze Handschuhe ließen Silke wie ein Mädchen aus Rifan aussehen.

Die beiden gingen ins Wohnzimmer, Miriam hatte das Frühstück inzwischen fertig vorbereitet. Als Faid den Raum betrat ging Yasmin zu ihm, kniete nieder und küsste seine rechte Hand, ihr Vater nahm sie danach in den Arm und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Silke wollte alles richtig machen, auch sie kniete vor Faid und küsste seine Hand. Ebenso wie Yasmin wurde auch sie herzlich umarmt und von ihm geküsst.

Sie setzten sich an den reich gedeckten Tisch. In Leipzig bestand Silkes Frühstück oft nur aus einer Scheibe Brot und einem Glas Milch, hier langte sie kräftig zu. Es gab Müsli, verschiedene Sorten Brot, Käse, Wurst, einfach alles.

Faid freute sich das es ihr gut schmeckte und vor allem freute er sich das Silke bemüht war sich anzupassen. “Silke, es gut ist du bist hier und sehr ich freue mich dazu.” Sie lächelte ihn an “Danke, ich freue mich bei euch sein zu dürfen. Ist schön hier.” Das letzte klang wie: “iff föhn irr” da sie an einem Brötchen kaute. Miriam schlug vor das während Faid einige Sachen außer Haus erledigte, sie und die Mädchen schnell die Hausarbeit erledigten.

Die ungewohnte Kleidung stellte Silke vor einige Probleme. Sie merkte schnell das in der überweiten Hose große Schritte keinen Sinn machten, die Lagen Stoff schlugen ihr um die Beine. So trippelte sie als sei sie in den Schuhen die sie gestern draußen trug. Es ging besser als sie zunächst dachte. Sie wischte die Böden in den Zimmern die Miriam und Yasmin verließen. Die Frauen waren schnell mit der Arbeit durch, alles war sauber. Miriam versorgte schnell die Blumen, Yasmin und Silke waren alleine im Wohnzimmer. “Ich habe eine Idee” sagte Yasmin. Silke sah fragend zu ihr. “Du hast ja schon gemerkt das du draußen nicht reden kannst, wir benutzen da so eine Zeichensprache. Willst du sie lernen?” Silke wollte dies gerne, geknebelt konnte sie nicht reden und sie hatte sich ohnehin schon gefragt wie die Frauen sich verständlich machten. Die beiden setzten sich gegenüber auf zwei große Sitzkissen. Yasmin fing nun an Silke die Zeichen zu erklären. Sie hob die rechte Hand und zeigte die Innenfläche des Handschuhs, ein “Stopp” . Die Hand grade ausgestreckt “weitergehen”, links und rechts wurden ebenso gezeigt, dies alles mit geschlossenen Fingern. Die Hand erhoben mit zu einem V gespreizten Fingern bedeutete “wollen wir uns setzen?” zwei Finger nach oben, die anderen abgenickt “wollen wir knien?” So ging es weiter, Silke kam sich vor wie in der Schule beim Vokabeltraining. Miriam sah das die beiden beschäftigt waren und nahm sich ein Buch. Silke lernte schnell die vielen Zeichen, Yasmin meinte sie würde dies bald perfekt beherrschen. Faid war noch nicht zurück, es schien doch länger zu dauern.

Silke merkte wie der Druck in ihrer Blase immer stärker wurde, sie hielt es kaum noch aus. Leise sagte sie zu Yasmin: “Du, ich muss mal.” Yasmins Antwort war: “Rat mal warum wir Windeln tragen.” “Aber ich kann doch nicht, also das geht nicht” “Du, hier kann ich dich gerne auspacken aber unterwegs geht das nicht und so furchtbar ist das doch nicht.” Das letzte sagte sie freundlich aber es war Silke klar das weiteres Reden keinen Sinn machen würde. Sie fügte sich und gab dem Druck nach.

Faid kam einige Zeit später. Als er den Raum betrat standen die Frauen auf und verneigten sich tief. Nachdem er Miriam und die Mädchen zur Begrüßung umarmt hatte sagte er: “Jetzt ich freies Zeit habe, wir fahren Stadt. Ich gutes Geschäft gehabt, wir jetzt machen Freude zu uns.” Die Mädchen gingen in Yasmins Zimmer und bereiteten sich für die Stadt vor. Yasmin suchte für Silke eine hellblaue Burka mit kleinen weißen Wolken heraus, für sich eine ebenso hellblaue auf der kleine weiße Rosen aufgestickt waren. “Kuck mal, die habe ich selber bestickt, hat Tage gedauert”. Die Stiche waren mit feinem Garn und sehr sauber ausgeführt, Silke war sehr beeindruckt und sagte dies auch. “Ach was, ich hab ja Zeit und so schwer ist es auch nicht.” Die Mädchen legten ihre Knebel an, Yasmin hatte für sie aufblasbare Knebel gewählt. Silke fühlte wie ihre Mundhöhle ausgefüllt wurde, auf ein Zeichen von Yasmin versuchte sie etwas zu sagen. Es gelang ihr nur eine Art Zischen. Auch aus Yasmins Mund kam nur noch dieses Zischen nachdem sie ihren Knebel angelegt hatte. Es waren keine Knebel wie Silke sie gestern kennengelernt hatte, diese waren als Halbmaske gearbeitet die auch die Wangen einschloss. Silke sah im Spiegel das ihr Gesicht zur Hälfte bedeckt war, über Mund und Wangen spannte sich schwarzes Leder. Die schwarzen Handschuhe hatten sie gegen weiße getauscht, die weißen waren dicker als die schwarzen. Sie nahmen ihre Burka und gingen ins Wohnzimmer zurück. Faid und Miriam warteten dort auf sie. Miriam trug eine tief dunkelblaue Burka die mit goldenen Sternen bestickt war. Auch sie war geknebelt und trug bereits die Schuhe. Die Mädchen schlüpften nun auch in ihre Schuhe, Faid kontrollierte den Sitz der Knebel und Miriam half ihnen die Burka überzustreifen. Silke konnte nun nur noch durch zwei blaue runde Löcher vor ihren Augen sehen, diese Burka hatte kein Sichtfenster. Die Löcher erlaubten ihr nur einen Blick grade nach vorne. Die kurzen Schnüre mit denen die Schuhe verbunden waren kannte sie ja schon vom gestrigen Tag, mit kleinen Schritten folgte sie zum Auto. Hier wurde sie diesmal hinten neben Yasmin platziert. Faid legte ihr die Gurte an, sie saß fest an den Sitz gebunden.

Sie erreichten ihr Ziel, Faid fand nach einigem suchen einen Parkplatz in einem Parkhaus. Er befreite die Frauen von den Gurten und ging mit ihnen zum Fahrstuhl. Im Erdgeschoß stiegen sie aus, sie waren in einer Einkaufspassage. Geschäfte, Büros und Arztpraxen reihten sich aneinander wie es in jeder Großstadt der Welt ist. Der einzige Unterschied zu anderen Städten war das hier keine Frauenstimmen zu hören waren und alle Frauen Burka trugen. Die Burka waren alle unterschiedlich, keine glich der anderen aber sie machten die Frauen gleich als seien sie unsichtbar. Silke war klar das auch sie nun zu diesen unförmigen stummen Wesen gehörte, das auch sie nun anonym, stumm und plump war. Sie ging neben Yasmin, es war schwer für sie Schritt zu halten. Obwohl Faid sehr langsam ging konnten die Frauen ihm kaum folgen. Die Bänder an den Schuhen waren nicht viel länger als 20 cm, Silke merkte wie sehr sie dieses schlurfende Trippeln ermüdete. Als Faid ein Geschäft betrat zeigte er auf eine freie Sitzgruppe am Ladeneingang. Erleichtert setzte Silke sich auf das Sitzkissen. Es dauerte nicht lange bis Faid sie weiterführte. Sie betraten einen Markt für Unterhaltungselektronik. Faid und Miriam warteten in der Nähe der Kassen, Yasmin führte Silke zu den neuesten Spielen. Eine sehr gute Gelegenheit die Zeichensprache anzuwenden, die beiden Mädchen suchten mit vielen Handzeichen Spiele aus. Sie gingen mit den Spielen zu Faid der sie bezahlte. Silke sah auch hier keine Frau an der Kasse stehen, offenbar war dies in Rifan Männersache.

