Die Wette

Die Wette

 

Dies ist eine freie Übersetzung, des Originals ‚A fogadás‘ von T_G, in Deutsch, ich habe versucht im Sinne von T_G und mit großem Respekt vor seiner Arbeit diese Geschichte zu übersetzen.Solltest du dich lieber T_G dadurch in irgend einer Weise in deinen Rechten beeinträchtigt sehen, werde ich es sofort löschen.

Jeder ist frei Veränderungen am Text auszuführen, nicht aber inhaltlicheVeränderungen, die andere beleidigen oder verletzen könnten.

Vulcan

Die Wette

Teil 1: Margarete

Margarete Houston reiste nach Afghanistan, um den Bau einer Schule zu überwachen, die von der humanistischen Organisation in der Provinz Herat gebaut wurde. Der Bau ging viel langsamer als erwartet. Es gab nicht genug Arbeiter und die arbeiteten nicht genug. Der Bauleiter Raul Jalal, ein lokaler Ingenieur, wollte vielleicht nicht, dass sie schneller arbeiten.

Er vermietete ihr ein Zimmer in seinem Haus. Raul hatte zwei Teenager-Töchter Bibi und Marisha, sie wurden gute Freunde von Margarete und halfen ihr, wo sie nur konnten. Rauls Mutter, Hassina, sympathisierte weniger mit ihr. „Was ist das für eine Frau, die in der Öffentlichkeit halbnackt ist?”, fragte sie ihren Sohn.

Margarete konnte sich selbst sehr gut verständigen, da sie die lokalen Dialekte beherrschte. Aus diesem Grund wurde speziell sie als Lehrerin von ihrer Hilfsorganisation nach Afghanistan geschickt. Sie wurde von den Einheimischen nur Malaa Hussein gerufen, weil, wie sie sagten, ihr Name unaussprechlich sei. Dies empfand sie zwar zuerst störend, aber sie gewöhnte sich daran. Die einheimischen Frauen trugen außerhalb des Hauses alle die blaue Burka. Margarete wickelte sich nur einen Schal um ihren Kopf, wenn sie das Haus verließ. Kein Bürger sah das gern. Vor allem regten sich die Frauen darüber sehr auf. Unter ihnen ist Hassina, die nie aufgehört hat, ungefragt zu schimpfen: „Eine anständige Frau zeigt sich nicht unbedeckt fremden Männern! Nur wenn sie die Tochter meines Sohnes oder seine Frau oder seine Schwester wäre, dürfte mein Sohn sie ohne Burka sehen!”

Margarete stritt mit Raul: „Die Schule wird nicht zum vereinbarten Termin fertig gestellt! Wie können wir im September anfangen zu lehren, wenn es keine Schule gibt? Sollen eure Töchter nicht zur Schule gehen?” fragte sie wütend.

“Sieh Malaa, ich weiß, dass wir im Rückstand sind, aber wir werden rechtzeitig fertig! Ich schwöre, beim Angedenken an meine verstorbene Frau!“ Er hob die Hand.

„Niemals! Ich wette, das die Fertigstellung sich mindestens um einen Monat verzögern wird! Aber wenn du so sicher bist, dann treffen wir eine Abmachung: Wenn der Bau rechtzeitig fertig wird,ist alles gut. Aber wenn nicht, musst du dich für den Rest deines Lebens westlich kleiden.

Raul Jalal war ein sehr traditionsbewusster Afghane, doch er ging darauf ein und konterte: „In Ordnung, Malaa! Aber wenn wir rechtzeitig fertig werden, wirst du für den Rest deines Lebens afghanische Kleidung und Burkas tragen, sogar zu Hause! “, sagte er, und bevor Margarete es hätte verhindern können, griff ernach ihrer Hand, schüttelte sie und stürmte aus dem Raum. Irgendwie hatte sie den Eindruck übervorteilt geworden zu sein.

