Die Studentin

Die Studentin

by MR

“Hallo Sarah komm rein.”
“Hallo Rashid, wie geht’s dir”
“Ganz gut und dir”
“Mir geht’s hervorragend. Ich habe meine Zulassung für die Masterarbeit in der Tasche. Das Thema habe ich auch bereits und in 4 Monaten ist Abgabetermin. Es gibt also viel zu tun bis dahin. Was macht deine Vorbereitung auf die Prüfungen. Wo brauchst du Hilfe?”
“Die Vorbereitung läuft gut. Ich habe nur einige kleinere Verständnisfragen. Aber ich muss mit dir über etwas anderes sprechen. Ich glaube ich habe vor einiger Zeit einen großen Fehler gemacht.”
“Was ist los. Spicks aus. Ich bin mir sicher wir können den Fehler bereinigen.”
“Weißt Du noch als du vor etwa 3 Wochen mich besucht hast um zu lernen?”
“Ja. Aber was hat das damit zu tun.”
“Mein Vater hatte damals angerufen und er hat deine Stimme gehört als du dich verabschiedet hast. Er hat natürlich danach gefragt ob ich Damenbesuch habe. Ich konnte das schlecht abstreiten, da er dich ja gehört hat. Er mich dann nach dir ausgefragt. ”
“Ich hatte gehofft, dass er sich damit zufriedengibt, wenn ich ihm sage, dass du eine Kommilitonin bist, die mir hilft den Stoff zu verstehen. Aber er hat immer weiter gebohrt und ich habe dann zu einer Notlüge gegriffen und ihm gesagt, dass du eine fromme Muslima bist, die sich auch verschleiert.”
“Wie bitte”
“Ja ich weiß ich hätte das nicht sagen sollen, aber wenn ich ihm die Wahrheit gesagt hätte, hätte er mir das Geld gesperrt und da ich nur ein Studentenvisum habe und nicht arbeiten darf, hätte ich mein Studium abbrechen müssen.
Darum habe ich ihm diese Notlüge erzählt. Das wäre ja auch alles kein Problem, wenn ich mich nicht gestern angerufen hätte um mir anzukündigen, dass er in 2 Monaten für ca. 3 bis 4 Wochen zur Behandlung nach Deutschland, besser gesagt hier nach Frankfurt kommt. Und meine Eltern wollen dich kennenlernen. ”
“Nochmal langsam zum Mitschreiben. Du hast deinem Vater gesagt, dass ich eine fromme Muslima bin, die sich vollständig verschleiert, damit du aus der Zwickmühle kommst.”
“Ja. Und es tut mir leid. Ich mag dich sehr gern. Ich hätte meinem Vater die Wahrheit sagen sollen. Ich weiß nicht was ich machen soll.”
“Das ist in der Tat eine gute Frage. Ich mag dich auch sehr gern, aber das ist eine echt miese Situation. Aber warum hast du ihm das überhaupt erzählt. Hätte es nicht gereicht, ihm zu erzählen, dass ich eine Tutorin der Uni bin.”
“Du hast recht. Aber in meiner Heimat sind die Frauen alle verschleiert und mir ist die Version, dass du eine Tutorin der Uni bist nicht eingefallen. ”
“Und was sollen wir deiner Meinung jetzt machen?”
“Ich weiß es nicht. Ich habe mir seit gestern schon den Kopf zerbrochen um eine Lösung zu finden. Aber mir fällt nichts ein. ”
“Ok. Du bist echt ein Held. Lass und das ganze nüchtern betragen und versuchen Lösungen zu finden.”
“Danke. Ich weiß das ich Mist gebaut habe und du mir böse bist und das zurecht. Das Beste wird sein, ich rufe meinen Vater an und erkläre ihm alles und schaue mal was passiert.”
“Also erstmal bin ich dir nicht böse. Das kann ich gar nicht, weil ich dich sehr mag. Und ich möchte auch nicht, dass du deinen Vater anrufst, denn dann würde es vermutlich darauf hinauslaufen, dass du die Unterstützung verlierst und wieder zurückmusst. Außerdem kannst du dir dann deinen Job bei Ingenieur auch abschminken.”
“Ja du hast recht. Aber was sollen wir tun”
“Das Beste ist wir machen ein Brainstorming und suchen dann die beste Lösung raus. Eine Möglichkeit ist, dass ich für ein Semester im Ausland studiere.”
“Das wäre eine gute Möglichkeit. ”
“Hast du Ihm gesagt was ich studiere?”
“Ja. Ich habe ihm erzählt, dass du das den gleichen Studiengang belegt hast wie ich nur eben 2 Semester weiter bist.”
“Dann können wir das mit dem Auslandsstudium vergessen. Er kennt den Ablauf des Studiums und weiß, dass kein Auslandssemester vorgesehen ist. Außerdem kann er sich ausrechnen, dass ich vor meiner Masterarbeit stehe. Und dann macht ein Auslandssemester keinen Sinn.”
“Du hast recht. Damit fallen auch andere Optionen wie Wechsel der Uni oder ähnliches weg.”
“Wie können wir verhindern, dass dein Vater erfährt, dass das was du erzählt hast nicht stimmt. Wir können ihm keine tatsächliche Muslima vorsetzten. Abgesehen davon, dass wir vermutlich keine finden würden, die das Spiel mitspielt, würde diese auch nicht über die notwendigen Kenntnisse verfügen. ”
” Das würde sicher keine Muslima mitmachen. Und du hast auch recht mit dem Wissen. Mein Vater würde das sofort erkennen, wenn die Muslima keine Kenntnisse in der Elektrotechnik hat. Es gibt ja sowieso schon wenige Frauen die Elektrotechnik studieren. Und eine fromme Muslima ist da sicherlich eine noch größere Ausnahme. ”
“Aber warum will mich dein Vater überhaupt kennenlernen?”
“Naja ich habe ihm gesagt, dass du mir während des Studiums eine große Hilfe warst. Er hat dann gleich daraus geschlossen, dass du eine potentielle Frau für mich bist und möchte daher, dass ich dich ihm vorstelle. Er möchte aber auch sichergehen, das zwischen uns während des Studiums nichts war. Ich habe ihm das zwar guten Gewissens auch versichert. Aber mein Vater ist manchmal sehr misstrauisch. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass mein älterer Bruder ihm hinsichtlich seines Studiums Märchen aufgetischt hat und statt zu studieren nur gefeiert.”
“Also denkt dein Vater, dass ich möglicherweise deine Frau werden könnte. Was natürlich umso dümmer ist, als wir damit ein echtes Problem haben. Ich mag dich wirklich sehr gern, und könnte mir auch vorstellen mit dir mein Leben zu teilen. Wenn du ihm nun eine zukünftige Ingenieurin und fromme Muslima als deine Tutorin vorstellst, kann ich mir nicht vorstellen, dass er später mich als deine Ehefrau akzeptieren wird. Ganz abgesehen davon, erstmal diese fromme Muslima, die bald Ingenieurin ist zu finden.”
” Du hast recht. Es ist eine total verfahrene Situation. Wenn ich ihm alles erkläre, dann kann ich mir mein weiteres Studium abschminken und damit auch den Job. Vielleicht kann ich ja meinen zukünftigen Arbeitgeber um Unterstützung bitten. Dann ist das Problem gelöst. ”