“Ich dir zeigen noch unsere Park wenn du nicht bist zu müde Silke” . Silke war zwar müde aber auch neugierig und so signalisierte sie ein ja. “Du lernen gut, das wichtig ist”. Sie gingen zurück zum Auto, Silke genoss es sehr wieder sitzen zu können. Die Schmerzen in ihren Beinen ließen nach, sie versuchte hinaus zu sehen. Durch den blauen Stoff und die getönten Scheiben konnte sie nur Umrisse erkennen wie sie überall in jeder Stadt zu sehen sind. Autos, Lastwagen und Häuser fand sie ohnehin nicht so interessant. Ihre Kiefer und Wangen fühlten sich taub an, auch der aufgeblasene Knebel machte ihr ein wenig zu schaffen. Aber insgesamt fühlte sie sich gut und auf den Park war sie schon sehr gespannt. Wie sollte in dieser trockenen Gegend ein Park existieren?!

Der Wagen hielt auf einem Platz vor einer riesigen Halle. Sie stiegen aus, Faid holte die Eintrittskarten. Der Park war in die Halle gebaut. Eine Fläche so groß wie zehn Fußballfelder auf der sich Bäume, Blumen und Bäche befanden. Es war angenehm kühl in dieser grünen Oase, die Luft frisch und klar. Silke zog diese Luft durch die Nase ein, es war wie ein kühles Getränk. Im Park gab es Wege und auch Sitzgelegenheiten. Eine elektrische Minibahn fuhr durch den Park. Faid führte die Frauen zur Haltestelle, setzte Yasmin und Silke nebeneinander auf zwei Plätze und legte ihnen Gurte an. Die Mädchen saßen nun wie im Auto fixiert. Die Bahn fuhr langsam, sie und die anderen Frauen konnten so den ganzen Park genießen. Es war wie ein Spaziergang durch einen Wald, die Bahnstrecke führte zwischen Bäumen und an den Bächen entlang. Nach knapp einer Stunde kamen sie wieder zur Haltestelle, die Frauen wurden von den Gurten befreit und folgten den Männern. Auch Yasmin und Silke gingen hinter Faid der alleine auf sie wartete. Miriam saß auf einer Bank, sie war deutlich sichtbar mit einem stählernen Bügel an der Bank fest gemacht. Neben ihr saß eine Frau in einer weinroten Burka in Begleitung eines Mädchens die eine hellgelbe mit roten Rosen trug. Auch sie waren an die Bank geschlossen. Faid löste den Bügel, Miriam stand auf und verbeugte sich vor ihm. Sie gingen gemeinsam in eine Art Pavillon, hier waren Exponate der Bäume und Blumen ausgestellt und erklärt. Silke hatte sich nie sehr für Biologie interessiert aber sie sah sich die Ausstellungsstücke an während Faid kurze Erklärungen abgab. Nach dem Pavillon blieben sie noch eine Weile im Park auf einer Bank sitzen und fuhren dann nach Hause.

Silke war froh den Knebel und die Schuhe los zu sein, auch war es schön wieder klar sehen zu können. “Jetzt noch eine saubere Windel und alles wäre perfekt” dachte sie währen sie mit Yasmin den Tisch deckte. Es wunderte sie selbst das sie während des Ausflugs kaum an die Windel gedacht hatte, sollte sie sich so schnell daran gewöhnt haben?! Der Tisch war gedeckt, es gab eine Art Goulasch dazu Brot und Gemüse. Sie hatten frisch gepressten Orangensaft, obwohl die Frauen als sie zu Hause waren sofort ein großes Glas Wasser getrunken hatten fühlte sich Silkes Mund immer noch an wie gummiert und ausgetrocknet. Der Orangensaft tat gut, der Gummigeschmack verschwand und auch das trockene Gefühl. Das Essen war sehr lecker und gut gewürzt, alle langten kräftig zu. Nachdem der Tisch abgedeckt war schlug Yasmin vor das Silke und sie die neuen Spiele ausprobieren könnten. Silke wollte lieber gleich duschen, sie fühlte sich mehr und mehr unwohl in der Windel und war auch sehr verschwitzt. Miriam bot an sie zu entkleiden und so gingen beide ins Bad.

Silke duschte ausgiebig, das Miriam ins Bad gekommen war und auf sie wartete hatte sie nicht bemerkt. Als sie aus der Dusche kam erschrak sie ein wenig als sie Miriam sah. “Silke, ich möchte dir einen Vorschlag machen. Es macht keinen Sinn wenn du da unten behaart bist, erstens schwitzt du dadurch mehr und zweitens wird das Haar dort schnell schmutzig und filzig. Was hältst du davon wenn ich dich rasiere? Auch ist deine Haut gerötet und ich würde dich gerne eincremen.” Silke überlegte kurz und nickte dann. Ihr Busch wurde sorgfältig abrasiert, auch die Haare an den Achseln entfernte Miriam. Nun trocknete sie Silke sorgfältig ab, kämmte ihr Haar und gab ein gut riechendes Öl hinein. “Das ist gut gegen Haarbruch, es hält das Haar weich und geschmeidig. Leg dich bitte da auf die Liege, jetzt kommt die Creme.” Als erstes cremte Miriam Silke von Hals bis Fuß ein, dabei sagte sie mehr zu sich “du hast eine sehr raue Haut, aber das kriegen wir weg”, dann nahm sie eine andere Creme für den Intimbereich. Silke bekam eine frische Windel, auch die restliche Tageskleidung zog Miriam ihr an. Frisch und sauber ging sie zu Yasmin die bereits intensiv auf Alienjagd war. Die beiden Mädchen spielten noch einige Zeit, dann kam Miriam herein und sie wurde zur Nacht in die Schlafsäcke gesteckt. Nachdem die Kopfhauben aufgesetzt waren streichelte Miriam ihnen über den Kopf und wünschte eine gute Nacht. Silke probierte ob sie mit den Handschuhen und durch den Stoff Yasmin ertasten konnte aber es war unmöglich. Sie fühlte nichts, die dicken weichen Handschuhe machten dies unmöglich. Yasmin kuschelte sich an sie, die beiden schliefen sofort ein.

Drei Monate später

Silke saß im Garten, die Hausarbeit war erledigt und so hatte sie Zeit zum nachdenken. Wie immer wenn sie im Garten war bedeckte ein farblich zum Kaftan passendes dünnes Tuch ihren Kopf. Es reichte bis über die Schultern, in den Saum eingelassener Bleifaden verhinderte das es sich löste.

Sie nippte an dem gekühlten Orangensaft und betrachtete dabei ihren Handschuh. Seit gut drei Monaten waren ihre Hände nun ständig bedeckt, alles an ihr war verhüllt. Sah sie jetzt eine Frau in westlicher Kleidung erschien ihr dies fremd, es sah für sie seltsam aus. Sie, die doch so gerne Jeans getragen hatte, fühlte sich in diesen Gewändern wohl, sogar die Windel störte sie nicht mehr. “Geknebelt sein und diese Schuhe schon eher” dachte sie mit einem Lächeln. Drei Monate in denen sie vom Gast zur Tochter in Faids Haus wurde. Er war wie sie sich immer einen Vater gewünscht hatte: Ruhig, fröhlich und immer beherrscht, gegen ihn war ihr Vater ein Wilder. Ein wenig beneidete sie Yasmin um diese Eltern, dieses zu Hause. Es war schön hier, Miriam eine liebe Mutter zu der man mit allem kommen konnte, Yasmin die Schwester die sie sich immer gewünscht hatte. Hier lebte sie zwar wie in einem goldenen Käfig aber die Freiheit vermisste sie nicht. In Leipzig konnte sie tun und lassen was sie wollte, konnte jederzeit überall hingehen aber meistens war sie dort nur alleine gewesen. Ohne Geld konnte sie nichts unternehmen, ohne Geld hatte sie keine Freunde. Sie wollte studieren, wusste aber nicht wovon sie dann leben sollte. Wahrscheinlich konnte sie das Studium vergessen, deswegen brauchte sie nicht zurück. Ihre Eltern hatten genug mit sich selber zu tun, die würden sie auch nicht vermissen. Silkes Gedanken verfinsterten sich wenn sie an die Eltern dachte.

Miriam hatte ihr gesagt das sie mit allem zu ihr kommen durfte, entschlossen nickte sie unter dem Schleier. Ja, sie würde zu ihr gehen, würde sie fragen ob sie bleiben dürfte. Als sie diesen Entschluss gefasst hatte wurde ihr wohler. Sie stand auf und ging mit den ihr inzwischen gewohnten kleinen Schritten ins Haus.