Sie dachte: „Wenn der Bau doch noch pünktlich fertig wird, habe ich die Wette verloren und wenn ich sie dann nicht einlöse, habe ich bei den Leuten hier überhaupt kein Ansehen mehr. Die Kinder zu unterrichten kann ich dann wohl vergessen. Dann kann ich gleich meine Sachen packen und abreisen.“

Als Margarete am nächsten Morgen erwachte, war esseltsam still. Sie sah niemanden auf der Straße. Am anderen Ende der Stadt, wo die Schule gebaut wurde, hörte sie geschäftiges Rumoren. Schnell ging sie zum Gebäude. Angekommen sah sie eine Menge Menschen, es schien als wäre die ganze Stadt hier versammelt. Selbst die Frauen in ihren blauen Burkas, die hinter ihnen flatterten waren fleißig an der Arbeit.

Raul begrüßte Margarete: „Hallo Malaa! Schau, wie viele Arbeiter ich habe! Und alle arbeiten fleißig! Was glaubst du, wird es ausreichen, um die Frist einzuhalten?” fragte der Mann und lachte.

Zwei in Burkas verhüllte Frauen kamen zu ihr:

“Hallo Malaa! Sieh nur , wie gewissenhaft wir alle arbeiten!” Sie hörte Bibis Stimme hinter der blauen Burka.

“Nicht zuletzt, weil jeder weiß, wie man wettet, und weil die Frauen dich in der Burka sehen wollen!” Marisha lachte hinter der anderen Burka. Dann rannten sie wieder zur Arbeit. Margarete war sprachlos.

“Sicher Malaa, die Frauen waren ein bisschen beleidigt, weil du unseren Bekleidungssitten nicht folgen wolltest und sie immer wieder ihre Ehemänner und Söhne zur Hilfe drängten. Und jetzt verlierst du die Wette”, sagte Raul und Margarete wurde klar, dass er recht hatte, denn sie arbeiteten Tag für Tag und sie wusste, sie wird die Wette einlösen müssen.

Endlich kam der Tag der Eröffnung und die Schule war rechtzeitig fertig gestellt worden. Die Frauen waren froh, dass Margarete nun eine Burka tragen würde, wie alle anderen Frauen. Bibi und Marisha betraten Margaretes Zimmer.

“Es wird Zeit Malaa! Da du deine Wette verloren hast, jetzt wirst du dich nach unseren Gewohnheiten bis ans Ende deines Lebens kleiden. Wir haben auch ein paar Burkas für dich!” Dann zogen sie sie an. Margarete betrachtete sich im Spiegel. Sie trug ein typisch afghanisches Kleid, ein teures, gut gestaltetes, wunderschönes afghanisches Frauenkleid. Dann zog Bibi ihr eine blaue Burka über ihren Kopf. Sie starrte nun durch auf das kleine blaue Netz. Es war nicht leicht zu atmen, und ihre Sicht wurde durch das Netz eingeschränkt. Sie sah die Dinge vor ihren Augen, durch einen blauen Nebel. Sie sah genauso aus wie die beiden Mädchen. Hassina kam zu ihr und umarmte sie: „Endlich siehst du wie eine anständige Frau aus. Ich bin so froh!” Sie stellte fest, wie ungewohnt es war, eine Burka zu tragen. Als sie zur Schule kamen, war die ganze Stadt da. Die Frauen plauderten mit ihr, streichelten ihre Hände und hielten sie an den Händen. Alle waren plötzlich freundlich zu ihr. Alle Ressentiments waren wie weggeblasen.

Die Übergabezeremonie begann. Zuerst sprach der Bürgermeister. Er betonte, wie dankbar sie den Hilfsorganisationen waren, die den Bau der Schule finanziell ermöglicht hatten, und gab der Hoffnung Ausdruck, dass „Malaa“ die Schule gut führen und ein geschätztes Mitglied der Gemeinde wird. Dann kam der Imam, der seiner Hoffnung Ausdruck gab, dass Margarete zum Islam fände und einen Bürger ihrer Stadt heiratete. Und alle beteten für den erfolgreichen Betrieb der Schule. Raul sprach auch. Er bedankte sich bei allen für ihre Hilfe und erinnerte Malaa an das, was sie versprochen hatte, und wünschte ihr viel Erfolg. Schließlich sprach auch “Malaa” / Margarete. Sie sei erfreut, dass die Schule bis zum Stichtag fertig gestellt worden war und versprach, alles zu tun damit das Schulprojekt ein Erfolg wird.

