Die Überraschung – Teil 5

Die Überraschung – Teil 5

by MR

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Teil 4

 

Melanie und Anna

“Anna, deine Kleidung ist gekommen. Möchtest du dir die Sachen schon mal ansehen oder warten bis die Zeit beginnt”

“Ich kommen. Einen Moment noch”

Es wird Ernst. Es bleibt mir nichts anderes übrig, die Wette durchzuziehen, wenn ich nicht überall als Feigling verschrien sein möchte, als jemand der leichtfertig wettet, aber die Konsequenzen nicht tragen will. Ich habe mir die letzten Wochen den Kopf zerbrochen, aber mir ist kein Ausweg eingefallen.

Als ich das Zimmer von Melanie betrat hatte Sie die Pakete alle schon ausgepackt und die Kleidung auf dem Bett und dem Sofa verteilt. Alles schwarz und irgendwie unförmig. Ich konnte nicht erkennen was was ist.

“Und wie gefallen dir deine neuen Sachen” konnte ich mir eine kleine Spitze nicht verkneifen.

Melanie ist manchmal echt bösartig.  Was sollte ich dazu sagen.

“Ausgezeichnet, wunderbar, ich kann es kaum erwarten die Sachen zu tragen.” erwiderte ich ironisch.

“Wenn du möchtest, kannst du die Sachen schon mal anprobieren.”

“Nein Danke. Am 1. ist früh genug. Ich brauch das nicht früher” Solange ich diese Kleidung vermeiden kann, werde ich das auch tun.

“OK. Dann lege ich die Kleidung bei mir in den Schrank und wir starten am 1.”

Die Kleidung graust mich. Wie soll ich nur 4 Monate damit aushalten. Wieso bin ich auch immer so blöd und falle auf solche fiesen Tricks rein. Soraya hatte das früher auch drauf, wenn sie etwas erreichen wollte, was ich nicht wollte. Und Melanie ist vielleicht sogar noch schlimmer. Aber eigentlich bin ich selber schuld. Ich hätte mich nicht darauf einlassen müssen.

 

Melanie

Ich konnte genau sehen wie Anna blass wurde, als sie die Kleidung sah. Ich freue mich schon darauf sie unter Kontrolle zu halten. Soweit so gut. Jetzt muss ich überlegen wie es mir gelingen kann meinen Teil aus der Wette nicht einlösen zu müssen, aber ich habe schon eine Idee. Aber alles zu seiner Zeit.

 

Soraya und Katie

“Guten Morgen Katie, wie geht es dir, wie hast du geschlafen?”

“Es geht mir besser. Geschlafen habe ich ganz gut.”

“In kürze kommt meine Familie. Die möchten dich unbedingt kennenlernen. Sultan ist bereits unterwegs um mit deinem Anwalt und nochmal mit unserem Nachbarn zu sprechen. Ich hoffe er wird erfolgreich sein.”

“Das hoffe ich auch. Ich weiß gar nicht wie ich euch für eure Hilfe danken soll”

“Das ist nicht notwendig. Du bist meine Freundin, für die würde ich alles tun. Und Sultan als mein Mann ebenfalls.”

“Ich danke dir und Sultan. Und jetzt bin ich auf deine Familie gespannt.”

“Na dann komm. Ich denke die müssten jeden Moment ankommen.”

 

Sorayas Familie

“Hallo Mama, hallo Safiya, hallo Aisha, dies ist Katie meine Freundin aus den Staaten, Katie dies ist meine Mutter, dies ist Safiya meine ältere Schwester und dies ist Aisha meine jüngere Schwester.”

Ich frage mich wie sie die drei auseinander hält. Alle identisch in Schwarz gekleidet.

“Soraya hat mir erzählt, dass dich der Nachbar angezeigt hat. Es tut mir leid für dich dies durchzumachen. Wenn wir dir helfen können, dann musst du nur sagen was wir tun können.” sprach Sorayas Mutter Katie direkt an.

“Vielen Dank, Soraya und Sultan helfen mir bereits wo sie können. Es war mein Fehler. Ich hätte mich vorher informieren sollen um dieser bösen Überraschung aus dem Wege zu gehen.”

“Es war bestimmt Allahs Wille, dass es so geschehen ist.” ließ sich Safiya hören.

“Safiya, also bitte sei freundlicher zu Sorayas Freundin. Du weißt, dass es für Soraya nicht einfach ist sich hier einzufinden und sie jede Unterstützung braucht. Und nach allem was Soraya mir über Katie erzählt hat, ist sie eine sehr gute Freundin.”