“Das wäre eine Möglichkeit, aber ich glaube nicht, dass das was wird. Und wir sollten uns darauf auch nicht versteifen. Wir müssen alle Optionen prüfen. Also Auslandsstudium oder Wechsel an eine andere Universität scheiden aus. Das wäre zu einfach zu widerlegen. Eine andere Muslima als diese Tutorin auszugeben würde vermutlich schon daran scheitern, überhaupt eine zu finden und spätestens dann, wenn dein Vater dieser etwas auf den Zahn fühlt. Wenn du Ihm die Wahrheit sagst, wirst du höchstwahrscheinlich dein Studium nicht beenden können. Die einzige Möglichkeit die ich sehe, ist, dass ich diese Muslima darstelle. Deine Eltern sind 3 bis 4 Wochen in Deutschland. Ich denke diese Zeit werde ich das sicherlich aushalten.”
“Das ist sicher richtig, nur haben wir dann das gleiche Problem wie mit der Muslima. Wenn meine Eltern dir etwas auf den Zahn fühlen, werden sie sehr schnell merken, dass du das nur vorspielst.”
“Das stimmt. Das würden die sofort merken. Also brauche ich eine Vorbereitungszeit um alles Wichtige zu lernen.”
” Das ist schon richtig, dass lässt sich aber nicht in kurzer Zeit erlernen. Außerdem schreibst du deine Masterarbeit.”
“Deine Eltern kommen in 2 Monaten richtig? Meinst du nicht, dass diese 2 Monate reichen?”
“Möglich.”
“Wenn du mir hilfst bin ich mir sicher, dass die Zeit reicht. Außerdem sitze ich ja nicht den ganzen Tag an der Arbeit. Es bleibt mir also noch genügend Zeit alles Weitere zu lernen. Und je eher wir anfangen, desto sicherer bin ich, wenn deine Eltern kommen. ”
” Das ist ja alles richtig, aber was passiert anschließend. Wenn wir zusammenleben wollen und möglicherweise heiraten, dann erwarten meine Eltern, dass du dich verschleierst.”
” Ein Problem nach dem anderen. Wenn du den Job hast und wir heiraten leben wir hier in Deutschland. Dann können wir das immer noch erzählen. Wir stellen deine Eltern dann vor vollendete Tatsachen. Ich bin mir sicher, dass sie das akzeptieren.”
“Ich weiß nicht ob dies die beste Lösung ist.”
“Mir fällt keine bessere ein. Oder hast du eine bessere. Wenn ich jetzt sage ich möchte deine Eltern nicht kennenlernen, dann merken die doch sofort, dass etwas nicht stimmt. Warum sollte eine fromme Muslima deine Eltern nicht kennenlernen wollen. Wenn du dich in die Lage der Muslima versetzt, die einen Muslim kennenlernt und deren Eltern sie kennen lernen wollen, die sollte doch froh sein. Dein Vater würde sicherlich misstrauisch werden und möglicherweise genauer nachfragen. Und dann kann es passieren, dass du dich in Widersprüche verstrickst. Dann weiß dein Vater sofort das das alles gelogen ist.”
“Ich denke du hast recht. Also was sollen wir jetzt tun.”
” Wie ich dir schon gesagt habe, ist es das einfachste, wenn ich mich mit allem befasse was wichtig ist damit ich nicht auffliege und deine Eltern mir glauben. Dazu muss ich wissen, wie deine Familie lebt, wie das Verhältnis zwischen deiner Mutter und deinem Vater ist. Einfach alles was wichtig ist. Und ich muss mir entsprechende Kleidung besorgen. Besser gesagt. Du besorgst mir die Kleidung, da du derjenige bist, der mich in diese Lage gebracht hat. Das wird sicher eine interessante Erfahrung werden. Also dann schieß mal los. Je eher wir mit der Umsetzung beginnen, desto besser ist die Darstellung.”
“Mein Vater ist der Chef im Haus. Er sagt wo es lang geht. Meine Mutter ist für den Haushalt und die Kindeserziehung zuständig bzw. war zuständig. Meine Familie wohnt in einem sehr konservativen Landesteil. Alle Frauen leben dort in Burda. Die Töchter beginnen bereits im Alter von 10 Jahren sich vollständig zu verschleiern und zwar ständig. Ich habe meine Mutter nur vollständig verschleiert gesehen. Ich könnte sie nicht erkennen, wenn sie unverschleiert in einer Gruppe von Frauen vor mir stehen würde. Die Religion ist sehr wesentlich in unserer Familie. Die Gebetszeiten werden immer sehr genau eingehalten. Auch alle anderen Pflichten werden sehr genau beachtet. Meine Mutter spricht nur wenn sie mit anderen Frauen allein ist. Sofern Männer in der Nähe sind, spricht sie nur, wenn mein Vater sie dazu auffordert. Sofern Fremde Männer, also Männer die nicht zur Familie gehören in der Nähe sind, schweigt meine Mutter und auch meine Schwestern grundsätzlich. Das Haus ist aufgeteilt in 2 Bereiche. Ein Bereich ist den Männern vorbehalten, der andere Bereich den Frauen. Meine Mutter und meine Schwestern verlassen Ihren Bereich nur wenn sie meinen Vater das Essen servieren bzw. saubermachen. Meine Mutter und meine Schwestern verlassen das Haus nur mit Erlaubnis meines Vaters und auch nur in Begleitung eines Mahran-Mannes, also eines nahen männlichen Angehörigen. Ich denke das ist alles Wesentliche.”
“Das bedeutet, dass ich dann ähnlich leben muss. Denn du hast deinem Vater ja berichtet, dass ich eine fromme Muslima bin und mich vollständig verschleiere. ”
“Sorry das tut mir echt leid und ich kann mich echt dafür ohrfeigen. Aber du musst das für mich nicht tun. Vielleicht kann ich meinen Vater ja überzeugen.”
“Hör auf mit dem Quatsch. Du weißt ganz genau, dass das nicht funktioniert. Und ich tue das, weil ich dich liebe. Wenn du deinem Vater alles beichtest, wirst du nicht hierbleiben können und ich verliere dich. Und das will ich nicht. Also werde ich mich auf meinen Auftritt entsprechend vorbereiten, damit deine Eltern keinen Verdacht schöpfen.”
“Ich liebe dich auch und könnte es nicht ertragen von dir getrennt zu sein. Du bist eine wunderbare Frau.”
“Danke für die Komplimente. Nun müssen wir aber sehen, dass wir alles vorbereitet bekommen, ich habe nämlich keine Ahnung davon was mich als Muslima erwartet. Du wirst mir in nächster Zeit einiges beibringen müssen. Vor allem brauche ich einen Koran und Kleidung. ”
“Willst du jetzt schon damit beginnen die Kleidung zu tragen?”
“Ja ich denke schon. Je länger ich mich daran gewöhnen kann, desto leichter fällt es mir, wenn deine Eltern da sind. Es wäre ein Desaster, wenn deine Eltern aufgrund einer Kleinigkeit alles erfahren.”
“Ich denke du hast recht.”