“Ich denke, um das zu beweisen, muss man dich jetzt nur anschauen”, sagte Raul. Ein zufriedenes Lachen und Gekicher hinter ihr war die Antwort. Dann war die Zeremonie vorbei und alle gingen nach Hause. Die Mädchen und Frauen gingen mit Margarete und sie hielten sich an den Händen. Jede wünschte ihr viel Erfolg, aber sie hatte das schwache Gefühl, dass sie sie nur in der Burka haben sehen wollen. Und sie hat sich auch nicht geirrt. Die Frauen waren endlich zufrieden. Endlich trägt sie eine Burka. Malaa / Margarete ging nach Hause in ihre Wohnung. Sie hatte gemischte Gefühle, war aber über den erfolgreichen Abschluss der Bauarbeiten der Schule erfreut. Nur der Preis war verdammt hoch!

“Malaa” schaute durch das blaue Netz auf ihr Spiegelbild und rief laut: “Siehst du, wie dumm du bist? Burqa-baby! Du hast dich selbst ausgelöscht! Du kannst die Burka für den Rest deines Lebens tragen! Jetzt kannst du die Welt durch ein kleines blaues Netze sehen! Du hast versprochen, es bis zum Ende deines Lebens zu tragen! Wie kannst du in den Spiegel schauen, wenn du dein Wort brichst? Aber welcher Mann zu Hause wird dich so heiraten wollen? Was ist,wenn man dich so in deiner Straße sieht und was wird die Organisation tun? Sie werden dich entlassen! Wie findest du in einer Burka einen anderen Job? Es gibt keine gute Lösung!” sagte sie und schrie fast.

„Aber ja!” Rauls Stimme kam von hinten. Sie drehte sich um und stellte fest, dass er alles gehört hatte.

„Komm, heirate mich! Vom ersten Moment an dachte ich die ganze Zeit darüber nach, wie ich dich dazu bringen könnte, meine Frau zu werden. Ich gebe zu, ich habe den Job absichtlich sabotiert. Die Wette, die du angeboten hast, kam gerade recht. Wie du schon sagtest, hast du keine andere Wahl. Aber du wirst hier viel Glück finden. Meine Töchter sehen dich schon als ihre Mutter an. Irgendwelche Probleme werden gelöst werden. Erinnere dich, wie glücklich die Frauen waren, als sie dich zum ersten Mal in der Burka sahen! Hier ist Anerkennung und Wertschätzung für dich! Der Imam sagte auch: “Nimm den muslimischen Glauben und finde einen richtigen Ehemann für dich. Such nicht weiter er steht vor dir! Werde meine Frau und Mutter meiner Töchter!” „Ja! Malaa bitte werde jetzt unsere Mutter!“ vernahm sie das Betteln der Zwillinge hinter Raul. „Sei mir eineTochter und meinem Sohn eine gute Ehefrau, aber nehme zuerst den islamischen Glauben an.“sagte Hassina .

Einen Monat später wurde Margarete zur Malaa und Rauls Frau.

Sie stand in weißer Burka vor dem Imam und sprach die Schahada, dann unterschrieb sie die Hochzeitsurkunde. Unter großem Getöse wünschten die Männer Raul viel Glück und die Frauen beglückwünschten Malaa zur Hochzeit.

Bibi und Marisha waren sehr glücklich. Sie hätten sich keine bessere Mutter für sich selbst wünschen können. Sie bewunderten ihre neue Mutter in ihrer Hochzeitsburka und umarmten sie.