“Entschuldige Katie, das war nicht so gemeint. Es tut mir leid, wenn ich dich gekränkt habe. Es ist nur so, dass ich leider keine Freundin wie dich habe. Es war mir leider nicht vergönnt. Vielleicht könntest du ja auch meine Freundin werden.”

“Meine bitte auch” ließ sich Aisha hören.

“Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Und ja ich möchte gern deine Freundin sein und auch deine Aisha.”

Nach einer angeregten Unterhaltung verließen Sorayas Mutter und ihre Töchter Sultans Haus und ließen Soraya und Katie allein.

“Du hast eine nette Familie. Ich kann mir jetzt besser vorstellen, warum du dich so entschieden hast. Obwohl ich mich wahrscheinlich anders entschieden hätte.”

“Das muss jeder für sich entscheiden. Für mich war es wichtig meine Familie zu schützen, auch wenn ich dadurch in ein ungewohntes und eingeschränktes Leben hineingeworfen wurde. Es ist nicht immer einfach, aber ich gewöhne mich langsam daran. Ändern kann ich sowieso nichts.”

“Du bist eine starke Frau und ich bin mir sicher, dass du alle Hürden meistern wirst.”

In dem Moment kam Sultan in den Raum. Wir warteten gespannt auf das was er zu berichten hat.

“Ich kann nicht einschätzen ob es eine gute oder schlechte Nachricht ist. Ich hatte heute zusammen mit deinem Anwalt einen Termin beim Staatsanwalt. Wir haben ihn nochmals auf die heikle diplomatische Situation hingewiesen und auch darauf, dass das Vergehen aus Unwissenheit begangen wurde. Das hat den Staatsanwalt allerdings nicht im Geringsten beeindruckt. Er sieht nur die Möglichkeit, dass wir uns mit dem Nachbarn einigen und dieser die Anzeige zurückzieht. Sofern dieser die Anzeige nicht zurückzieht, wird der Staatsanwalt die Anklage mit voller Härte durchziehen. Und das Argument, das du dieses Verbot nicht kanntest, lässt er nicht gelten, da du bei uns wohnst und wir dich darauf hätten hinweisen können bzw. du hättest fragen können. ”

Ich merkte wie bei Katie die Unruhe stieg. Das waren wahrlich keine guten Nachrichten. Nach Sultans Berichten, urteilen die Richter in den seltensten Fällen unterhalb der vom Staatsanwalt geforderten Strafe.

“Anschließend waren dein Anwalt und ich noch bei eurem Nachbarn und haben mit ihm nochmals gesprochen. Zuerst war er vollkommen unzugänglich und hat alles abgeblockt. Schließlich hat er aber doch einen Vorschlag gemacht, den ich dir nun unterbreite.”

Ich merkte wie schwer es ihm fiel diesen Vorschlag zu machen. Das konnte nichts Gutes bedeuten.

” Als Wiedergutmachung möchte er, dass Katie seine Frau wird. Nur unter dieser Bedingung ist er dann bereit seine Anzeige auch zurück zu ziehen.  Die Rücknahme erfolgt erst nach der Heirat und nicht vorher.”

Dieser Vorschlag war für Katie wie ein KO Schlag. Sie saß neben mir und war fassungslos. Sie war am überlegen, was schlimmer für sie war. Die Verurteilung oder die Alternative. Ich nahm Katie in die Arme um sie zu trösten.

 

Katie

Ich hatte auf eine positive Nachricht gehofft, aber diese Nachricht war schlimmer als ich befürchtet hatte. Es ist wie ein schwarzes Loch. Welche Wahl habe ich: entweder 5 Jahre Gefängnis oder 150 Stockhiebe oder, um dieser Strafe zu entgehen eine Ehe mit dem Nachbarn von Soraya und Sultan. Lebenslang. Keine schönen Aussichten. Mein Kopf war leer, ich konnte nicht mehr klar denken und dann wurde alles schwarz.

 

Soraya

Ich merkte Katie an, dass es in ihr arbeitete, aber das gesagte wollte ihr noch nicht richtig Bewusst werden. Langsam erreichten die Worte ihr Bewusstsein. Ich merkte wie sie immer unruhiger wurde. Ihre Augen flackerten und mit einem Mal sackte sie in sich zusammen. Sie war bewusstlos geworden.

