Die Überraschung: Teil 5 (Vulcan)

Dies ist eine freie Fortsetzung, des Originals „Die Überraschung“ von MR, in Deutsch, sollte jemand dadurch sich in irgend einer Weise in seinen Rechten beeinträchtigt sehen, werde ich es sofort löschen. Jeder ist frei Veränderungen am Text auszuführen, nicht aber inhaltliche Veränderungen, die andere beleidigen oder verletzen könnten.

Vulcan e-mail: itterkarree@gmail.com

 

Die Überraschung: Teil 5

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Teil 4

 

Katie

Je mehr ich darüber nachdenke, was ich in der letzten Zeit erlebt habe, desto mehr fühle ich mich wie in einem schlechten Film. Meine Chatfreundin Melanie heißt jetzt Soraya und führt das Leben einer total verschleierten Araberin. Und sie ist mit ihren 20 Jahren verheiratet und schwanger.

Wie geht es mir: zu Hause wartet ein Studienplatz auf mich und ein Professor, der mich zum Sex erpressen will und eine komplett zerrüttete Familie. Und so sitze ich hier in einem fremdartigen arabischen Land fest, dass mich aufgrund der Tatsache, dass ich mich auf dem Dach im Bikini gesonnt habe, mich auspeitschen oder einkerkern oder beides will.

Wie auch immer heute erwarten Soraya und ich Besuch von ihrer leiblichen Mutter Fatima und ihren Schwestern. Soraya bat mich, mich zu verschleiern, da wohl noch jemand Fremder dabei sein würde.

Bald trafen Sorayas Vater Mahmood und ein fremder lang bärtiger Mann in traditioneller Kleidung ein, in ihrem Gefolge drei schwarz verhüllte Gestalten. Soraya wurde von ihrem Vater herzlich begrüßt.

Daraufhin zogen wir Frauen uns in die Frauengemächer zurück.

Dort begrüßten wir uns herzlich und machten es uns bequem. Natürlich wurde Soraya erst mit Fragen über ihre Schwangerschaft bestürmt. Doch nachdem der Tee serviert wurde, wandte sich Sorayas Mutter Fatima mir zu: „Mein liebes Kind wir sind zutiefst bestürzt, wie du in unserm Land  behandelt wirst. Der fremde Mann in unserer Begleitung ist ein hoch angesehener Geistlicher und Schariarichter und ist auch der Onkel des Mannes, der dich angezeigt hat. Sultan, Mahmood  und der Imam wollen beraten, wie sie dir aus diesem Malheur heraus helfen können.“

„Sollten meine Gebete erhört worden sein, gibt es doch noch Hoffnung für Katie?“ frug Soraya mit zitternder Stimme. Fatima sprach: „Die Angelegenheit ist ernster als ihr denkt. Katie durfte als Ungläubige nur mit Ausnahmeerlaubnis nach Mekka und es gibt Menschen, die unseren Familien nicht wohlgesonnen sind und uns damit schaden wollen. Die Gefängnisse hier sind für Frauen die Hölle, da die Frauen der Willkür des Gefängnispersonals schutzlos ausgeliefert sind, Vergewaltigungen sind dort an der Tagesordnung und wir müssen alles tun um das zu verhindern.“

Mir wurde ganz schwarz vor den Augen und mir wurde jetzt erst richtig die Tatsache bewusst, wie schutzlos ich bin und sagte ängstlich: „Ich werde alles Notwendige tun, um nicht ins Gefängnis zu kommen.“ „Das Problem ist, dass du eine Fremde ohne Familie und eine Ungläubige bist, so kann niemand dich beschützen und eine Frau wird hier nur durch ihre Väter, Brüder oder Ehemänner beschützt.“ erwiderte Fatima. „Aber woher soll ich eine Familie nehmen? Meine Familie zu Hause kümmert sich nur um sich selbst, ich glaube, ich bin verloren.“

Soraya nahm mich fest in ihre Arme und wir heulten uns die Seele aus dem Leib. Fatima hielt meine Hände und sprach: „Mahmood und ich haben uns Gedanken gemacht, was man tun könnte und sind zum Entschluss gekommen – deine Zustimmung vorausgesetzt – dich zu adoptieren. Dafür müsstest  du dann zum Islam konvertieren, so werden alle deine Sünden gelöscht, du bist dann unschuldig, wie ein Neugeborenes und kannst nicht mehr für vergangene Taten verantwortlich gemacht werden. Nur ob das dem Gericht ausreichen wird, wissen wir nicht. Vielleicht erwarten sie,

dass du durch eine Ehe mit einem Einheimischen fest in ein Leben in Purdah eingebunden wirst!“

Jetzt wurde mir richtig schwindelig und ich fiel prompt in Ohnmacht.

„Die Ärmste, dass war wohl doch ein bisschen zu viel für das Kind.“ stellte Fatima mit Sorge fest.