Wir haben und an den PC gesetzt und alles was notwendig ist bestellt. Einerseits war ich ziemlich sauer auf Rashid, weil er mich in eine Situation bringt, auf die ich gern verzichten würde, aber auf der anderen Seite war ich auch irgendwie erregt, als wir diese Kleidung bestellt haben und ich mir vorgestellt habe diese in kürze zu tragen. Außerdem liebe ich ihn und möchte ihn nicht verlieren.

Als ich abends zu Haus im Bett lag dachte ich darüber nach wie seine Mutter und Schwestern leben und stellte mir vor auch so leben zu müssen. Je länger ich darüber nachdachte, desto erregter wurde ich. Ich fing an mich zu streicheln. Die Erregung wurde immer stärker. Nach einiger Zeit überrollte mich ein Orgasmus wie ich ihn bisher nur selten erlebt hatte. Ein Teil hat sicher auch die Enthaltsamkeit dazu beigetragen seit ich mich in Rashid verliebt hatte. Ich befriedigte mich weiter und weitere orgastische Wellen schüttelten meinen Körper. Nach einiger Zeit schlief ich total erschöpft aber total befriedigt ein.

Zwei Tage später kamen die bestellten Sachen an. Nachdem ich alles ausgepackt hatte, habe ich die Kleidung erst einmal in die Waschmaschine gegeben und begonnen den Koran zu lesen. Rashid hatte mir inzwischen gezeigt wie ich das Gebet zu verrichten habe. Für die Gebetszeiten hatte er mir eine App eingerichtet, so dass ich den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen konnte. Wir hatten vereinbart, dass er in den nächsten Wochen jeden Tag vorbeikommt und mir hilft die Gebete richtig zu machen und auch einige Arabische Wörter, deren Bedeutung und richtige Nutzung beizubringen.
Da ich mich nachdem sämtliche Kleidung gewaschen hatte diese ständig trug, auch nachts, wollte ich nicht unbedingt verschleiert zum Einkaufen gehen. Daher hat Rashid für mich eingekauft. Ich lebte also schon fast wie seine Mutter und Schwestern da ich die Wohnung nur noch selten verließ. Und wenn dann meist mit Rashid zusammen. Rashid hatte inzwischen ein Bekleidungsgeschäft in der Stadt gefunden, und ist mit mir hingefahren um meinen Fundus zu erweitern.

Je näher der Besuchstermin seiner Eltern rückte, desto besser kam ich zurecht. Die Kleidung störte mich nicht mehr sonderlich. Die Gebete gingen wie im Schlaf und inzwischen auch auf Arabisch. Die erste Sure konnte ich inzwischen auswendig. Den Koran hatte ich auch mehrmals gelesen. Ich fühlte mich gut vorbereitet. Als Test hat Rashid mich mit in die Moschee genommen. Im Anschluss an das Freitagsgebet fand dort noch eine Veranstaltung für Muslimas statt. Ich war nicht die einzige vollverschleierte Frau und fühlte mich daher ganz wohl. Als Legende hatten wir uns überlegt, dass ich eine Cousine von Rashid bin, deren Eltern schon lange Jahre in Deutschland leben und ich hier aufgewachsen bin. Keine der anwesenden Frauen ist misstrauisch geworden.

” Und wie war es.” fragte mich Rashid als wir im Auto saßen.
“Alles in Ordnung. Es gab keine kritischen Fragen und alle haben mich so akzeptiert. Außerdem war es interessant die Erfahrungen andere Frauen zu hören.”
“Ich bin mir sicher, dass du gut vorbereitet bist. Wir haben alles besprochen und ich sehe keinen Punkt, der kritisch werden könnte.”
“Das denke ich auch. Und sobald deine Eltern wieder zurück sind, kann ich endlich aus diesen Klamotten raus. ”

Die anfängliche Erregung über die Kleidung hatte sich mit der Zeit gelegt. Es ist warm unter der Kleidung, die Sicht ist eingeschränkt und auch das Hören ist schwieriger. An das Schreiben mit meinen behandschuhten Händen musste ich mich erst gewöhnen, aber es ging immer besser. Auch alle anderen Tätigkeiten im Haus gingen mir mit zunehmender Übung besser von der Hand. Hätte ich erst kurz vor der Ankunft von Rashids Eltern damit begonnen mich zu verschleiern, dann bin ich mir sicher, dass seine Mutter das ziemlich schnell erkannt hätte, dass ich mich noch nicht lange verschleiere. Und dann wäre es problematisch geworden. Aber nach dieser Vorbereitungszeit fühlte ich mich gut vorbereitet. Das Gebet gelang mir ohne nachzudenken. Auch sonst brauchte ich nicht nachzudenken um den Eindruck zu erwecken, ich wäre eine fromme Muslime und lebte schon länger in Burda.

Einige Tage nach dem Besuch der Moschee kamen Rashids Eltern nach Deutschland. Sie hatten sich in eine sehr großzügige Suite in einem sehr guten Hotel eingemietet. Ich denke die Beschreibung von Rashid seine Eltern seien Wohlhabend ist eine riesige Untertreibung. Meines Wissens kostete eine Nacht in der Suite mehr als € 1500.

Ich hatte in den letzten Tagen mit Rashid nur per WhatsApp Kontakt. Am dritten Tag nach Ankunft seiner Eltern schrieb er mir morgens direkt nach dem Gebet eine Nachricht, dass er mich um 10:00 abholt und seinen Eltern vorstellt. Jetzt wurde ich doch ziemlich nervös. Wenn ich das verbocke, das was es das mit dem Studium von Rashid. Und das würde unweigerlich in die Trennung führen.

Rashid war pünktlich wie immer und führte mich zum Auto. Nach kurzer Fahrt kamen wir am Hotel an. Meine Nervosität stieg immer mehr. Ich dachte schon das jeder meinen Herzschlag hören können. Außerdem hatte ich das Gefühl das mich jeder anstarrt und weiß das ich eine Schauspielerin bin. Aber nun war es zu spät. Ich musste da durch. Nach einer scheinbar endlos langen Fahrt mit dem Fahrstuhl, welche tatsächlich nur wenige Sekunden dauerte standen wir vor der Suite von Rashids Eltern.

“Salam aleikum” grüßte uns sein Vater.
“Weikum Salami” grüßte Rashid zurück.
“Sie müssen Sarah sein. Rashid hat uns schon von Ihnen erzählt. Mein Name ist Mohammed und dies ist meine Frau Rana.”