 

Melanie

Endlich war der Tag da, an dem Anna mit ihrem Leben in Purdah beginnen sollte. In der Nacht vorher konnte ich vor Aufregung schlecht schlafen. Trotzdem war ich, als morgens der Wecker für das Frühgebet klingelte sofort hellwach. Ich ging rüber in Annas Zimmer und weckte sie, was sie mit einem Fluch beantwortete. Nach einigen Hin und Her ist sie dann tatsächlich aufgestanden. Sie sah ziemlich fertig aus. Das Bevorstehende hatte sie wohl auch mitgenommen.

“So Schlafmütze, dann wollen wir mal. Komm mit, damit wir dich vor dem Gebet noch ordentlich einkleiden können.”

Anna brummte sich etwas in den Bart und folgte mir unwillig aber doch ohne Ärger zu machen. Nachdem Anna sich kurz gewaschen hatte kam sie in mein Zimmer und besah sich die Kleidung, die ich ihr bereitgelegt hatte.

“Dies wird deine Kleidung für die nächsten vier Monate sein.” oder auch länger, vielleicht auch für immer, dachte ich bei mir.

“Muss das sein” kam ein letzter zaghafter Versuch.

“Ja Wettschulden sind Ehrenschulden, oder möchtest du, das alle sehen, das du gekniffen hast, deinen Wetteinsatz einzulösen?”

“Nein. Also fangen wir an.”

 

Anna

Jetzt begann der Ernst. Es gab für mich kein Zurück mehr. Entweder ich ziehe das durch, oder ich bin vollkommen blamiert. Sind ja nur 4 Monate. Die halte ich sicher locker durch und dann ist Melanie dran. Da freue ich mich schon darauf, sie 2 Jahre als French Maid in einem knappen Kostüm zu sehen.

“Du musst dich ganz ausziehen. Also auch den Slip.”

Melanie gab mir stattdessen einen Schlüpfer in Schwarz, wie überhaupt alles schwarz war, den, wenn überhaupt, meine Großmutter oder vermutlich eher Urgroßmutter getragen hätte. Der Schlüpfer reichte mir bis unter die Knie und wurde in der Taillie gebunden. Als nächstes reichte Melanie mir Strümpfe, die bis zum Schlüpfer reichten. Natürlich Schwarz und Blickdicht. Weiter ging es mit einem Unterhemd mit langen Ärmeln. Das Unterhemd reichte mir bis unter den Po. Mir war jetzt schon warm, wie sollte das erst werden, wenn ich alles trug. Als nächstes kam ein Kopftuch. Weiter ging es mit einem Rock und einem Oberteil, welches auch meinen Kopf bedeckt. Als mit Melanie den Niqab anlegte, wurde es dunkel. Im ersten Moment konnte ich nichts sehen. Kurz darauf schlug sie 2 Lagen nach hinten und ich konnte wieder sehen. Allerdings war mein Sichtfeld deutlich eingeschränkt.

“Muss das sein? Im Haus sieht mich doch niemand?”

“Ja. Eine Muslima, die in Purdah lebt, ist auch im Haus vollständig verschleiert. Allenfalls darf sie die beiden äußeren Lagen des Niqab zurückschlagen, wenn sie allein ist und der Ehemann oder Vater dies erlaubt. Und da du zugestimmt hast für 4 Monate in Purdah zu leben, gehört dies nun dazu.”

Anschließend kamen noch die Handschuhe und ein Khimar. Mir wurde richtig heiß.

“Du bist korrekt eingekleidet. Zumindest in der Weise wie ich es damals war und wie es zur Zeit wahrscheinlich auch Soraya ist. Natürlich gibt es auch Ehemänner, die Ihre Frauen noch weiter einschränken, vielleicht finden wir ja einen für dich”

“Das ist nicht dein Ernst.” fragte ich im ersten Moment erschrocken zurück. Als ich darüber nachdachte musste ich lachen. Das würde nie etwas werden, da ich mich niemals in eine solche Situation bringen lassen würde. Nach 4 Monaten ist dieser Spuk vorbei.

“Nein war ein Scherz. Jetzt wird aber gebetet und anschließend hast du bis zum nächsten Gebet Zeit für das Koranstudium. Ich habe dir eine deutsche Übersetzung besorgt. Das wird für die nächsten 4 Monate deine einzige Lektüre sein. Es wird auch kein Fernsehen und auch kein Internet geben. Du wirst jeden Tag 5 mal beten, die Hausarbeit verrichten, und wenn du dann Zeit hast wirst du den Koran lesen. Nach dem Abendgebet ist Bettruhe. Die wirst du auch benötigen, wenn du den Tag hinter dir hast.”

Das klang nicht sehr verlockend. Aber gut da muss ich nun durch.