Miriam und Faid waren im Büro. Silke klopfte an den Rahmen, Faid sah auf, lächelte sie an und sagte: “Was so förmlich ist, du nicht bist Gast. Bitte komm, setz dich zu uns. Nein, bitte geh Küche, hole uns Tee, wir kommen zu Wohnzimmer.” Silke verneigte sich leicht und ging in die Küche. Tee, Gebäck und das nötige Service stellte sie im Wohnzimmer auf den Tisch.

Sie setzten sich an den Tisch, Miriam sah Silke fragend an. “Silke, was ist denn. Du kuckst so ernst.” Silke nahm ihren Mut zusammen und erzählte was ihr im Garten durch den Kopf gegangen war. Sie endete mit “ich möchte bitte bei euch bleiben wenn das irgendwie geht.” Faid sah sie lange an, seine braunen Augen schienen bis in ihre Gedanken zu sehen. Er sagte dann “Gehen tun alles, aber du wissen was das heißen? Du dann in meines Haus bist, Du wie Yasmin und Miriam zu mir bist.” “Ja, das weiß ich und das will ich auch.” “Gut, dann ich werden gehen zu Amt, dir geben anderes Dokumente, du nicht dann bist Besuch, du Frau von unser Land musst werden. Das einverstanden?” “Ja, damit bin ich einverstanden.” Sie ging zu ihm, kniete vor ihm nieder, nahm seine Hand und küsste sie. Faid zog sie an sich wie er es jeden Morgen tat und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Auch vor Miriam kniete Silke, die beiden umarmten sich dann und tauschten Wangenküsse. Faid rief Yasmin aus ihrem Zimmer. “Silke bleiben zu uns, du jetzt hast wirklich Schwester, wir Tochter neues. Ich grade geworden bin Vater von großes Mädchen.” Bei den letzten Worten lachte er laut und auch die anderen mussten lachen. “Klasse! Das ist super, ich freue mich riesig!” Yasmin drückte Silke an sich. Faid ging nach dem Tee ins Büro, er hatte jetzt einiges zu regeln.

Silke hatte bereits angefangen die Landessprache zu lernen, Miriam übte täglich mit ihr. Für Mädchen gab es ohnehin keine Schulen, die Familien unterrichteten ihre Töchter zu Hause. Miriam brachte ihr auch das sticken bei und sie lernte nach Landesart zu kochen. Als sie das erste von ihr gekochte Gericht servierte war es ihr gut gelungen. Faid war stolz auf seine neue Tochter.

Ein Bote brachte ein Schreiben der deutschen Vertretung das an Silke adressiert war. Sie ließ den Umschlag ungeöffnet liegen bis Faid ihn öffnete. Das Schreiben sah amtlich aus, es war eine Einladung zu einem Gespräch mit einer Botschaftsangestellten. “Willst du gehen zu das?” fragte Faid sie. Sie nickte und er bestätigte den Termin.

Miriam legte Silke den Knebel an und half ihr in die Burka. Nun war sie wieder eine unförmige Gestalt, gehüllt in cremefarbenen Stoff der mit silbernen Perlen bestickt war. Um das schmale Sichtfeld herum hatte Silke eine doppelte Reihe dieser Perlen gestickt, ebenso oberhalb des Saumes. Auch die Kennziffer war aus diesen Perlen gearbeitet und mit einem Rahmen versehen. Sie trug farblich passende Handschuhe, an den Fingern silberne Ringe die mit Steinen besetzt waren. Faid brachte ihr diese Ringe am Tag nach dem Gespräch. Sie sahen teuer aus und waren schwer. Silke sollte sie nun zur Burka tragen. Miriam half ihr in die Schuhe, Faid kam aus dem Büro mit einer Aktentasche unter dem Arm. Silke verneigte sich vor ihm, sie gingen zum Auto.

Die Fesselung ans Auto war ihr wie immer ein wenig unangenehm, zum Glück dauerte die Fahrt nicht lange.

Die deutsche Vertretung residierte in einem modernen zweigeschossigen Haus. Faid führte Silke hinein, er führte sie zu einer Wartezone in der sie sich auf ein Kissen kniete. Sorgfältig ordnete sie die Burka so das sie glatt zu Boden fiel und sie vollständig bedeckte. Verschwommen sah sie eine andere Frau knien, auf dem Stuhl daneben saß ein Mann. Auch Faid setzte sich auf einen Stuhl neben sie. Sie warteten einen Augenblick dann kam ein Mann in dunklem Anzug zu ihnen. Er sprach Silke an und bat sie ihm zu folgen. Sie blieb auf dem Kissen bis Faid ihr erlaubte aufzustehen. Schnell stand sie auf, verneigte sich und folgte so gut sie konnte dem Mann. Er führte sie in ein Zimmer in dem hinter einem Schreibtisch eine Frau saß.

Silke blieb stehen, die Frau ging zur Tür und schloss sie von innen ab. Sie nahm nun ihre Burka ab, eine attraktive Frau Mitte 40 kam zum Vorschein. Frau Stein bot Silke an auch die Burka abzulegen, nach kurzem Zögern willigte Silke ein. Sie nahm auf dem Besucherstuhl am Schreibtisch platz.

Frau Stein hielt Silkes Personalausweis in der Hand und übertrug die Daten.

Dann sah sie auf und sagte: “Sie wollen also in Rifan leben?” “Ja, das will ich.” Silke gestikulierte in der Fingersprache die Frau Stein verstand. “Haben sie sich das gut überlegt. Wenn sie die deutsche Staatsbürgerschaft ablegen können wir nichts mehr für sie tun. In Rifan sind Frauen rechtlos. Sie werden der Familie in der sie leben gehören, also ihrem Mann, dessen ganzer Familie.”

“Ja, das weiß ich und das ist in Ordnung.”

Frau Stein druckte ein paar Seiten Papier aus, Silke unterschrieb die Dokumente und sie war nun zum Ende des Monats nicht mehr Deutsche.

Frau Stein half ihr in die Burka “ich wünsche ihnen Glück.” Silke verbeugte sich und ging zu Faid zurück. Sie gab ihm die Dokumente und folgte ihm zum Auto. Statt nach Hause fuhr er zu einem Geschäft. Sie kniete hinter einem Sichtschutz währen Faid mit einem Mann sprach. Silke verstand nur einzelne Worte: Gold, Palast, schnell. Eine Frau kam zu ihr und hantierte an ihr, die Frau war in eine schlichte dunkelblaue Burka gekleidet und trug schwere Goldringe an den Handgelenken die mit einer soliden Kette verbunden waren. Wenn sie sich bewegte klirrte diese Kette und auch eine die an ihre Füße geschlossen war. Silke überlegte ob dies mit “Gold” gemeint war. Faid redete noch einige Sätze mit dem Ladeninhaber, dann gingen sie zum Auto und fuhren nach Hause.

Nach dem Abendessen sagte Yasmin: “Du, wir kriegen gleich Besuch, das wird bestimmt lustig.” Wegen des Besuches knebelte Faid die Frauen und sie trugen wieder die Burka. Die beiden Mädchen schlüpften in identische hellrosa Burka auf denen Blüten aus dunkelroten Kunstperlen gestickt waren. Der Sehschlitz hatte die Größe einer Postkarte, auch auf ihm waren kleine Blüten aufgestickt. Miriam trug eine schlichte schwarze Burka aus schimmerndem Samt. Für die Augen waren zwei kreisförmige Aussparungen die mit schwarzer Gaze bedeckt waren eingearbeitet. Sie warteten im Wohnzimmer auf die Gäste. Es klingelte, ein junger Mann kam mit zwei in weiße Burka gehüllte Frauen herein. Die Frauen verbeugten sich tief vor Faid, ebenso grüßten Miriam, Yasmin und Silke den Mann. Er wandte an die von ihm hereingeführten und sagte: “Ich werde um 11 wieder hier sein.” dann an alle gewandt: “Bis nachher, viel Spaß” er ging und die beiden Frauen folgten den Mädchen ins Zimmer. Miriam begleitete sie.

Hier legten nun alle die Burka ab, auch wurden die Schuhe ausgezogen. Unter den weißen Gewändern kamen zwei dunkelhäutige Schönheiten hervor. Ihr langes schwarzes Haar reichte bis über die Schultern, ein tiefbrauner Teint und haselnussbraune Augen passten perfekt zu den weißen Kaftan die beide trugen. Silke fand die beiden sehr attraktiv. Etwas irritiert war sie als sie sah das beide Frauen Ringe in Zunge und Unterlippe hatten die einem kleinen Schloss verbunden waren. Auch bemerkte sie das um den Hals der beiden ein breiter Stahlring gelegt war an dem vorne ein kleinerer Ring befestigt war.