Raschids Mutter kam auf mich zu, umarmte mich und nahm mich an die Hand und führte mich in Ihr Zimmer. Sie bat mir zunächst einen Tee an.
“Schön, dass wir dich kennenlernen. Rashid hat uns einiges von Dir erzählt und auch wie du Ihm geholfen hast während des Studiums. Ich findest es sehr interessant, dass du als fromme Muslima studierst. ”
“Als ich das Studium begonnen habe, war ich noch keine Muslima. Dazu kam es erst nach dem unerwarteten Tod meiner Eltern. Ich hatte grade mit dem 3. Semester angefangen, als plötzlich die Polizei vor meiner Wohnung stand und mir die Nachricht vom Tod meiner Eltern und meiner jüngeren Schwester überbracht haben. Die drei waren auf dem Weg in den Urlaub und kamen in einen Stau. Sie standen auf der rechten Fahrspur hinter einem LKW, als von hinten ein LKW ungebremst auf das Auto meiner Eltern. Das Auto meiner Eltern wurde unter den vor ihnen stehenden LKW geschoben. Aus dem Auto wurde ein Blechknäuel. Meine Eltern und meine Schwester hatten keine Überlebenschance. Eigentlich hätte ich auch mit in dem Auto sitzen sollen. Allerdings hatte ich kurzfristig von meinem Professor eine Hausarbeit erhalten und konnte daher nicht mit in den Urlaub.
Ich war wie gelähmt. Ich konnte nicht klar denken und fühlte mich leer. Meine Tante, die Schwester meiner Mutter kümmerte sich um alles, Beerdigung und so weiter. Ich war dazu nicht in der Lage. In den nächsten Wochen habe ich einfach nur funktioniert. Eines Tages saß ich in der Bibliothek um für meine Hausarbeit zu recherchieren als eine Muslima auf mich zukam und mich fragte ob alles in Ordnung sei. Ich schaute sie vollkommen entrückt an und fragte wie sie darauf käme. Sie meinte dann das ich seit 3 Stunden hier sitzen würde und nur ins leere schauen würde. Da kam ich langsam zu mir und tatsächlich ich habe 3 Stunden da gesessen ohne auch nur eine Seite gelesen zu haben, geschweige denn umgeblättert zu haben.
Sie war der erste Kontakt den ich nach der Beerdigung hatte. Und mit einem Mal bracht alles aus mir heraus und ich fing hemmungslos an zu weinen. Sie half mir dann alles aufzuräumen und nahm mich mit zu sich. Dort angekommen, nahm sie mich in den Arm und hielt mich einfach bis ich mich wieder beruhigt hatte. Sie machte mir einen Tee und anschließend hörte sie mir zu, einfach nur zu. Ich redete und redete und sie hörte mir zu. Es half mir sehr, jemanden zu haben der mir zuhörte. Meine verbliebene Familie war zu sehr mit sich selbst beschäftigt als das sich mir helfen konnten.
In den weiteren Wochen haben wir uns nahezu jeden Tag getroffen. Der Austausch mit Ihr hat mir sehr geholfen. Natürlich stellte ich mir auch die Frage warum Gott so etwa zulässt. Wir haben sehr viel über Gott bzw. Allah gesprochen und sie hat mich neugierig gemacht. Ich habe mich mit dem Koran auseinandergesetzt und sie hat mich dabei unterstützt. Nach einiger Zeit bin ich dann konvertiert. Seitdem trug ich zunächst Kopftuch und züchtige Kleidung. Wir haben mich sehr intensiv mit dem Koran beschäftigt. Irgendwann steigerte sich das Gefühl, das ich mehr tun müsse um ins Paradies zu kommen. Insbesondere fühlte ich mich in Gewiss erweise nackt. Meiner Freundin ging es ähnlich und vor einein halb Jahren fing ich an mich zu verschleiern. Es war ein gutes Gefühl.
Da ich mit dem Studium bereits sehr weit war, wollte ich dies auch beenden. Ich war es meinen Eltern schuldig. Sie haben immer an mich geglaubt und haben mich immer unterstützt und darum möchte ich Ihnen etwas zurückgeben und das Studium beenden.”
“Das tut mir sehr leid mit deinen Eltern. Du bist eine starke Frau. Rashid hat nicht zu viel erzählt. Ich möchte dich sehr gern näher kennenlernen. Rashid sagte mir, dass du nur noch deine Masterarbeit schreiben musst. Dies kannst du doch hier fertig schreiben. Dann können wir während du nicht schreibst Zeit miteinander verbringen.”
Das Angebot überraschte mich. Ich hatte nicht mit so etwas gerechnet. Ich versuchte fieberhaft eine Lösung zu finden das Angebot auszuschlagen. Mir fiel aber nichts ein.
“Ja gern. Das würde mich freuen.” Mir blieb nichts anderes übrig als das Angebot anzunehmen. Naja 3 Wochen werde ich schon aushalten.
“Das freut mich. Ich bin mir sicher, dass wir uns gut verstehen. Ich freue mich darauf dich besser kennen zu lernen. Ich werde Rashid bitten dir die notwendigen Sachen aus deiner Wohnung zu holen. Ich denke, solange ihr nicht verheiratet sein ist es besser, wenn du hierbleibst.”
Mir stockte der Atem. Wie kommt sie darauf, dass wir während ihrer Anwesenheit heiraten sollten. Das konnte sie doch nicht ernst meinen. Ich liebe Rashid, aber über eine Hochzeit hatte ich nun überhaupt noch nicht nachgedacht. Ich versuchte verzweifelt irgendwie aus dieser Nummer herauszukommen, die nun so gänzlich anders lief als ich es mir vorgestellt hatte. Ich dachte ein kurzer Besuch, vielleicht einen halben Tag und während der Anwesenheit von Rashids Eltern der ein oder andere weiter Besuch aber nicht so etwas. Hatte Rashid sich das ausgedacht? Steckte er damit drin? Konnte ich mir eigentlich nicht vorstellen. Dann hätte er die ganze letzte Zeit ein guter Schauspieler sein müssen.
“Ist was mein Kind? Du bist so still.”
“Oh Entschuldigung. Es ist alles in Ordnung ich habe nur grad darüber nachgedacht was ich alles brauche und wo ich das alles abgelegt habe. Vielleicht ist es besser, wenn ich mir Rashid gemeinsam in die Wohnung fahre und meine Sachen hole bevor er mir alles durch einander bringt.”
“Rashid wird schon alles finden und auch nichts durcheinanderbringen. Außerdem ist es gleich Zeit für das Gebet.”
“Ja. Es ist Zeit.”

Wir gingen in einen kleinen Nebenraum. Wievielte Zimmer hatte diese Suite eigentlich? Rana gab mir einen Teppich und kurze Zeit später waren wir im Gebet.