 

Katie und Soraya

Nach einiger Zeit kam Katie wieder zu sich. Es war eine beschissene Situation für Sie, um es mal ganz deutlich zu sagen. Was sollte Sie tun. Ich selbst wüsste es nicht mal. Ich kann nur versuchen für Sie da zu sein, wenn Sie mich braucht.

“Katie, wie geht es dir? Du warst bewusstlos.”

“Naja wie soll es mir schon gehen. Ich habe die Wahl zwischen Pest und Cholera.”

“Ich weiß. Es tut mir echt leid. Wenn ich könnte würde ich mir dir tauschen und das auf mich nehmen.”

“Naja, dann würde ich ja verschleiert leben. ”

“Das stimmt allerdings. ” Wir mussten beide lachen.

“Wie ist das eigentlich so verschleiert zu sein? Vielleicht sollte ich es mal ausprobieren bevor ich mich entscheide?

“Es ist warm, dein Sichtfeld ist eingeschränkt und du hast nicht die Freiheiten, die du bisher hattest. Für dich also definitiv eine gravierende Einschränkung. Aber wenn du möchtest, kannst du es einige Tage ausprobieren, dann kannst du das besser beurteilen.”

“Ich weiß das sich mein Leben vollständig verändern würde, aber der Gedanke an die Stockhiebe und das Gefängnis sind auch nicht sehr angenehm.”

“Ich danke dir.”

“Ich tue alles was ich kann, um dir zu helfen.”

Nachdem Katie sich etwas beruhigt hatte und nun klar war welche Entscheidung sie zu treffen hat, stellte Sultan klar, dass ich wieder zur Koranschule zu gehen habe. Es hatte sich nichts geändert in den paar Tagen, in denen ich die Schule nicht besucht hatte.

Die Zeit floss für Soraya nur langsam dahin. Ständig musste sie an Katie denken und konnte sich nicht auf den Unterricht konzentrieren. Gegen Ende des Tages kamen … auf sie zu und fragten was mir ihr los war. Soraya erzählte Ihnen dann die ganze Geschichte und vor welche Wahl Katie gestellt ist.

“Das tut mir leid für Katie”

“Ja und ich fühle mich dafür verantwortlich, weil ich sie eingeladen habe.”

“Rede dir das bitte nicht ein. Katie ist für ihr Leben selbst verantwortlich. Angesichts der Lebensumstände hätte sie besser vorher nach den Verboten gefragt.”

“Das ist schon richtig, aber trotzdem mache ich mir Vorwürfe.”

“Ich bin mir ziemlich sicher, dass das alles wieder ins Lot kommt. Vielleicht heiratet Katie ja euren Nachbarn und wird eine glückliche und zufriedene Muslima wie du.”

Noor mal wieder. Meint doch tatsächlich, nur weil ich diese Kleidung trage und regelmäßig die Koranschule besuche, bin ich eine glückliche und zufriedene Muslima. Wenn ich könnte würde ich sofort wieder zurück nach Deutschland und mein früheres Leben leben.

 

Anna und Melanie

„Es wird Zeit.“

„Wofür?“

„Für den Besuch der Moschee. Dies gehört zu dem Leben als fromme Muslima hinzu. Ich werde dich begleiten. Da wir gleich das Haus verlassen, ist es notwendig das du einen Knebel trägst. Ich musste das früher auch, und da du dieses Leben kennenlernen sollst, ist es halt notwendig.”

Das wird ja immer schlimmer. Der Gedanke so verschleiert das Haus zu verlassen, jagte mir einen riesigen Schreck ein. Ich versuchte alles um dies zu umgehen, aber Melanie blieb hart. Und dann auch noch einen Knebel. Es wurde immer schlimmer. Ich bin so blöd, hätte ich mich doch nie auf diese verdammte Wette eingelassen.

Nachdem Melanie mit sichtlicher Freude Anna den Knebel umgebunden hatte, gingen beide in die Moschee. Für Anna war alles vollkommen neu. Die Frauen hatten in der Moschee eine eigene Abteilung, getrennt von den Männern. Zusammen mit ihr waren noch zwei weitere verschleierte sowie mehrere unverschleierte Frauen anwesend. Da sie nicht wusste was sie tun sollte, schaute sie sich alles bei Melanie ab.

Endlich war der Gottesdienst beendet und sie verließen die Moschee. Statt direkt nach Hause zu gehen, ging Melanie auf einen Mann zu, der eben mit den beiden anderen verschleierten Frauen die Moschee verlassen hatte.

“Salam Aleikum Ahmet”

“Aleikum Salam Melanie, wie geht es dir”

“Mir geht’s gut und dir?”