Miriam brachte ihnen zu trinken, sie hatte daran gedacht Strohhalme für die beiden in die Gläser zu tun. “Das sind Jayla und Nayda, wir besuchen uns ab und zu. Ihr Bruder bringt sie dann so wie heute und holt sie ab.” Silke sagte in der Landessprache “Guten Tag”, Jayla antwortete: “Hallo Filke, fir frechen deutff. Wegen die Floffer aber nur unteutlich.” Dazu rollte sie mit ihren großen Augen. “Unfer Mann will daff fo“, ergänzte Nayda. “War das einer eurer Männer?” “Fa, aber fir find beide mit ihm verheiratet” erklärte Jayla. Silke bemerkte nun auch das die beiden sehr breitbeinig saßen, sie konnte den Blick kaum von der großen Wölbung unter den Kaftanen abwenden. “Willft du mal fühlen?” Sie tastete etwas hartes das sich wie ein Käfig um Jaylas Unterleib wölbte. “Daf ift ein Käfig den fir immer tragen, ift nift fo flimm.” “Wie kommt das eigentlich das ihr deutsch sprecht?” “Fir arbeiten alf Fekretärin für ihn und er hat viele deutfe Kunden. Nayda kann auch franföfisch und wir beide englif.”

Die Mädchen hörten Musik, redeten und hatten viel Spaß. Alle vier genossen die gemeinsame Zeit. Miriam kam herein und sagte das es nun Zeit sei sich zu verabschieden. Sie erlaubt Yasmin und Silke im Zimmer zu bleiben. Zum Abschied umarmten sich die Mädchen, Miriam half beim einkleiden und sie gingen.

Miriam kam wieder herein, es war wieder Zeit für ein langes Bad. Silkes Haut war inzwischen samtig weich geworden, auch ihr Haar war hervorragend gepflegt. Die Mädchen zogen sich aus und gingen ins Bad. Die warme Wanne wartete auf sie, sie stiegen hinein und wurden wie üblich angekettet. Auch dies war Silke inzwischen gewohnt, sie mochte es zwar nicht wirklich aber sie ließ sich gerne baden und verwöhnen. Miriam wusch die beiden, pflegte das Haar und ließ sie noch ein Weilchen in der Wanne. Dann nahm sie erst Silke heraus, trocknete sie ab und rieb sie mit creme und einem Duftwasser ein. Silke wurde zu Bett gebracht, sie lag bereits im Schlafsack und hörte nur undeutlich das Miriam ihr eine gute Nacht wünschte. Durch den Stoff über ihrem Kopf küsste sie Miriams Hand als diese sie streichelte. Als Yasmin sich an sie kuschelte war sie schon fast eingeschlafen
Dinge die zu tun sind

Am Montag erhielt Faid die für Silke Einbürgerung nötigen Papiere. Er füllte sie gewissenhaft aus, überwies die Gebühren und wartete auf den offiziellen Termin der Einbürgerung. Man hatte ihm gesagt das dies zwei oder drei Wochen dauern würde, genug Zeit einiges zu regeln.

Er telefonierte mit seinem Bruder und kündigte an das er morgen zu einem Besuch vorbeikommen würde. Bei dieser Gelegenheit wollte er der Familie etwas mitteilen. Iram versprach alle zusammen zu rufen. Faid wollte am Mittag in seiner Heimatstadt eintreffen. Wie immer freute er sich darauf seine Familie zu sehen. Er war vor langer Zeit nach Rifan gegangen, aus der Kleinstadt und ihrer Enge nach Rifan-City. Lächelnd erinnerte er sich an seine ersten Tage hier in Rifan. Nach dem streng reglementierten Leben in Ilfaud war es ihm vorgekommen als sei Rifan ein Ort grenzenloser Freiheit. Seine Familie dachte dies wohl immer noch, sie hielten ihn für zu liberal und für gottlos. Letzteres stimmte wohl auch, er war überzeugter Atheist und in seinem Haus würde es niemand wagen irgendeinem Gott zu huldigen.

Er ging ins Büro, Miriam kniete an ihrem Arbeitsplatz. Zärtlich küsste er ihr Haar und gab ihr einige Anweisungen. Sie würden heute hart arbeiten und morgen in aller Frühe aufbrechen. Die Mädchen waren bei der Hausarbeit, er sah mit großer Freude das Silke sich so gut in dieses Leben einfügte. Sie war in seinem Herzen längst seine Tochter, bald würde sie dies auch auf dem Papier sein. Yasmin reinigte die Böden, Silke wischte Staub. Beide taten ihre Arbeit mit Sorgfalt und schnell, Faid sah ihnen einen Augenblick unbemerkt zu. Silke hatte es mittlerweile gelernt sich in der Frauenkleidung geschickt zu bewegen, es war eine Freude sie zu sehen. Faid riss sich los und begann die Papiere auf seinem Schreibtisch abzuarbeiten.

Silke hörte das Faid Yasmin und sie rief. Die beiden Mädchen warteten an der Tür bis Faid sie zu sich winkte. Sie knieten auf Kissen vor ihm und warteten bis er sich an sie wandte. “Wir müssen viel arbeiten heute. Ihr essen macht. Dann ihr Sachen packen, morgen wir gehen nach Ilfaud für 3 Tage. Silke verneigte sich ebenso wie Yasmin. “Yasmin, du sagen Silke wie Leben in Ilfaud ist, ich nicht mir schämen will!” Das letzte sagte er sehr betont, Silke sah aus den Augenwinkeln wie Yasmin rot wurde. Faid lachte und meinte dann: “Gut du da haben Burka mein süße Tomate. Ich nicht vergessen die letzter Mal, du auch nicht, oder?!” “Nein, habe ich nicht” murmelte Yasmin sehr kleinlaut. Die beiden verneigten sich und gingen hinaus.

“Was war denn letztes Mal da und was ist da überhaupt in Ilfaud?” “Da wohnt Dads Familie, die sind da ziemlich streng. Naja, ich bin so wie hier so mit freiem Kopf im Haus gewesen und ein Mann hat mich dabei erwischt. Der hat mir dann so eine Ledersack übergestülpt und ich hab einen Tag blinde Kuh gespielt. War schon irgendwie doof, also das ich das vergessen hatte meine ich.” Die Mädchen waren nun in der Küche und machten Mittagessen. Sie deckten den Tisch, Miriam und Faid kamen aus dem Büro. Sie aßen ohne Eile, danach gingen die Eltern wieder an die Arbeit, die Mädchen fingen an zu packen.

Silke war erstaunt wie viel Yasmin auf das Bett legte. Einen Schlafsack mit passendem Kopfsack für beide, 8 dicke Stoffwindeln, für jede eine zweite Gummihose, 6 Unterkleider, 6 Hosen, Lederriemen für die Hosen, 3 Paare Kaftan mit dazu passenden Handschuhen und passende 6 Burka. Yasmin achtete darauf das die Sichtschlitze der Burka klein waren, sie wählte die aus die nur Löcher für die Augen freiließen. Bei dem hellblauen Paar waren die Aussparungen für die Augen von einem gestickten weißen Ring umgeben, die Burka hatte kleine weiße Blüten als Verzierungen und die Nummer war in weiß eingestickt. Das gelbe Paar hatte keine Betonung der Augenlöcher, sie waren durchgehend hellgelb und ohne jede Stickerei bis auf die Nummer auf der Stirn. Auch diese war in gelb ausgeführt. Das dritte Paar war schneeweiß und war mit roten, blauen und grünen Steinen bestickt. Für die Augen waren kreisrunde Löcher mit dünner Gaze ausgespart. Um sie waren die Steine bunt gestickt, ebenso war auch die Nummer gestickt worden. Die Kaftane und die Burka waren von gleicher Grundfarbe auch waren sie gleich verziert. Yasmin suchte nach passenden Tüchern und faltete eines auseinander.

Sie stellte sich vor Silke und zeigte ihr wie ein solches Tuch um den Kopf gelegt wird. “Keine Panik, ich mach das dann für dich.” Yasmins Haar, ihre Stirn und ihr Mund waren vollständig unter dem Tuch verborgen. Silke fragte ob sie das dann in Ilfaud immer tragen würden. Yasmin bejahte, sie würden die Tücher auch unter der Burka tragen. Sie ging kurz ins Büro und kam mit einer ziemlich finsteren Miene wieder.