“Ich verstehe, dass du das Studium beenden willst, aber was willst später damit machen. Als Ehefrau und Mutter ist dein Leben ziemlich ausgelastet. Ich habe meine Erfahrungen gemacht.”
“Das glaube ich. Ich habe auch nicht vor zu arbeiten. Ehefrau und Mutter reicht mir vollkommen. ” spielte ich ihr Spiel mit.
“Das freut mich. Für eine Frau ist es das einzig richtige sich auf ihre Pflichten als Ehefrau und Mutter zu konzentrieren. Meine Töchter sind auch bereits verheiratet. Ich weiß das in den westlichen Staaten andere Sitten herrschen, auch das Frauen viel selbständiger sind und später heiraten, wenn überhaupt. Ich könnte mir ein solches Leben nicht vorstellen. Und ich bin froh, dass du auch ein Leben in Purdah dem verlotterten Leben im Westen vorziehst. Ich freue mich schon dir dabei zu helfen. ”
“Danke. Es ist nicht einfach hier so zu leben. ” Die Situation wurde immer verrückter. Was habe ich mir bloß eingebrockt. Das lief nun gänzlich anders als ich es mir vorgestellt hatte. Wo sollte das noch hinführen. Seine Mutter versucht mich zu einem solchen Leben wie sie es lebte zu verhelfen. Ich zermarterte mir das Hirn wie ich aus dieser Situation entfliehen konnte. Mir fiel nichts ein. Die einzige Lösung war, das Spiel solange sie hier sind mitzuspielen. Ich hoffe nur, dass das bald vorbei ist.
“Ja das kann ich mir gut vorstellen. Ich habe das von Bekannten gehört, die bereits in Deutschland waren und teilweise übel beschimpft wurden. Rashids Vater hat mich vorgewarnt, dass es hier einige ausländerfeindliche Parteien gibt. Aber die nächste Zeit bis du ja hier und es ist für alles gesorgt. Du musst also nicht auf die Straße. Wie hast du das denn die letzten Jahre überstanden.”
“Es war nicht einfach, aber in den Gegenden in der ich wohne hatte ich bisher keine Probleme.”
“Ich bin erleichtert, das du bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht hast. Aber vielleicht solltest du mit und mitkommen. In unserer Heimat wirst du keine Schwierigkeiten haben. Dort wird dich keiner beschimpfen. Ihr könntet bei uns im Haus wohnen. Es ist groß genug. Ich würde mich sehr freuen dir zu helfen dich im Leben in Purdah zurecht zu finden. ”
Das Ganze lief total aus dem Ruder. Jetzt träumt sie sogar schon davon, dass ich mit nach Arabien komme und dort mein Leben verbringe. Wie kann ich diese Schauerkomödie Bloß beenden. Je intensiver ich versuchte, mich aus dieser Schlinge zu befreien, desto enger zog sie sich zu.
“Ich möchte erst einmal das Studium beenden. Alles andere kommt dann.”
“Wie lange musst du noch studieren?”
“Ich schreibe grade meine Masterarbeit. Der Abgabetermin ist in 2 Monaten. Wenn die schriftliche Arbeit bewertet ist, folgt in ca. 5 Monaten eine Mündliche Prüfung. Wenn ich die bestehe, dann bin ich mit dem Studium fertig.”
“Also in etwa fünf Monaten. Dann dauert es nicht mehr solange bis ihr heiraten könnt.”
Ich war sprachlos.
“Rashid und ich haben noch nicht darüber gesprochen.”
“Das ist ja auch nicht notwendig. Ihr seid für einander bestimmt und meine Zustimmung habt ihr. Rashids Vater ist auch einverstanden. Dafür sorge ich schon. Eurer Heirat steht also nichts im Wege.”
“Oh danke. Das kommt jetzt überraschend.”
“Ich weiß das hier im Westen die Ehen erst nach einigen Jahren geschlossen werden und die späteren Eheleute vorher schon zusammenwohnen. Das ist Sünde. Allah führt jeden auf den rechten Weg. Allah hat euch zusammengeführt. Also steht vollkommen Außer Diskussion, dass ihr füreinander bestimmt seid, denn Allah weiß es am besten. Es ist daher auch nicht erforderlich, dass Rashid dich fragt. Meine Zustimmung und die meines Mannes habt ihr. ”
Das Ganze artete in einen Alptraum aus. Ich muss mir dringend etwas einfallen lassen, damit ich hier raus komme ohne Rashid zu schaden. Vor allem muss ich jetzt erstmal Zeit gewinnen.
“Ich rufe Rashid an, damit ich ihm sagen kann, was ich benötige.”
“Rashid ist noch da. Lass uns nach nebenan gehen. Dann kannst du ihm sagen was du benötigst. ”

Damit gingen wir nach nebenan und ich hatte zunächst meine Ruhe. Ich sagte Rashid was ich benötige und wo er das fand. Kurze Zeit später fuhr Rashid los und ich war wieder mit Rana allein. Wo sollte das bloß noch hinführen.

Glücklicherweise kam in dem Moment das Essen. Rana stellte ein Tischset nebst Teller auf den Tisch.
“Wir sind zu dritt, wo sind die anderen Sets?”
“Es ist bei uns üblich, dass zuerst die Männer essen und wenn diese das Essen beendet haben, essen wir.”
“Ok. ”

Ohne weitere Diskussion bedienten wir Mohammed. Nachdem er sein Abendessen beendet hatte aßen wir in Ruhe. Wir trugen das Geschirr zusammen und gingen dann zusammen in den Gebetsraum. Nachdem Abendgebet kam Rashid und brachte mir die Sachen und Unterlagen die ich für meine Masterarbeit benötigte sowie die Kleidung.

Nach dem Nachtgebet, gingen wir schlafen. Endlich Ruhe und keine weiteren Gespräche. Am nächsten Morgen konnte ich mir meiner Masterarbeit fortfahren. Dadurch hatte ich Ruhe vor Rana. Glücklicherweise konnte ich mich auf meine Masterarbeit konzentrieren und musste nicht mit Rana sprechen.

Die nächsten Tage verliefen ähnlich. Eingerahmt von den Gebeten arbeitete ich an meiner Masterarbeit. Dadurch konnte ich weiteren Gesprächen mit Rana weitestgehend aus dem Weg gehen.

So gingen die Tage dahin. Langsam rückte der Termin näher an den Rashids Eltern wieder zurückfliegen wollen. In der ganzen Zeit hatte ich keine Möglichkeit mit Rashid direkt zu sprechen. Während ich an meiner Arbeit schrieb, habe ich ihm eine Mail geschrieben und ihm geschildert was seine Mutter sich vorstellt. Er meinte nur, dass ich das nicht so ernst nehmen solle.
Glücklicherweise gingen die 3 Wochen langsam zu Ende. Meine Stimmung wurde langsam besser. Die Gespräche mit Rana drehten sich glücklicherweise auch nicht mehr um die Hochzeit, oder ein Leben in Purdah.

Meine Stimmung fiel allerdings schlagartig auf den Gefrierpunkt, als Mohammed aus der Klinik kam und mitteilte, das der Arzt ihm empfohlen hatte die Rehabilitation in Deutschland durchzuführen. Der Arzt hatte auch gleich eine entsprechende Empfehlung abgegeben. Die Klinik zur ambulanten Rehe lag ganz in der Nähe. Auf Empfehlung des Arztes hat Mohammed sich bereits angemeldet. Die Reha würde mindestens ein halbes Jahr dauern. Für diese Zeit würde er ein Haus in der Nähe mieten.

Mir wurde schlagartig klar was das bedeuten würde. Zunächst hatte ich aber noch Ruhe vor Rana, denn diese kümmerte sich erstmal um Mohammed. Aber die Diskussionen würden unweigerlich kommen.

Am nächsten Tag sind Mohammed und Rashid losgefahren um ein Haus in der Nähe der Rehaklinik zu finden. Kurz vor Mittag kamen sie mit einer Erfolgsnachricht zurück. Ich sass weiter an meiner Masterarbeit.

Nach dem Mittagsgebet und dem Essen kam Rana zu mir.
“Wie geht es Mohammed?”
“Es geht ihm gut. Die OP war erfolgreich und die Heilung bisher gut verlaufen.”
“Das freut mich sehr.”
“Ja ich bin auch erleichtert das bisher alles gut verlaufen ist. Mohammed wird wieder vollständig gesund.”
“Das ist gut.”
“Einerseits ist es nicht so schön, dass die Heilung von Mohammed länger dauert als gedacht, weil die Krankheit schlimmer war als angenommen. Andererseits ist es schön, dass ich dir dadurch weiter helfen kann ein Leben in Purdah führen zu können. Da du dein Studium bald beendet haben wirst, können wir uns anschließend darum kümmern was für dich als Ehefrau und Mutter wichtig sein wird. Ich freue mich dir meine Erfahrungen weiter geben zu können. ”

Das kann nicht wahr sein. Ich hätte nicht gedacht das es noch schlimmer kommen kann. Und doch ist es so gekommen. Wie kann ich mich aus der Zwickmühle befreien ohne Rashid in die Pfanne zu hauen. Auch nach ausgiebigem Nachdenken fiel mir nichts ein. Rama würde mich nicht aus den Fingern lassen, solange ich noch meine Masterarbeit schreibe bzw. mich auf die Mündliche Prüfung vorbereite. Das Problem ist, das die mündliche Prüfung in 3 bis 4 Monaten stattfinden wird und Mohammed mindestens 6 Monate Reha vor sich hat.