Hassina umarmte sie: “Sei meinem Sohn eine gute Ehefrau! Allah helfe dir! ”

Teil 2: Emma

Ein Jahr später schickte die Organisation zwei Inspektoren an die Schule. Als die beiden Frauen ankamen, empfing sie eine Frau in einer blauen Burka vor der Schule. „Wir suchen Margarete Houston”, sagten sie. „Ich bin diejenige, aber mein Name ist jetzt Malaa Jalal”, sagte die Frau in der Burka. Als sie sie baten, ihr Gesicht zu zeigen, schüttelte sie den Kopf. „Mein Mann wird das nicht erlauben!” „Aber wie wurdest du verheiratet? Haben sie dich gezwungen? Wenn du willst, helfen wir dir bei der Flucht.“ flüsterte sie in ihr Ohr. Sie schüttelte nur den Kopf und beobachtete sie durch das kleine blaue Netz.

„Ich kam hierher, um beim Aufbau zu helfen. Die Arbeit war langsam und ich wettete mit ihnen, dass der Bau nicht rechtzeitig fertig wird, doch ich verlor und deshalb muss ich die Burka für den Rest meines Lebens tragen. Ich kann mein Wort nicht brechen! Mein Mann hatte Recht, als er mir sagte, ich könne mir nicht selbst entkommen. Wie kann ich dann in den Spiegel schauen? Anfangs war mein Leben sehr schwierig. In Burkas leben ist nicht einfach. Sie sind schwer, warm, man sieht schlecht und mein Kopf ist in der Kappe immer fest eingeklemmt. Aber jetzt kommt rein.” Sie führte sie durch die Schule. Sie waren erfreut zu sehen, dass die Bauarbeiter im Vergleich zu lokalen Möglichkeiten sehr gute Arbeit geleistet haben.

„Aber warum nimmst du nicht die Burka ab? Du musst sie hier nicht tragen!”, sagte die ältere Frau, die Vivien hieß.

„Nein, aber ich tue es! So habe ich gewettet! Ich darf nur mit Erlaubnis meines Mannes die Burka abnehmen. Aber versucht selber eine, ich habe euch zwei mitgebracht!“ Die beiden Frauen stimmten zu. Sie schauten in den Spiegel. „Das ist schrecklich!“ sagte Vivien und riss sie sich von ihrem Kopf. Die jüngere namens Emma sah sich nun im Spiegel an: „Es ist wirklich unangenehm warm und dieses kleine blaue Netz schränkt das Sehen stark ein, aber es ist erträglich.” „Glaubt mir, ich hätte viele Male weg sein können, und ich habe darüber nachgedacht, aber ich bleibe ich hier. Ich bin die Schulleiterin und die Menschen hier mögen und schätzten mich. Jetzt bin ich eine muslimische Frau, ich habe einen Ehemann und zwei Stieftöchter. Ich kann sie nicht verlassen! Zugegeben, ich muss die Burka immer tragen, sogar in der Nacht, wenn mein Mann es will. Aber ich möchte mein ungeborenes Kind auch nicht von ihrem Vater trennen!” Sie strich das blaue Tuch auf ihrem Bauch glatt. „Komm mit zu uns! Ich will dich meiner Familie vorstellen! Und du kannst bei uns wohnen”, sagte Malaa und wandte sich an Emma, die immer noch in den Spiegel sah. „Du wirst es mögen! Ich werde dir ein schönes afghanisches Frauenkleid aus meinem Schrank geben. So wird dich meine Schwiegermutter Hassina als Freundin akzeptieren und meine Töchter wären auch glücklich!” „Warum nicht?” Emma lachte und nahm die wirklich schöne afghanische Kleidung an, danach zog sie sich wieder die Burka über den Kopf.

„Das ist doch wohl nicht dein Ernst?” Vivien schüttelte den Kopf. „Wenn du nach Rom gehst, lebe wie die Römer!” kam die Antwort hinter der Burka.

Als sie die Straße entlang gingen, hielten mehrere Frauen sie an. Sie trugen alle Burka und tauschten ein paar Worte mit Malaa aus, dann gaben sie Emma zur Begrüßung die Hand.