“So eine Scheiße, da kannst du dich wohl leider bei mir bedanken. Dad will das wir diese dusseligen Masken anziehen.” Silke sah sie fragend an. Yasmin suchte bereits im Schrank und rief plötzlich “TATAA!”, sie konnte einfach nicht lange böse sein.

In ihrer Hand hielt sie vier Ledermasken. Die Masken hatten kleine Löcher an der Nase und größere für die Augen. Sie sahen aus wie ein schwarzes Ledergesicht. Yasmin legte Silke eine Maske an. Als erstes legte sie das untere Teil der Maske um Silke Hals und schloss es hinten, dann wurde ein oben an der Stirn über den Hinterkopf laufender Riemen mit dem Kragen verbunden. Zuletzt zog sie vier schmale Riemen die über und unter den Ohren verliefen hinten zusammen. Silke tastete die Maske ab, sie saß fest und bedeckte ihr ganzes Gesicht. Im Spiegel sah sie ein schwarzes Ledergesicht ohne Mund.

Yasmin legte noch 4 schwarze Lederbeutel und einen kleinen Kasten heraus. Dann zählte sie alles noch einmal durch und holte Miriam. Nachdem Miriam alles für gut befunden hatte packten die Mädchen die Sachen ein. Nur das was sie morgen früh anziehen würden ließen sie auf zwei Kissen liegen.

Die Familie aß früh zu Abend, sie würden morgen sehr früh aufstehen müssen. Miriam ließ die Mädchen ein langes Bad nehmen. Während die beiden, wie üblich mit einer Kette an den Handgelenken an die Wanne gefesselt, das Bad genossen, setzte sich Miriam an Silkes Seite. “Du wirst merken das in Ilfaud strengere Sitten herrschen als bei uns. Die meiste Zeit sind wir dort tief verschleiert und es wird nicht ganz einfach für dich. Dein Vater möchte dich seiner Familie vorstellen, für ihn ist das sehr wichtig. Silke wir haben dich lieb, du bist für uns eine Tochter und ich bin sicher das du uns keine Schande machen wirst.” Sie strich Silke sanft über das nasse Haar und sagte dann: “Sind auch nur die drei Tage, dann haben wir es hinter uns. Also seid brav ihr beiden.” Yasmin nahm einen Schluck Badewasser und gurgelte damit. Sie wusste das Miriam dies nicht mochte. Miriam schöpfte einen kleinen Eimer Wasser und goss ihn Yasmin über den Kopf. “Hey, ich kann mich nicht wehren, das ist gemein!” “Das war die Strafe für deinen schlechten Manieren, wer hat dich bloß erzogen?!” Alle drei lachten herzlich. Miriam nahm die Mädchen bald aus der Wanne und führte sie ins Schlafzimmer. “Ihr dürft noch eine halbe Stunde surfen, aber ich mach euch schon mal unten herum fertig.” Frisch gewickelt und im Kaftan lagen die beiden auf dem Bett und besuchten ein paar Seiten. Dann kam Miriam wieder herein, sie zog erst Yasmin dann Silke die Handschuhe an, beide legten sich in die Schlafsäcke die Miriam am Hals verschloss. Sie gab beiden einen Gute Nacht Kuss, dann verschwanden die Mädchenköpfe in den Kopfbeuteln. Silke fühlte wie Yasmin sie durch den Stoff auf die Stirn küsste, auch sie tat dies. Die beiden kuschelten sich aneinander und schliefen bald ein.

Ilfaud

Die Mädchen wurden von Miriam geweckt. Silke war unausgeschlafen und auch Yasmin fand es eigentlich zu früh zum aufstehen. Nachdem sie aus dem Bad kamen deckten sie den Frühstückstisch, Miriam hatte Kaffee gekocht und es gab frisch ausgebackene Brötchen. Faid ermahnte die beiden viel zu trinken, die Fahrt würde mehrere Stunden dauern. Es gab Orangensaft, die drei Frauen tranken auf Vorrat.

Nachdem der Tisch abgeräumt war begleitete Miriam die Mädchen in ihr Zimmer.

Sie kleidete nun die beiden für die Reise ein.

Die dicken Windeln trugen sie bereits, es folgten die am Abend zuvor heraus gelegten Sachen. Als erstes die Hose, dann ein Unterkleid. Für die Reise sollten die Mädchen die blauen Kaftane und die dazu passende Burka tragen. Nachdem sie in die Kaftane geschlüpft waren hakte Miriam die Schließen im Nacken zu. Sie nahm eine Creme und rieb damit die Gesichter der Mädchen ein. Silke sah sie erstaunt an. “Damit ihr unter den Masken nicht so doll schwitzt”. Nachdem sie geknebelt waren legte Miriam ihnen die Masken an. Mit jedem Riemen wurde die Maske fester, als Miriam fertig war saß sie bei beiden fest auf der Haut und bedeckte sie vom Haaransatz bis zum Hals. Silke fühlte sich in der Maske sehr unwohl, sie hoffte das sich dies noch geben würde. Nun wurden die Tücher angelegt sie bedeckten den Kopf vollständig, nur ein kleines Feld für die Augen blieb frei. Hier war die Maske zu sehen, das schwarze Leder und die mit Metall eingefassten Ringe die die Augenlöcher bildeten hoben sich deutlich von dem gelben Tuch ab. Es fehlten noch die Handschuhe und die Burka. Sie waren nun zwei völlig gleich aussehende gelbe Gestalten. Faid kam herein und holte die Koffer der Mädchen. Er sagte ihnen sie sollten im Wohnzimmer warten.

Nach einer Weile kam er mit Miriam ins Wohnzimmer. Sie war in eine schwarze Burka gekleidet. Auch sie trug eine Maske und Tuch unter der Burka.

Das Gepäck war im Kofferraum, die Mädchen wurden von Faid an die Sitze gefesselt. Silke dachte an die Sicherheitsgurte in Deutschland während Faid sie zuerst mit zwei über Kreuz vor der Brust liegenden Gurten fest an den Sitz band. Dann folgte ein Beckengurt der ebenfalls fest gezogen wurde. Sie spürte wie ihre Schuhe ausgezogen wurden und etwas bis zu den Knien an ihren Beinen hochgezogen wurde. Es war einer der schwarzen Lederbeutel die Yasmin herausgelegt hatte. Er ging bis über die Knie, dort hielt ihn eine Schnur. Als letztes folgte ein Gurt über die Oberschenkel und sie hörte ein klicken. Sie konnte ein Schloss fühlen das außen am Beutel war, es war am Fahrzeugboden festgemacht. Sie konnte sich jetzt nicht mehr bewegen, nicht einmal den Kopf drehen da der Kragen der Maske dies verhinderte. “Das für Stunden und ich bin steif wie ein Brett” dachte sie.

Während der Fahrt hörten sie Musik, Silke dämmerte die meiste Zeit. Wenn sie die Augen öffnete sah sie nur das helle gelb der Burka, sie hielt sie die meiste Zeit geschlossen. Manchmal änderte sich die Geschwindigkeit, es gab auch ein paar kurze Stopps. Sie merkte wie ihre Glieder taub wurden, irgendwann spürte sie dies nicht mehr. Sie saß unbeweglich auf ihrem Sitz.

Ein heftiges Rumpeln weckte sie aus dem Halbschlaf. Faid war auf einen unbefestigten Weg eingebogen. Nach einigen Minuten hielt er an.

“Wir sind da, ich gehe rein.” Er sah einen Augenblick auf die hohe weiße Mauer vor der er stand dann trat er ein. Es hatte sich nichts verändert, ein weiter Innenhof wurde von einem großen U-förmigen Gebäude umrahmt. Der mittlere Teil des Gebäudes das gegenüber der Mauer lag war der Haupttrakt indem sich die Wohn und Speiseräume befanden, rechts davon die Räume der Frauen. Die Schlafräume der Männer waren im hinteren Teil des Haupttrakts. Im linken Flügel waren die ehemaligen Ställe in denen heute die Autos standen und Abstellräume waren. Faid ging auf die Tür des Haupttrakts zu, er trat ein. Sein Bruder hatte ihn kommen sehen und begrüßte ihn mit einer herzlichen Umarmung. Seit dem Tod der Eltern war er das Familienoberhaupt, so sehr Faid dies respektierte lebte er lieber mit seiner Familie in Rifan. Er freute sich Imal und seine Familie zu sehen, dennoch war ihm klar das dieser Besuch keine Rückkehr war. Er kam gerne und er ging gerne.