Zwei Tage später fand der Umzug in das Haus statt. Ein Haus in das das Haus in dem ich aufgewachsen bin mindestens zweimal hineingepasst hat. Meine Masterarbeit war zwar schon sehr weit gediehen und ich hatte eigentlich noch richtig viel Zeit, aber in den letzten Tagen lief es immer schleppender. Ich konnte mich nicht richtig konzentrieren und brachte nichts Anständiges zu Papier. Ich wurde immer unzufriedener.

“Scheiße”
“Was ist mit dir Sarah?”
“Ich weiß nicht ich hänge und komme einfach nicht weiter. ”
Rana kam zu mir und nahm mich zärtlich in den Arm.
“Ist schon ok mein Schatz. Ruh dich etwas aus und dann kommt alles von allein”
Als ich in ihren Armen lag und die Wärme und Geborgenheit spürte fing ich fürchterlich an zu weinen.
“Es wird alles wieder gut mein Schatz. Wein dich ruhig aus und wenn du möchtest höre ich dir gern zu. Meistens hilft es, wenn man sich die Sorgen von der Seele redet.”
“Heute ist der 4. Todestag meiner Eltern und meiner Schwester.”
“Oh Liebes das wusste ich nicht, das tut mir unendlich leid. Ich werde für dich Dasein.”
“Danke. Das schlimme ist, das wir damals im Streit auseinandergegangen sind. Meine Eltern hatten den Urlaub für alle von uns geplant und gebucht und kurz vor dem Urlaub hat mir ein Professor angeboten eine Hausarbeit zu schreiben um meine Note zu verbessern. Meine Eltern meinten das das nicht notwendig ist, da der Einfluss auf die Endnote minimal ist. Für mich stand aber sofort fest, dass ich die Hausarbeit schreibe um mich zu verbessern, auch wenn das in der Endnote nur einen Unterschied von maximal 0,1 macht. Wie haben und total gestritten und ich bin aus dem Haus gestürmt und in meine Wohnung gefahren und habe mit meiner Hausarbeit angefangen. Wir hatten nach dem Streit kein Wort mehr miteinander gesprochen. Und dann standen die Polizisten vor der Tür. Ich konnte mich nicht entschuldigen. Das ist das schlimmste, das wir im Streit auseinandergegangen sind.”
“Es tut mir wirklich leid für dich. Umso mehr möchte ich für dich Dasein, wenn du das auch möchtest. Du bist eine wunderbare junge Frau und ich bin mir sicher, dass deine Eltern dir bereits vergeben haben. Auch wenn ich Euch gestritten habt, hatten deine Eltern dir längst verziehen auch wenn sie dir dies gegenüber nicht geäußert haben, weil ihr nicht mehr miteinander gesprochen habt. Eltern die ihre Kinder wirklich lieben können diesen nicht böse sein. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Rashids älterer Bruder hat und viel Kummer bereitet. Wir haben uns auch häufiger gestritten, aber trotzdem konnten wir ihm nicht lange böse sein. ”
“Ich danke dir. Und ja ich möchte das auch. Mir hat in den letzten Jahren etwas gefehlt. Jetzt weiß ich was mir gefehlt hat. Ich denke ich mache mich wieder an die Arbeit. Danke das du für mich da bist.”

Es war ein komisches Gefühl, ich konnte es nicht richtig einordnen. Aber ich spürte eine Erleichterung nachdem ich mit Rana gesprochen hatte.

Die Masterarbeit machte in den folgenden Tagen und Wochen sehr gute Fortschritte. Durch die tägliche Routine mit den regelmäßigen Gebeten und Essenszeiten konnte ich mir die Arbeit sehr effizient einteilen. 2 Wochen vor dem Abgabetermin war meine Arbeit fertig, Korrektur gelesen und bereits gebunden. Rashid brachte die Arbeit in Sekretariat meines Professors und nun hieß es warten.

Da ich mit meinem Studium bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses erst einmal nichts zu tun hatte, nahm mich Rana in Beschlag. Nach dem Frühgebet kam zunächst das Koranstudium, anschließend das Morgengebet. Nach dem Gebet haben wir das Frühstück zubereitet, zunächst für Mohammed, anschließend haben wir gegessen. Danach folgten der Abwasch und die Hausarbeit. Rana wies mich in alles ein. Vollständig verschleiert war die Hausarbeit anstrengender und aufgrund der Größe des Hauses gab es auch immer etwas zu tun. Vor dem Mittagsgebet begannen wir mit der Zubereitung des Mittagessens. Rana brachte mir Rezepte aus ihrer Heimat bei, die ich mir vornahm nach zu kochen. Nach dem Mittagsgebet haben wir Mohammed das Essen aufgetragen und anschließend selbst gegessen. Nach dem Abwasch haben wir uns für zwei Stunden zum Koranstudium zurückgezogen und anschließend die restliche Hausarbeit für den Tag erledigt. Nach dem Abendgebet haben wir Mohammed zunächst das Abendessen zubereitet und aufgetragen und anschließend selbst gegessen. Nach dem obligatorischen Abwasch haben wir bis zum Nachtgebet im Koran gelesen und uns unterhalten.
Rana hat mir von sich und ihrer Familie erzählt und ich habe ihr von mir und meiner Familie erzählt. Seit dem 4. Todestag meiner Eltern, als Rana mich getröstet hatte, hat sich unser Verhältnis langsam aber sicher verändert.
Das ist mir zunächst gar nicht aufgefallen, da die Tage immer gleich verliefen. Diese Routine half mir sehr den Stress, der sich in den letzten Wochen und Monaten aufgebaut hatte abzubauen. Ich musste nicht groß nachdenken und bekam langsam meinen Kopf frei. Rana wurde mir immer mehr zu einem Mutterersatz. Wir verstanden uns immer besser und es kam auch nicht mehr zu den Anspielungen die Sie gleich zu Beginn gemacht hat.
Sie war immer für mich da, wenn ich mein Herz ausschütten wollte. Dies war in den letzten 4 Jahren zu kurz gekommen. Nach dem Tod meine Eltern habe ich mich ausschließlich auf das Studium konzentriert und nichts anderes an mich herangelassen.
Erst Rashid hat nach einiger Zeit das Eis etwas gebrochen. Die Beziehung zu ihm, wenn man es so nennen will hatte sich langsam aber stetig entwickelt. Zu Beginn ging es nur darum ihm beim Studium zu unterstützen.
Da ich damals mit dem Studium nicht ganz ausgelastet war, hatte ich mir zusätzlich noch eine Tutorenstelle gesucht und Rashid war mein erster Schüler. Rashid machte gute Fortschritte und so kam es das wir während der Stunden die ich ihn unterrichtete mehr und mehr Zeit für Gespräche verwendet haben. Er hat mir von sich und seiner Familie erzählt, ich von mir. So haben wir langsam Gefühle für einander entwickelt. Irgendwann haben wir uns außerhalb der Uni getroffen, sind ins Café gegangen, Fahrrad gefahren oder ins Museum. Es war sehr schön mit ihm zusammen zu sein. Insbesondere hat er im Gegensatz zu anderen Studenten mich nicht angemacht.
Wenn ich etwas auf dem Herzen hatte, konnte ich zu Rashid gehen und er half mir oder hörte einfach nur zu.