„Sie sind froh,dass du dich an die örtlichen Gewohnheiten anpasst.”übersetzte Malaa. Emma lächelte und vergaß, dass niemand es sehen konnte. Als sie das Haus betraten, kam eine ältere Frau zu ihnen.

„Mutter, das sind die Abgesandten der Organisation, Vivien und Emma trägt die Burka.”, sagte Malaa und zeigte auf beide Frauen.

„Welch ein Glück! Emma zieh den Schleier hoch, solange mein Sohn weg ist. Meine Schwiegertochter bringt mir Englisch bei, aber es ist nicht gut!” Sie ergriff Emma und umarmte sie. Emma zog die Vorderseite der Burka über ihren Kopf und sie sahen sich in die Augen. Dann bot sie ihnen Platz an. Zwei Mädchen stürmten herein und küssten Malaa durch ihren Schleier. „Hallo Mama! Sind das die Leute von der Organisation?“ fragten sie in einem perfekten Englisch.

„Ja! Ich bin Vivien und die in der Burka ist Emma. Wir sind gekommen, um die Schule und die Lehrerin zu sehen. Ich denke, euer Englisch ist schon sehr gut, habt ihr es in der Schule gelernt? ” „Ja! Wir haben unsere Lektionen mit Malaa geübt. Emma, wie ergehtes dir in der Burka?“

„Es ist nicht einfach! Ich kann kaum etwas sehen! Aber es ist aufregend!” Emma lachte. Hassina ging zu Emma und zog ihr den Schleier vor das Gesicht. „Raul kommt herein! Er darf dein Gesicht nicht sehen!” erklärte sie in gebrochenem Englisch.

Raul begrüßte alle und gesellte sich zu ihnen. Sie unterhielten sich lange miteinander, und Vivien war froh, auf fast alle ihre Fragen eine sofortige Antwort zu erhalten. Am nächsten Tag organisierten sie einen ganztägigen Schulbesuch. „Ich brauche einen Lehrer, um Malaa zu ersetzen! In zwei Monaten wird sie nicht mehr unterrichten können, weil ihre Schwangerschaft sie dann daran hindern wird. Werdet ihr jemanden als Ersatz schicken?“,fragte Raul.

„Emma ist Lehrerin.Wenn sie bleiben will, kümmere ich mich um die Papiere. Im Gegensatz zu mir hat sie keine Familie. Nun, was meinst du, Emma?”,fragte Vivien. „Das kommt jetzt alles ein bisschen zu schnell und ich spreche auch nicht die lokalen Dialekte!“ sie schüttelte den Kopf.

“Es ist egal. Der Unterricht ist in Englisch und wir werden dir anfangs helfen. Aber du musst dich nicht sofort entscheiden!”,sagte Bibi. Marisha und Malaa nickten.

Vivien und Emma bewohnten den oberen Teil des Hauses. Sie nahmen ihre Pyjamas, aber Malaa gab ihnen ein Nachthemd. Vivien blieb im Pyjama, aber Emma gefiel das seidene Nachthemd. „Das ist in Ordnung für mich”, sagte sie zu Malaa.

Am Morgen besiegte Malaa Emmas schwache Proteste und zog ihr afghanische Kleidung und die Burka an.

Vivien lachte: „Dir steht dein blaues Gefängnis! Du bist eine afghanische Frau! ” „Du bist ja so lustig. Und warum trägst du es nicht? “, sagte Emma entrüstet hinter der Burka. „Wer hat gesagt, dass jeder, der nach Rom geht, leben muss wie die Römer?” Vivien lächelte.

„Wenn du bleiben willst, musst du es tragen”, sagte Malaa. In der Schule hängte Emma ihre Burka wie die Schülerinnen auf. Nur Malaa behielt sie an. Die Mädchen zeigten was sie bisher gelernt haben. Vivien und Emma waren sehr zufrieden und lobten alle Mädchen. Nach dem Unterricht wurden Emma und Vivien von den Mädchen umringt und sie sprachen lange miteinander.