Imal rief Sulay seine Hauptfrau herein. Wie viele Männer hatte auch er drei Frauen, Sulay kümmerte sich um alles im Haus, sie war unter den Frauen die Nummer eins. Dies ließ sie die anderen gelegentlich spüren, ihrem Mann war sie treu ergeben. Ihn störte es nicht das sie die anderen Frauen manchmal tyrannisierte, die Angelegenheiten der Frauen sollte diese unter sich klären.

Sulay kam zu den Männern, kniete nieder und wartete. Imal erlaubte ihr aufzustehen, sie begrüßte Faid bevor sie sich erhob mit einer tiefen Verbeugung bei der ihre Stirn den Boden berührte. Er dankte ihr und bat sie sich um seine Frauen zu kümmern sobald das Auto im Hof sei. Er stellte den Wagen vor den Frauentrakt, löste die Gurte und ging wieder zu seinem Bruder.

Sulay ging mit zwei anderen Frauen zum Wagen. Sie nahmen nacheinander Miriam, Yasmin und Silke aus dem Wagen und trugen sie auf einer Trage ins Haus. Sie wurden in eine Zelle gebracht die sich in der Ecke des Hauptraumes befand. An zwei Seiten waren Gitter vom Boden bis zur Decke angebracht, die beiden anderen Seiten bildete das Mauerwerk. In der Zelle wurden die Frauen auf weiche Matratzen gelegt. Die Burka und die Masken wurden ihnen ebenso wie der Knebel abgenommen, das Kopftuch band Sulay ihnen schnell wieder um. Silke genoss es zu liegen, die Taubheit wich und nachdem sie etwas getrunken und auch ein paar Kekse gegessen hatte begann sie sich umzusehen. Sie konnte den Raum sehen, auch das sie von dort neugierig betrachtet wurden. Als sie etwas sagen wollte legte Miriam ihr schnell die Hand auf den Mund und schüttelte den Kopf. Sulay saß wie eine Wächterin an der Zellentür, Miriam war nicht sicher ob sie sprechen durften. Nachdem sie sich ein wenig gestärkt hatten kam Sulay herein und legte ihnen die Masken wieder an. Silke sah das auch Sulay eine Maske trug.

Obwohl der Raum keine Fenster hatte war es in ihm hell, es gab an einer Seite unterhalb der Decke eine breite Reihe von Lichtschächten. Sie ließen Licht einfallen und dienten gleichzeitig als Belüftung. Dieser Raum diente den Frauen als Schlafraum, sie nahmen hier auch die Mahlzeiten ein. Silke konnte erkennen das sich mehrere Frauen im Raum befanden, sie lagen auf Matratzen oder gingen umher. Sie sah auch das an zwei Seiten schwere Türen waren. Offenbar hatte nur Sulay einen Schlüssel, sie öffnete einer Frau und schloss hinter ihr wieder ab.

Sulay betrat die Zelle und sagte ihnen das sie zu den Männern kommen sollten. Es bleib noch genug Zeit sich umzuziehen, die Mädchen zogen die weißen Sachen an. Die Augenlöcher der Burka lagen genau über denen der Maske, sie konnten nun ein wenig sehen. Miriam trug eine dunkelrote Burka die mit silbernen Sternen bestickt war, offenbar eine ebenso teure Anfertigung wie Sulays schwarze auf der sich goldene Ornamente befanden. Unter der Burka hatten sie passende Kaftane, Kopftücher und Handschuhe angelegt.

Sie schlüpften in Hauspantoffeln die Sulay ihnen gegeben hatte und gingen hinter ihr zur Tür. Sulay schloss auf, ließ die drei auf den Flur treten und schloss die Tür wieder ab. Sie ging voraus, hinter ihr Miriam, Yasmin und Silke. Die Frauen gingen hintereinander und nah an der Wand, für Frauen waren Läufer auf den Steinboden gelegt. Silke versuchte etwas von den Räumen durch die sie gingen zu sehen aber sie konnte nichts erkennen. Es war mit den Masken nur möglich nach vorne zu sehen, drehte sie den Blick auch nur ein wenig sah sie sofort ins schwarze. Sie kamen an ein Holzgitter in dessen Mitte sich eine Tür befand. Sulay läutete an einer Glocke, ein Mann kam und schloss die Tür auf. Sie verneigten sich tief vor ihm, er führte sie weiter und sie erreichten den Hauptraum der Männer.

Sulay blieb kurz hinter der Tür stehen, kniete nieder und berührte mit ihrer Stirn den Boden. Die drei Gäste folgten ihrem Beispiel. Sie wurden aufgefordert näher zu kommen und sich in die Mitte des Raumes zu knien. Die fünf Männer saßen an einem langen Tisch an der Stirnseite.

Imal begrüßte sie freundlich und wünschte ihnen eine gute Zeit in seinem Haus. Auch sagte er ihnen das Sulay sich persönlich um sie kümmern werde. Miriam fragte sich ob nicht “bewachen würde” eher zutreffend war. Er richtete sich nun direkt an Silke:

“Silke bitte gib dich zu erkennen”. Sie verneigte sich und blieb dann wieder regungslos. “Ich sehe du weißt wie eine Frau sich zu benehmen hat, Faid hat uns schon einiges erzählt. Ich freue mich das du zu unserer Familie gekommen bist und ich hoffe das wir dir eine gute Familie sein werden. Mein Bruder ist ein guter Mann, sei ihm gehorsam und er wird dir ein guter Vater sein. Du hast jetzt neue Eltern und eine gute Schwester in Rifan und uns hier als deine Familie. Ich möchte dir ein kleines Geschenk machen als Zeichen das ich mich sehr über dich freue. Es wird dir nachher von Sulay überreicht. Morgen werden wir ein wenig feiern um dich willkommen zu heißen.”

Silke berührte mit der Stirn den Boden und blieb einen Augenblick in dieser Haltung.

Imal erlaubte ihnen wieder in die Frauenräume zu gehen. Sulay ging ihnen voraus.

Als sie wieder in dem großen Raum waren schickte Sulay vier Frauen hinaus. Silke wunderte sich wohin diese gingen. Alle nahmen nun die Masken ab, Silke war froh diese los zu sein. Ihr Gesicht war gerötet, Miriam nahm sich vor sie am Abend einzucremen. Dies war jetzt nicht möglich da sofort die Tücher wieder angelegt wurden. Nach einiger Zeit brachte einer der Frauen mehrere Schüsseln mit einem Reisgericht herein. Miriam und die Mädchen teilten sich eine Schüssel. Jede von ihnen hatte einen Löffel, damit bedienten sie sich aus der Schüssel. Es gab dazu klares Wasser zu trinken. Bald waren alle satt, die Schüsseln und Löffel wurden eingesammelt und von einer Frau in die Küche gebracht. Sie kam mit den drei anderen wieder herein. Nun legten auch diese ihre Masken ab.

Silke hörte ein lautes Poltern von der Tür und sah Miriam fragend an. Miriam flüsterte ihr zu das nun eine zweite Tür geschlossen wurde, die Frauen waren nun eingesperrt.

Sulay klatschte in die Hände, alle Frauen begannen sich zu entkleiden. Miriam öffnete schnell den kleinen Kasten den Yasmin mit eingepackt hatte, Silke hörte etwas klirren. Als sie nackt war spürte sie wie etwas hartes und kaltes sich vor ihre Scham legte und eine Kette fest um ihre Hüfte geschlossen wurde. Auch durch den Schritt wurde eine Kette gelegt. Sie wollte mit ihrer Hand fühlen was dieses kalte Ding ist, Miriam zog die Hand weg und sagte leise “nein, da darfst du nie hinfassen”. Silke sah zu Yasmin, auch sie trug nun so eine Platte und jetzt begriff sie das es ein Keuschheitsgürtel war. Als sie nun aus der Zelle traten kam Sulay auf sie zu. Sie hielt etwas in der Hand das auf den ersten Blick dem Keuschheitsgürtel glich den Silke trug. Sah man genauer hin erkannte man das die Platte mit feinen Verzierungen versehen war, auch war statt einer Kette um die Hüfte ein Stahlband angebracht worden. Silke sah nun das Miriam solch einen Gürtel trug, sie hatte dies vorher nie an ihr bemerkt. Sulay nickte Miriam zu und Silke wurde in diesen Gürtel gesteckt. Er war breiter als der den sie zuerst trug und saß enger an ihr. Sie fühlte das sie nun wirklich eingeschlossen war.