Sie legten feuchte Tücher auf mein Gesicht und langsam kam ich zu mir.

„Ich glaube es gibt wohl keine große Alternative und ich sollte Mahmood und Fatima für ihren Großmut und ihre Güte danken. Sagt mir bitte, was ich tun muss, ich werde alles tun was verlangt wird. Ihr glaubt gar nicht, welche Ängste ich in den letzten Tagen durchlebt habe.“

Soraya sagte: „Es ist kein leichtes Leben für eine Frau in diesem Patriarchat. Aber ich schwöre dir  Sultan und ich und deine neuen Eltern werden dich beschützen, du wirst dich aber den Regeln vollständig unterwerfen müssen!

Und das heißt für dich:

  1. absolute Unterwerfung unter deinen Vater und deinen zukünftigen Ehemann.
  2. strikte Einhaltung der Bekleidungsvorschriften
  3. Intensives muslimisches Leben, wie arabisch lernen, den Koran studieren und die Gebetszeiten

einhalten.

Alle Dinge, die für eine westlich erzogene Frau selbstverständlich sind, gelten für dich dann nicht mehr.

Du bist immer so wie ich verschleiert. Wenn du Gäste hast, musst du bei Frauen den zweiten Niqabschleier, sind fremde Männer da, die dritte Schicht über die Augen ziehen.

Wenn du das Haus verlassen willst, dann nur in Begleitung eines männlichen Familienmitglieds und so verschleiert, dass du nicht mehr richtig sehen kannst.“

Und ich dachte: „Jetzt habe ich nur noch zwei Gefängnisse zur Auswahl, also: Adieu westliche Katie und willkommen im Kreis der verschleierten Frauen.“

Und so sagte ich die Worte, die ab jetzt mein ganzes Leben bestimmen werden: „Ich werde euch eine gute Tochter und Schwester sein und versuchen eine gute Muslima zu werden.“

Nach kurzer Zeit bedeckten wir uns und gingen zu den Männern, um ihre Entscheidungen zu hören.

„Nun Katie du hast dich entschieden unsere Tochter und Muslima zu werden! Tritt nun vor und sprich die Schahada und unterschreibe die Verträge.“

Nachdem alles erledigt war wurde ich von den Frauen aufs herzlichste beglückwünscht und von den Männern mit meinem neuen Namen Kamila (das heißt die Vollkommene) begrüßt.

Tief ergriffen von der liebevollen Aufnahme in die Familie flossen mir die Tränen und das Gefühl  der Geborgenheit, das mir hier zuteil wurde, war dass mir so fremd war  und vielleicht dachte ich glücklich, dass alles Allahs Wille sei: Inshallah!

Doch bald hieß es Abschied nehmen, und da wurde mir mein Herz schwer und ich frug: „Aber wer kümmert sich jetzt um Soraya?“

Daraufhin erwiderte Mahmood mein neuer Vater – dafür liebe ich ihn: „Du sollst auch die Koran schule besuchen, dort seht ihr euch dann täglich.“

 

Sultan

„Nun meine Liebste, freust du dich eine neue Schwester zu haben?“ frug er Soraya. „Hoffentlich wird sie in ihrem neuen Leben glücklich.“ antwortet sie. „Liebes ich weiß doch wie schwer dir dieses Leben fällt, aber ich liebe dich über alles, und glaube mir, wenn erst mal das Kind da ist, wirst du überglücklich sein. Und so wird es auch Kamila ergehen.“

„Wenn sie einen so liebevollen Mann wie dich heiratet, glaube ich dir. Aber wenn nicht. Was ist wenn sie einen Mann kriegt, wie unseren Nachbarn? Ich mache mir große Sorgen und Vorwürfe, sie hier her gelockt zu haben.“

„Nun, was schlägst du vor, wie glaubst du kannst du deine Schwester beschützen?“

„Meine Schwester – wie seltsam das noch für mich klingt – heirate sie, dann weiß

ich, dass es ihr gut gehen wird.“

„ Liebes, habe ich dich richtig verstanden? Du wünscht, dass ich eine zweite Frau heirate, du willst mich ernsthaft mit einer anderen Frau teilen?“

„Lass uns erst noch etwas warten, damit sie sich etwas ein leben kann, aber ja du schuldest ihr in dieser Männerwelt deinen Schutz, denn ohne uns wäre ihr das alles gar nicht passiert.“

„Soraya, du bist wirklich einzigartig, es ist unglaublich wie du dich immer für deine Familie zurück nimmst, mein Glück dich zu haben ist einfach umwerfend.“

 

Drei Monate später nahm Sultan Kamila zur Frau. Soraya und Kamila teilten sich die Lasten, die ihnen diese Männerwelt auferlegte und wuchsen ohne Eifersucht zu einer starken Familie zusammen .


3 thoughts on “Die Überraschung: Teil 5 (Vulcan)

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