Und nun hatte ich Rana die mir zuhörte und mich einfach nur in den Arm nahm, wenn ich es brauchte. Die immer gleiche Routine half mir abzuschalten und meinen Kopf frei zu bekommen. Ich konnte, auch mit Ranas Hilfe endlich richtig trauern. Etwas was ich während des Studiums bewusst nicht zugelassen hatte. Aber ich hatte gespürt, dass ich den Tod noch nicht verarbeitet hatte. Dies musste ich tun um wieder nach vorn sehen zu können. In der Zeit nach der Abgabe der Arbeit, gelang es mir zu trauern und Rana stand mir immer zur Seite. Es hat sich in dieser Zeit eine ganz besondere Beziehung entwickelt. Sie ist schwer zu beschreiben. Sie war mir Mutter und beste Freundin zugleich.

Endlich kam die erlösende Nachricht über die Note der Masterarbeit. Ich war total erstaunt, da ich nie mit dieser Supernote gerechnet hatte. Die mündliche Prüfung war auch bereits terminiert. Ich hatte noch 2 Wochen Zeit um mich darauf vorzubereiten. Ich setzte mich also wieder an den Schreibtisch um alles nochmal durchzugehen und vor allem auch meine Arbeit intensiv zu studieren. Dies waren nochmal 2 stressige Wochen.

Der Termin zur Prüfung rückte immer näher und ich wurde immer nervöser. Rana beruhigte mich in dem sie auf meine Note in der schriftlichen Arbeit verwies. Sie ließ mich mit allen Tätigkeiten die wir in den letzten Wochen gemeinsam erledigt hatten vollständig in Ruhe.

Endlich war es soweit. Der Termin stand vor der Tür. Am nächsten Morgen um 11:00 sollte die mündliche Prüfung stattfinden. Ich hatte mich in den letzten Tagen so sehr auf die Vorbereitung konzentriert, das mir gar nicht bewusst wurde, dass ich vollständig verschleiert war. Ich hatte mich inzwischen daran gewöhnt. Nur kann ich so nicht zur mündlichen Prüfung erscheinen. Aber was sollte ich tun. Mir wurde heiß und kalt als ich darüber nachdachte. Wie komme ich an passende Kleidung für die Prüfung. Mir lief die Zeit davon.
Während ich im Zimmer auf und ab lief und nach einer Lösung suchte, klopfte es und Rana kam herein. Über Ihrem Arm lag Kleidung, meine Kleidung. Ich war total verwirrt.
“Ich habe Rashid gebeten aus deiner Wohnung Kleidung für deine Prüfung zu holen. Ich denke die passt besser zu einer mündlichen Prüfung als die die du jetzt trägst.”
“Aber ich verstehe nicht?”
“Du solltest dich jetzt ausruhen und auf morgen vorbereiten. Wenn du morgen die Prüfung hinter dir hast können wir miteinander reden.”
“OK.”
“Also dann bis später”

Ich war immer noch verwirrt. Was hatte das denn nun zu bedeuten? Rana hatte Recht, im Moment steht die mündliche Prüfung im Vordergrund. Die Kleidung die sie mir gebracht hat, hätte ich mir auch ausgesucht. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Rashid die ausgesucht hat. Entweder war Rana mitgefahren oder Rashid hatten den Auftrag alles zu holen was er finden konnte.

Ich versuchte mich wieder auf die Prüfung zu konzentrieren und mit einiger Mühe gelang es mir auch. Die Nacht habe ich nicht besonders gut geschlafen und so kam es, dass Rana um 08:00 in mein Zimmer kam und mich weckte.
“Guten Morgen meine Schlafmütze, es ist 8:00 Zeit auf zu stehen und dich für deinen großen Tag fertig zu machen.”
“Wie spät ist es.”
“8:00”
“Warum hast du mich denn nicht zum Frühgebet geweckt?”
“Du hast so schlecht geschlafen, dass ich es für das beste hielt dich ausschlafen zu lassen damit du zu deiner Prüfung ausgeruht bist. Die Gebete kannst du nachholen. Also alles in bester Ordnung.”
“Danke.”
“Du gehst jetzt unter die Dusche, ich lege dir die Kleidung bereit und dann kommst du zum Frühstücken.”
“Ich danke dir. Du bist echt gut zu mir.”
“Also los damit du fertig wirst.”
Ich war verwirrt, aber hatte keine Zeit mich damit zu beschäftigen. Nach der Dusche zog ich das erste Mal wieder meine alten Sachen an. Eine Cremefarbene Bluse, und ein weinrotes Kostüm. Strumpfhose und Pumps mit 5cm Absatz. Als ich mich im Spiegel betrachtete hatte ich ein seltsames Gefühl, ich konnte es aber nicht einordnen und war auch viel zu aufgeregt. Nach dem schnellen Frühstück hat mich Rashid zur Uni gefahren. Es war das erste Mal seit seine Eltern vor 5 Monaten nach Deutschland kamen, das wir das erste Mal allein waren und hätten sprechen können. Ich war allerdings so sehr in mich versunken und ging meine Masterarbeit nochmals durch, das kein Gespräch zu Stande kam.