Die Frauen gingen nach nebenan. Hier befanden sich die Toiletten und ein großes Schwimmbecken. Nachdem sie geduscht hatten gingen sie in das Becken. Silkes helles Haar wurde ausgiebig bewundert, einige Male spürte sie wie eine Hand über ihren Rücken strich. Auch sie besah sich die Frauen. Alle hatten eine farbige Zeichnung am rechten Oberarm, es schien eine Art Kennzeichnung zu sein die ihr auch schon an Miriam und Yasmin aufgefallen war. Bis auf Sulay trugen alle einen Halsring. Sie planschten im Wasser und es wurde auch geredet und gelacht. Erste schüchterne Worte wurden an Silke gerichtet. Sie beantwortete alle Fragen freundlich und erkundigte sich auch selbst nach einigem. Die vielen Namen konnte sie sich nicht merken aber das war nicht so schlimm da die Frauen ja über den Tag tief verschleiert waren. Sie waren anonym unter den Schleiern, Silke konnte jetzt sehen wie verschieden sie waren. Es gab jüngere und ältere, die Gesichter die hinter den Masken verborgen waren machten jede von ihnen zu einer eigenen Person. Ihr war klar das auch sie in diesem Einheitsbild verschwand wenn sie verschleiert war, etwas das ihr immer noch ein etwas unangenehmes Gefühl gab. Ja, sie wollte als gehorsame Tochter in Faids Haus leben und sich an die Regeln halten aber dennoch trauerte sie ihrer Individualität nach. Unter den Schleiern war sie ein niemand, eine Frau wie alle anderen.

Sulay rief das die Badezeit um sei. Alle gingen aus dem Wasser und nahmen sich Tücher zum abtrocknen. Bevor sie wieder in den großen Raum gingen putzten sich die Frauen die Zähne, Miriam cremte sich und den Mädchen die Gesichter ein. Die creme zog schnell ein, sie würde die Nachtkleidung nicht beschmutzen. Im Frauenraum zeigte Sulay auf die Zelle, die drei gingen hinein und wurden eingeschlossen. Sie legten frische Windeln an und Miriam kleidete die Mädchen zur Nacht. Sie wurde von Sulay in die Säcke gesteckt. Silke und Yasmin schmiegten sich wie gewohnt aneinander und schliefen sofort ein. Miriam lag noch einige Zeit wach. Sie vermisste Faid, normalerweise lag sie neben ihm.

Miriam wurde von Geräuschen aus dem Raum geweckt. Die anderen Frauen waren wach und begannen den Tag. Es herrschte rege Betriebsamkeit, sie wartete darauf das Sulay sie aus der Nachtkleidung befreite. Noch lag sie auf der Matratze, der Sack auf ihrem Kopf machte sie blind und hilflos. Sie lag und wartete aber es geschah nichts. Obwohl sie wusste das es keinen Sinn macht versuchte sie den Riemen der den Körpersack an ihrem Hals schloss zu lösen. Es ging nicht, wahrscheinlich hätte es auch ohne die Fäustlinge nicht funktioniert. Auch diese ließen sich nicht abstreifen, Sulay hatte sie gut gesichert. Miriam richtete sich auf, sie hoffte das jemand sie bemerken würde.

Sulay kam in die Zelle und drückte sie sanft aber bestimmt nach unten. Miriam fügte sich, es machte keinen Sinn zu protestieren. Yasmin und Silke waren auch wach, verhielten sich aber still. Sie lagen eng nebeneinander, durch den Stoff konnten sie ihre Körper fühlen. Sulay ging zu den beiden Mädchen, sie wusste das Silke in einem hellblauen Seidensack steckte, Yasmins war weiß. Sie löste Silkes Kopfbeutel und legte Silke einen Finger auf den Mund. Silke verstand und nickte. Sie erwartete nun das Sulay ihr aus dem überweiten Körpersack half, statt dessen forderte sie Silke auf sich zu erheben. Silke tat dies, Sulay raffte den weiten Stoff zusammen und Silke konnte nun gehen. Sulay führte sie ins Bad nachdem sie die Zellentür wieder verschloss.

Im Bad wurde ein mit einer stabilen Kette verbundener Eisenring um Silkes Hals gelegt. Die Kette ließ über eine Rolle an der Decke zu einem Haken in der Wand. Sulay zog die Kette stramm, Silke stand nun aufrecht und bewegungslos. Jetzt löste Sulay den Lederriemen am Hals, der Sack fiel zu Boden. Mit einem schnellen Griff wurden Silkes Hände gepackt und an der Kette befestigt. Sie wagte es nicht zu protestieren. Sulay nahm nun eine Flasche mit stark riechendem Öl und rieb Silke damit ein. Danach bürstete sie Silkes Haar und rieb auch dies mit dem Öl ein. Sie kontrollierte sorgfältig Silkes Körper, entfernte mit einem scharfen Messer die wenigen Haare die sie fand. Die Kette wurde gelöst nachdem sie den Gürtel wieder verschlossen hatte. Mit einer kurzen Geste wies sie Silke an sich hinzulegen. Sie wickelte Silke und führte sie zurück in den Raum. Hier ging sie in die Zelle und holte Hose, Unterkleid und den weißen Kaftan den Silke gestern getragen hatte. Sie gab Silke nachdem sie ihr eine Schale Milch gereicht hatte eine Maske aus weißem Leder die mit Perlen besetzt war und ein Tuch aus weißer Spitze.

Miriam und Yasmin lagen immer noch in der Zelle. Sulay ging nun zu ihnen und nahm die Kopfsäcke ab. Miriam erkannte Silke an ihrem Kaftan und sah auch das sie ein besonderes Tuch trug. Sie wusste nicht was dies zu bedeuten hat und hoffte von Sulay eine Erklärung zu bekommen. Sulay schwieg und hielt ihr auch eine Schale Milch vor den Mund. Miriam trank, danach wurde auch Yasmin mit Milch versorgt. Als Sulay aus der Zelle ging versuchte Miriam aufzustehen. Sie wurde auf die Matratze gedrückt. Sulay kam nach einem Augenblick wieder herein. Sie setzte Miriam und Yasmin ihre Masken auf und legte zu den Nachtsäcken passende Tücher an. Die beiden sahen sich durch die Augenlöcher an, ihnen wurde klar das sie die Zelle nicht verlassen würden. Yasmin krabbelte mühsam zu ihrer Mutter, die beiden knieten nun nebeneinander auf Miriams Matratze. Silke sah aus dem Raum zu ihnen, nur ein paar Meter entfernt aber doch unerreichbar weit weg. Sie wollte zu ihnen gehen aber Sulay hatte die Riemen der Hose an den Knöcheln gelöst. Sie zog den Kaftan hoch, raffte die Hose und stand auf. Nach wenigen Schritten wurde sie von Sulay gestoppt und wieder auf ihren Platz gesetzt. Ihre Hände verschwanden in weißen Fäustlinge und waren nun unbrauchbar. Silke schnaubte wütend in die Maske.

Miriam begann zu ahnen was passieren würde. Sie versuchte sich bemerkbar zu machen aber mehr als ein lautes Schnauben brachte sie nicht heraus. Sie hatte sich an den Gitterstäben aufgerichtet und versuchte ihre Arme durch die Stäbe zu stecken. Der Schlafsack indem sie steckte verhinderte dies. Resigniert kroch sie zu Yasmin zurück, sie konnte nichts tun. Auch Yasmin schien zu ahnen was mit Silke geschehen würde.

Zwei Frauen brachten einen Stuhl mit Lehnen herein, Silke wurde darauf gesetzt und wie im Auto fixiert. Ledermanschetten an ihren Fußgelenken hielten ihre Beine fest, der Oberkörper war mit mehreren Riemen festgemacht. Breite Lederfesseln hielten ihre Unterarme fest auf den Lehnen. Sie bekam Angst und versuchte sich zu befreien. Es gelang ihr nur den Kopf zu bewegen, sie gab auf.

Sulay hatte inzwischen einen Koffer geholt indem sich alles notwendige befand. Sie schob Silkes rechten Ärmel weit nach oben und sicherte ihn dort mit Nadeln. Nun nahm sie eine Art Zeichenstift und malte auf Silkes Oberarm die Konturen des Familienwappens. Wie Miriam befürchtete sollte Silke tätowiert werden. Sie erinnerte sich noch genau daran wie schmerzhaft dies war. Auch Yasmin zuckte unwillkürlich zusammen als sie sah was passierte. Nach dem Vorzeichnen nahm Sulay ein Gerät das wie ein Zahnarztbohrer aussah, füllte die Nadel mit Farbe und begann. Silke durchfuhr ein stechender Schmerz, es war als ob sich tausend Nadeln in ihren Arm bohrten. Sie schrie aber aus der Maske drang nur ein undeutlicher Laut. Sie versuchte den Arm wegzuziehen, die Fesseln hielten sie unerbittlich fest. Ihr schien es als würden Stunden vergehen in denen der Schmerz immer größer wurde, es war aber kaum mehr als eine Stunde bis Sulay alle Farben in den Arm gestochen hatte. Zuletzt nahm sie schwarz und setzte unter das Wappen arabische Zeichen.