„Dieses Kleid steht dir sehr gut! Du bist wirklich hübsch darin! “sagte eines der Mädchen zu Emma. Die anderen nickten kichernd. Auf Bitten der Zwillingezog Emma die Burka an. Glücklich umarmten die Mädchen sie. „Perfekt, als ob ich meine Mutter sehen würde!”,sagte eines der Mädchen. Sie luden Emma ein, sie zu besuchen.

Dann nahmen sie ihre eigenen Burkas und gingen schließlich alle nach Hause.

“Wie haben dir die Mädchen gefallen? Sie mögen dich wirklich. Ich hätte nicht gedacht, dass du ihnen so bald gefallen würdest. Ich glaube es ist wegen der Burka.“sagte Malaa zu Emma, als sie zurück gingen. Hinter ihnen waren Bibi und Marisha, die den ganzen Weg über kicherten.

“Was ist so lustig?”,fragte Emma und drehte sich um.

„Nichts! Wir haben uns nur vorgestellt, du würdest unseren Vater heiraten!“ „In der Zwischenzeit konnte ich eine Nachricht an die Organisation senden. Sie haben bereits geantwortet. Sie bitten dich, hier zu bleiben und die Schule für Malaa zu führen! Du kannst Urdu lernen, während du die Mädchen unterrichtest”, sagte Vivien.

Emma beobachtete sie durch das Burka-Gitter und nickte. „Ich habe mich entschieden, zu akzeptieren und hier zu bleiben. Die Mädchen sind sehr süß, ich mochte sie sofort. Obwohl, es hat mir auch wegen der Burka so gut gefallen.“ sagte sie zu Malaa gewandt.

Inzwischen sind sie nach Hause gekommen. Raul wartete vor der Tür auf sie. Malaa erzählte ihm, was sie besprochen hatten. Er sagte: „Danke, Emma! Das Auto wird in ein paar Minuten hier sein, um Vivien zurück zu bringen. Aber vorher wollen wir etwas essen. Meine Mutter hat das Mittagessen gekocht.”

Nach dem Essen packte Vivien ihre Koffer und bedankte sich. Raul sagte zu Emma: „Meine Mutter sagt, wenn du hier wohnst musst du dem Beispiel meiner Frau folgen. Du trägst Burka auch zu Hause und nicht nur auf der Straße.“ „Raul ist nicht ihr Ehemann, daher muss sie die Burka im Haus und auch in der Schule tragen!”, sagte Hassina in Urdu. „Du bist unser Gast, Emma, wir können dich nicht zwingen!” bestärkte Malaa Emma, nachdem sie die Worte ihrer Mutter übersetzt hatte. „Ich will nicht, dass ihr meinetwegen streitet, jetzt gehe ich lieber nach oben auf mein Zimmer und in der Schule werden wir sehen, ob die Schülerinnen wollen, dass ich eine Burka trage. In Ordnung? ” sagte Emma und Hassina nickte. Am nächsten Tag in der Schule wurde Emma von den Schülerinnen gebeten, wie Malaa eine Burka zu tragen. Es stellte sich später heraus, dass Hassina zu jeder Schülerin gegangen war und sie und ihre Eltern bat, Emma zu sagen: „Wenn Malaa als Lehrerin Burka trägt, kann Emma sie auch tragen, wenn sie unsere Lehrerin sein möchte!”

Emma wurde in die Familie aufgenommen. In der Schule lehrte sie zur Freude ihrer Schülerinnen und deren Eltern in der Burqa.