Nach schier endlosem Warten kam ich an die Reihe. Nach den ersten Fragen als ich noch etwas aufgeregt war lief alles wie am Schnürchen. Nach einer halben Stunde war auch schon alles vorbei und meine beiden Prüfer gratulierten mir zum Master. Nach der Erleichterung kam die Euphorie es geschafft zu haben.
Als ich Rashid sah bin ich zum ihm gelaufen und bin in seine Arme regelrecht gesprungen.
“Ich habe es geschafft. Die mündliche Prüfung ist durch.”
“Das müssen wir feiern.”
“Lass uns erst nach Haus fahren. Ich möchte das deine Mutter auch erfährt, dass ich bestanden habe. Feiern können wir immer noch.”
“Ok.” kam es etwas enttäuscht zurück.
Ich hatte aber meine Gründe warum ich so schnell wie möglich zurückwollte. Ich wollte wissen, was Rana mit mir zu reden hat. Nach kurzer Zeit waren wir zurück, aber von Rana war nichts zu sehen. Also bin ich in mein Zimmer und habe mich umgezogen. Nachdem ich fertig umgezogen war, habe ich die Gebete nachgeholt und als ich fertig war und meinen Gebetsteppich wieder einrollen wollte bemerkte ich, dass Rana inzwischen in meinem Zimmer stand.
“Herzlichen Glückwunsch mein Schatz, ich bin stolz auf dich”
“Danke.”
“Ich denke wir sollten jetzt miteinander reden.”
“Ok”
Wir gingen in das Wohnzimmer und setzten uns. Rana schenkte uns Tee ein und fing an.
“Ich möchte das du mir zuhörst. Wir können anschließend darüber sprechen. Ist das in Ordnung.”
“Ja gern”
Ich war nun wirklich gespannt was kommt.
“Ich weiß, dass du keine Muslima bist. Ich weiß auch, dass ihr beide uns dies alles vorgespielt habt.”
Mir blieb der Mund offenstehen. Es war alles verloren.”
“Ich wusste das schon als ich mir Rashid gesprochen habe als wir hier in Deutschland ankamen. Ich kenne Rashid lange genug um zu wissen, wann etwas nicht stimmt. Im Gegensatz zu seinem Bruder ist Rashid eine ehrliche Haut. Immer wenn er für seinen Bruder flunkern musste, wurde er unsicher und fing manchmal an zu stottern. Als er mir von dir erzählt hat, nachdem wir hier ankamen, habe ich sofort gemerkt, dass es unsicher war. Er hat zwar das stottern im Griff, aber er war unsicher. Und das war nicht zu übersehen. Das konnte nur bedeuten, dass ihr euch sehr gern habt. Eine Mutter spürt das. Als Mohammed mir erzählt hat, dass er eine weibliche Stimme im Hintergrund gehört hat, und dass es sich dabei um eine fromme Muslima und Tutorin von Rashid handeln sollte, wurde ich sofort misstrauisch. In dem Studienzweig eine fromme Muslima, die sich auch noch verschleiert als Tutorin, da konnte irgendetwas nicht stimmen. Da Mohammed sich in Deutschland behandeln lassen wollte, habe ich ihm gesagt, dass er Rashid sagen soll, dass wir dich kennenlernen wollen. Ich wollte einfach sehen wie er reagiert. Als ihr beide in unser Hotel kamt, zweifelte ich anfänglich an meiner Einschätzung. Ich habe mich dann kurzfristig dazu entschlossen dich im Hotel zu behalten um dir auf den Zahn zu fühlen. Ich wollte wissen wie du reagierst. Als du mir deine Geschichte erzählt hast, war ich mir nicht sicher ob und inwieweit die Geschichte stimmt. Das deine Eltern verstorben waren, habe ich abgenommen, denn wie du die Geschichte erzählt hast, musste das der Wahrheit entsprechen.
Ich wollte dir weiter auf den Zahn fühlen um zu sehen. Ich muss sagen du hast dich sehr gut vorbereitet. Mit der Zeit wurde ich mir unsicher, ob die Geschichte nicht doch stimmt. Als der Umzug in das Haus anstand, habe ich nochmal mit Rashid gesprochen. Nachdem ich mehrmals nachgebohrt habe, hat er mir alles erzählt. Auch das er dich liebt und ihr dies nur gemacht habt, damit Rashids Vater ihm nicht den Geldhahn zudreht und ihr auseinandergerissen werdet.
Selbst wenn Mohammed davon erfahren hätte, hätte ich es nie zugelassen, dass er Rashid den Geldhahn zudreht. Rashid ist ein herzensguter Mensch, der immer versucht alles richtig zu machen. Und in unsrer Gesellschaft ist es nun mal nicht erlaubt sich vor der Hochzeit mit einer Frau zu treffen, die nicht der eigenen Familie angehört. Mir war sofort klar, als Rashid den Studienplatz in Deutschland erhalten hatte, das es hier anders ist. Er hat mir aber versichert, dass nichts zwischen euch vorgefallen ist. Stimmt das”
“Ja. Ich habe Rashid kennengelernt als er nach einem Tutor gefragt hat. Er hat mich erst abgelehnt, aber da kein anderer Tutor Zeit hatte, musste er mich akzeptieren, wenn er den Stoff aufbereiten wollte. Mir war bewusst, dass er sich unwohl fühlte, also habe ich von Anfang an mich ausschließlich auf den Unterricht konzentriert. Ich habe nicht versucht ihn zu verführen oder ähnliches. Mit der Zeit gewann er Vertrauen. Wir hatten die ganze Zeit uns ausschließlich in der Uni gesehen und dort gelernt. Eines Tages, als der Raum den wir nutzten besetzt war und wir auch keinen anderen fanden, hat er vorgeschlagen zu ihm zu gehen und dort zu lernen, was wir auch getan haben. Nach dieser Stunde war es das erste Mal, dass wir uns über etwas anderes unterhalten haben als den Unterrichtsstoff. Von da an haben wir häufiger bei ihm gelernt und auch nach dem Unterricht und unterhalten. Es ist in der ganzen Zeit nie zu einer Annäherung weder von Rashid noch von mir gekommen. Anfang des Jahres habe ich dann meinen Mut zusammengenommen und ihm gestanden, dass ich mich in ihn verliebt hatte. Auch er hat mir gestanden, dass er sich in mich verliebt hat. Wir haben aber auch vereinbart, dass wir uns erst näherkommen, wenn wir verheiratet wären. Bis dahin wollten wir so nah als möglich zusammen sein, aber auch so viel Abstand halten als nötig um den Gepflogenheiten in seinem Heimatland Genüge zu tun.”
“Das gleich hat mir Rashid auch erzählt und ich glaube euch. Ich weiß das ihr euch liebt und ich wollte dich näher kennenlernen. Ich wollte wissen, wen Rashid sich ausgesucht hat. Außerdem dachte ich mir kann ein bisschen Strafe nicht schaden, wenn ihr schon versucht uns so zu täuschen.
In den letzten Monaten habe ich dich sehr liebgewonnen. Ich habe erlebt wie sehr dich der Tod deiner Eltern und deiner Schwester getroffen hat. Ich wünsche mir nichts sehnlicher als für dich da zu sein. Ich weiß das du keine Muslima bist, aber das ist auch nicht wichtig. Du bist eine wunderbare Rose und ich freue mich, dass Rashid eine solch tolle Frau kennengelernt hat. Mir war klar, dass es für dich nicht möglich sein würde verschleiert die mündliche Prüfung abzulegen. Ich habe daher Rashid in deine Wohnung geschickt und ihn gebeten deine Kleidung zu holen. Ich habe dir dann das ausgesucht was du vorhin getragen hast. Ich hatte mir vorgestellt wie du darin aussehen würdest und muss sagen, dass du noch schöner ausgesehen hast, als ich es mir vorgestellt hatte.”
Als ich diese Worte hörte, konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Rana hatte es die ganze Zeit gewusst und mich trotzdem mit Respekt behandelt. Sie hat mir sehr geholfen.
“Du brauchst doch nicht weinen mein Schatz.”
“Ich weine vor Freude. Ich danke dir für diese wunderbaren Worte.”
“Du hast so schön ausgesehen vorhin, aber wieso hast du dich wieder umgezogen. Du brauchst mir nichts mehr vorspielen.”
“Auch ich habe dich liebgewonnen wie eine Mutter und beste Freundin.”
“Wenn du möchtest wäre ich gern deine Mutter. Das wäre ein wunderbares Geschenk”
“Danke Mama. Ich liebe dich. Du hast mir in den letzten Monaten so viel Liebe gegeben, wie ich sie schon lange nicht mehr erlebt habe. Ich möchte so werden wie du. Ich weiß, dass das nicht einfach ist, aber du bist mein Vorbild. Und ich möchte dir etwas zurückgeben und dich glücklich machen. Ich möchte das sein, was ich anfangs gespielt habe. Ich möchte die fromme Muslima sein, für die ich mich ausgegeben habe.”
“Wirklich.?”
“Ja.”
“Weißt du wie glücklich du mich machst. Ich liebe dich meine Tochter. Und ich bin überglücklich, dass du dich entschieden hast in Purdah zu leben. Wir haben ein großes Haus in Saudi-Arabien, groß genug für 2 Familien. Dann wären wir für immer zusammen. Das wäre wunderbar. Als erstes ist es jetzt aber notwendig, dass du das Glaubensbekenntnis ablegst. ”

Gesagt getan, kurze Zeit später hat sie mir das Bekenntnis vorgesagt und ich habe es nachgesprochen. Danach hat Rana mich fest in die Arme geschlossen.

“Meine wunderschöne Tochter. Wir sollten mit der Heirat nicht mehr all zulange warten. Ich möchte gern Enkel.”

Wir mussten beide Lachen.


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