Silke war halb bewusstlos vom Schmerz und dem vergeblichen Versuch zu schreien. Sulay betrachtete zufrieden ihr Werk, es drang ein wenig Blut aus dem frischen Bild aber das würde schnell aufhören. Sie nahm eine Kamera und fotografierte, die Kamera gab sie einer Frau die sie zu den Männern bringen sollte. Nun öffnete sie die Zelle, Miriam und Yasmin krabbelten so schnell sie konnten zu Silke. Miriam legte ihr Gesicht dicht an Silkes und versuchte sie zu trösten. Ob Silke es hörte wusste sie nicht aber bestimmt spürte ihre Tochter das sie nun da war. Sie hörte das Silke unter der Maske weinte, wie gerne hätte sie die Tränen getrocknet. So blieb ihr nur bei ihr zu sein und sie ungeschickt zu umarmen. Yasmin streichelte Silke so gut es ging, es schien das Silke sich langsam beruhigte. Das Blut war auch getrocknet, Sulay zog den Ärmel wieder herunter und löste die Gurte. Silke stand auf, sie wurde von Sulay in die Zelle geschickt. Nun löste sie auch die Halsriemen so das Miriam und Yasmin aus den Schlafsäcken heraus konnten. Die beiden zogen sich schnell an und nahmen danach Silke in ihre Mitte. Silke lag zwischen ihnen und begann sich wieder etwas besser zu fühlen. Ihr Arm brannte wie Feuer, sie wollte im Moment nur liegen und sich erholen.

Die Frauen bekamen zu Mittag frisches warmes Brot und einen Eintopf mit Fleisch und Gemüse. Den Eintopf aßen mehrere Frauen aus einem Topf, Sulay stellte einen kleinen Topf in die Zelle. Silke war froh ohne Maske zu sein, nicht nur das ihr Arm brannte auch ihr Gesicht fühlte sich an als würden Ameisen darauf laufen. Miriam cremte sie nochmals ein, Silkes empfindliche Haut machte ihr ernsthafte Sorgen.

Nach dem Essen nahm Sulay die drei Frauen aus der Zelle und führte sie ins Bad. Hier duschten sie und Silke wurde erneut mit dem stark duftenden Öl eingerieben. Sulay ging kurz hinaus und kam mit einer zweiten Frau wieder. Beide trugen einige Sachen.

Es waren Miriams und Yasmins Unterkleider, die beiden wurden von der zweiten Frau angekleidet. Silke wurde nun gewindelt, Sulay nahm von dem Stapel den sie getragen hatte eine weiße Hose aus reiner Seide und ein seidenes Unterkleid das ebenfalls schneeweiß war. Am unteren Saum des Kleides waren Goldfäden eingewebt, Silke genoss es diesen angenehmen Stoff auf der Haut zu fühlen. Sie bekam nun einen langen weißen Kaftan der mit Goldfäden durchwirkt war. Sie schlüpfte hinein, das Gewand lag in Falten auf dem Boden. Sie deutete darauf und Sulay antwortete ihr mit dem Zeichen für “gut”. Nun legte sie Silke wieder die weiße Maske an, dazu das weiße Spitzentuch und Handschuhe die ebenso wie die Maske mit Perlen besetzt waren. Sie breitete eine wunderschöne Burka vor Silke aus. Auch diese war weiß, reich mit Stickereien in Goldfaden verziert und fiel ebenso wie der Kaftan in Wellen auf den Boden. Die Burka hatte für die Augen zwei kreisförmige Löcher um die ein goldener Ring gestickt war. Sie war offensichtlich sehr teuer. Nachdem Silke sie übergestreift hatte griff Sulay durch zwei seitliche Schlitze und nahm Silkes Hände heraus. Sie sollte die Handschuhe sichtbar tragen, an den Schlitzen waren Bänder angebracht die sich nun fest um ihre Handgelenke schlossen.

Silke bekam einfache Schuhe und Sulay führte die drei wieder in den Raum. Miriam und Yasmin wurden wieder in den Käfig gesperrt, Silke folgte Sulay zu den Männerräumen.

Sie kamen zu dem großen Raum. Die beiden waren alleine so das Sulay Silke für das Fest vorbereiten konnte. Als erstes führte sie Silke zu einem erhöhten Podest in der Mitte des Raumes. Sie sollte darauf knien, als sie auf dem Kissen war nahm Sulay Lederriemen und fixierte sie. Sorgfältig ordnete sie Silkes Kaftan so das er ihre Füße bedeckte, danach legte sie die Burka um das Podest. Der Saum berührte nun knapp den Boden. Sie ermahnte Silke still zu sitzen, sich vor allem nicht aufzurichten. Silke zeigte das sie verstanden hatte.

Sulay nahm nun ein dünnes Tuch und legte es über Silke. Die wenige Sicht die sie hatte wurde nun von einem dünnen grauen Schleier getrübt. Sie hörte wie Sulay sagte das sie bald wiederkäme. Sulay ging zurück zu dem Frauenraum und holte Miriam und Yasmin. Beiden gab sie eine weiße schlichte Burka ohne jeden Schmuck. Miriam kniete links von dem Podest, Yasmin rechts. Sulay band auch sie mit Riemen fest und legte auch ihnen dünne Tücher über. Die mit breiten Fäden und nur kleinen Aussparungen dazwischen besetzten Sehschlitze machten es ohnehin fast unmöglich etwas zu erkennen, mit den Tüchern waren die beiden so gut wie blind.

Sie wusste nicht wie lange sie schon auf dem Podest kniete, ihr schien als wären ihre Mutter und ihre Schwester bei ihr aber ganz sicher war sie sich nicht. Was würde geschehen? Würden sie ihr wieder weh tun, schlimmer vielleicht? Silke war besorgt und ängstlich. Sie sah nicht das hinter ihr nun die anderen Frauen knieten, auch sie trugen eine schlichte weiße Burka. Sulay achtete darauf das alle in einer Reihe waren, ermahnte jede ruhig und still zu sein.

Die Männer betraten den Raum, alle Frauen senkten die Stirn zu Boden. Silke blieb wie Sulay es ihr gesagt hatte reglos sitzen. Sie merkte das ein Mann auf sie zukam, undeutlich erkannte sie Faid. Gerne hätte sie sich vor ihm verneigt aber sie sollte ja reglos bleiben. Durch das Tuch nahm sie ihn leicht verschwommen war.

Faid sah sie zufrieden an. Er war stolz auf sie, sie saß perfekt ruhig und sah wunderschön aus. Er lächelte als er sie genauer betrachtete. Sie erinnerte ihn an die junge Miriam die auch einmal so an dieser Stelle gesessen hatte.

“Silke du darfst nun zum ersten und letzten Mal vor den Männern reden. Ich werde dich fragen und du wirst antworten.”
“Bist du freiwillig hier?”

“Ja Vater”, Silkes Stimme war durch die Maske und die Kleidung gedämpft aber sie sprach laut und sie war zu verstehen.

“Willst du als meine Tochter in mein Haus kommen?”

“Ja Vater”, sie schrie es fast so sehr wollte sie dies.

“Wirst du mir gehorchen, deine Mutter ehren und deine Schwester achten?”

“Ja Vater, das werde ich.”

“Willst du von nun an als meine Tochter leben, den Namen meines Hauses tragen und auch deinen neuen Namen als einzigen kennen?”

“Ja Vater”, sie hätte fast “wieso neuer Name?” gesagt .

“Gut, dann will ich dich in mein Haus nehmen. Du wirst von nun an Aysha gerufen werden. Nun sag mir deinen Namen.”

“Aysha”

Silkes Weg war hier zu Ende, es gab sie nicht mehr. Aysha lebte weiter in Faids Haus, wie es ihr weiter erging ist eine andere Geschichte.

Im Jahr 2014 eine Fortsetzung gemacht ist. Lesen Sie weiter im Das Leben geht weiter.

Kommentare und Kritik sind ausdrücklich erwünscht, das Copyright liegt bei mir.
24. April 2010
Janet
Janet_ro2000 ‘at’ yahoo ‘dot’ de

Back to tales in non-English languages…

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