“Mir auch. Ist das Anna?” fragte er und zeigte mit dem Finger auf Anna

“Ja, das ist Anna. Es ist für Sie alles noch ziemlich neu, aber ich denke sie wird sich in nächster Zeit daran gewöhnen.”

“Das versteht sich von selbst. Wenn sie erst einmal einige Zeit so gelebt hat, wird sie nichts anderes mehr wünschen. Meine beiden Frauen werden sie in allem unterrichten, was für eine fromme Muslime notwendig ist. Sie freuen sich schon auf Anna.”

Was soll das denn jetzt. Darüber hatten wir nicht gesprochen. Ich wollte dagegen protestieren, aber durch den Knebel kamen nur unverständliche Worte.

” Ich glaube Anna ist auch einverstanden, dass sie in der nächsten Zeit bei euch wohnt.”

“Ja hört sich ganz so an. Also meine Damen auf geht es. Anna es ist üblich, dass die Frauen hinten sitzen, also steig bitte hinten ein.”

Anna versuchte sich noch zu wehren aber durch die Kleidung war sie in ihren Bewegungen eingeschränkt und ehe sie sich versah, saß sie zwischen Ahmets Frauen im Auto. Bevor Ahmet losfuhr, kam eine behandschuhte Hand hervor und schrieb ein paar Worte auf einen Zettel.

“Wir sind für dich da.” Stand auf dem Zettel geschrieben. Waren die beiden Frauen auch geknebelt wie sie?

Nach einer kurzen Fahrt kamen sie zu einem recht großen Haus. Achmet öffnete für die Frauen die Türen. Nachdem Sie das Haus betreten hatten, gingen die beiden Frauen mit Anna in den Wohnbereich für Frauen. Nachdem die Türen geschlossen waren, nahmen die Frauen den Knebel ab und auch Anna wurde von ihrem Knebel befreit.

“Ich heiße Salima und dies ist Kadija. Ich bin die erste und Kadija ist die 2. Frau von Achmet. Wir sollen dir zeigen wie es sich als Muslima in Purdah lebt. Wir stehen morgens zum Frühgebet auf und gehen am Abend nach dem Nachtgebet ins Bett und zwar immer vollständig verschleiert, also auch nachts. Tagsüber tragen wir mit Ausnahme der Gebete und der Mahlzeiten immer einen Knebel. Für eine fromme Muslima ist es absolut notwendig sich zu verschleiern und auch die Stimme sollte nicht zu hören sein. Wir haben hier einen Notizblock und einen Stift für dich mit dem du dich verständigen kannst. In den Zeiten, in denen wir weder beten noch die Hausarbeit erledigen lesen wir im Koran. Fernsehen oder Computer haben wir nicht. Dies sind nur unnütze Abwechslungen.

Das Beste wird sein, das du dich nach dem richtest was wir tun, dann wirst du sehr schnell lernen. Und nun ist es an der Zeit für das Gebet. Anschließend werden wir die Knebel wieder umschnallen und im Koran lesen. Nach dem Abendgebet gehen wir zur Ruhe. Wir schlafen verschleiert. Nur zu deiner Info. Morgen früh wird erst das Frühgebet erledigt. Erst anschließend wird geduscht. Frische Sachen für den Tag findest du im Schrank. Dafür hast du 30 Minuten Zeit. Bis zum nächsten Gebet lesen wir wieder im Koran. Nach dem Gebet machen wir erst das Frühstück für Ahmet fertig und nachdem Ahmet gegessen hat frühstücken wir. Anschließend steht die Hausarbeit auf dem Plan. Waschen, putzen, bügeln, Vorbereiten des Mittagessen etc. Sofern wir vor dem Mittagsgebet fertig sind, verbringen wir die restliche Zeit mit dem Lesen des Koran. Nach dem Mittagsgebet ist erst Ahmet mit dem Mittagessen dran, anschließen essen wir und erledigen die restliche Hausarbeit. Anschließend lesen wir wieder im Koran. Nach dem Abendgebet und dem Abendessen, wie immer zuerst Ahmet und anschließend wir erledigen wir die restliche Küchenarbeit und lesen danach wieder im Koran.

Das ist unser Tagesablauf. Du wirst dich in kurzer Zeit daran gewöhnen. Da bin ich mir sicher. ”

Nach allem was Salima mir erzählt hat, werden die nächsten 4 Monate der absolute Horror. Worauf habe ich mich da nur eingelassen. Aber abgerechnet wird zum Schluß. Wenn ich hier durch bin, dann wird Melanie das büßen.

Teil 6


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