Als Malaa zwei Monate später entbunden hatte, waren sie alle glücklich miteinander. Raul war so glücklich, dass er im Überschwang Emma umarmte und durch die Burka küsste. Emma errötete und sie war wirklich froh, dass die Burka ihr Gesicht bedeckte. Sie mochte Raul, und wenn Malaa nicht seine Frau wäre, hätte sie ihn gerne ins Standesamt gezerrt. Vielleicht würde er sie heiraten, träumte sie. Hassina wurde auf ihren Sohn zornig: „Was machst du da Dummes? Sie ist nicht deine Frau! Ihr Vater wird kommen und dich fragen! Niemand heiratet das arme Mädchen, wenn sich herausstellt, dass es fremde Männer umarmt? Jetzt wirst du sie heiraten müssen!” „Aber Mutter! Ich bin nur ein bisschen zu glücklich! Und ich weiß nicht, wer ihr Vater ist, er wird kaum hierher kommen wollen, um sich mit mir zu streiten. In ihrer Kultur nimmt man das nicht so ernst! Aber verzeih mir trotzdem, Emma!” Raul kam näher. „Nur, wenn du möchtest, werde ich dich gerne heiraten.“ Emma kaute an ihren Fingernägeln und fragte sich im Stillen, ob sie ihn wirklich heiraten wolle. Was würdest du ihm erwidern, wenn er dir einen Antrag macht? Ja?!

Raul entschuldigte sich noch einmal und floh aus dem Zimmer. Er hörte, dass sie hinter ihm lachten. Ob Emma herausgefunden hat, wie sehr er sie mag? dachte er nervös. Und warum sollte er nicht zwei Frauen haben? Er liebt Malaa und will sich nicht von ihr scheiden lassen. Jetzt, wo sie ihm einen Sohn geschenkt hatte, konnte er sie nicht mehr verstoßen. Aber wenn Emma eine Muslim wird, würde Malaa zustimmen? Das wäre richtig gut, dachte er.

„Worüber denkst du nach? Männer fliehen immer, wenn heikle Fragen auftauchen! Ich sehe, wie dir Raul gefällt, und du gefällst ihm auch!“ Malaa lachte.

„Aber er ist dein Ehemann! Ich will nicht unter dir stehen! Wenn er Single wäre, wäre es etwas anderes.” Emma schüttelte den Kopf.

„Hebe die Burka aus deinem Gesicht und schau in meine Augen!” sagte Malaa und entblößte selbst ihr Gesicht.

„Afghanistan ist ein muslimisches Land. Ein Mann kann bis zu vier Frauen haben! Es gibt zwei Voraussetzungen: 1. Er kann zwei Frauen unterhalten. Das ist kein Problem. 2. Seine erste Frau stimmt zu. Und ich bin einverstanden.

Und du musst Muslimin werden.“ sagte sie, ihre Hand haltend.

„Komm schon, Tochter! Wir gehen zum Imam. Er wird dich darin unterweisen richtig zu beten. Und dann kannst du die Schahada sprechen und meinen Sohn heiraten”, sagte Hassina.

Sie nahmen ihre Burkas und zog Emma auf die Straße. Emma war glücklich, sie mochte die Idee, Rauls zweite Frau zu sein. Natürlich wird sie eine Burka tragen müssen, aber das tut sie ja sowieso schon und auch noch zu ihrem Vergnügen! Sie gingen zum Haus des Imam und Hassina klopfte an der Tür. Eine Frau öffnete. „Hallo Jamila! Ich bin esHassina, und das ist Emma,die Lehrerin.“ „Hat meine Tochter etwas falsch gemacht?”,fragte sie nervös. „Mach dir keine Sorgen! Wir sind auf der Suche nach deinem Ehemann, ist er zu Hause?“ Sie nickte und meldete sie an. Hassina erklärte dem Imam, worum es ging. „Oh! Ich bin so froh, dass du gekommen bist, Emma. In einer Woche werde ich dir alles beibringen, was eine gute Muslimin wissen muss. Dann kann ich dich mit Raul verheiraten”, sagte er glücklich.

Jeden Tag nach der Schule ging Emma mit Jamilas Tochter zu ihr nach Hause um vom Imam die Gebete zu lernen. Es war ein offenes Geheimnis, denn es sprach sich schnell in der Stadt herum, dass Emma Rauls zweite Frau wird, alle waren darüber sehr glücklich. Das kam auch Raul zu Ohren. Eines Tages, als er nach Hause ging, hörte er Stimmen aus Emmas Zimmer. Stirn runzelnd schaute er vorsichtig durch die halboffene Tür. Zwei Frauen, eine von ihnen in einer weißen Hochzeitsburka, sprachen über die Ehe. Schnell verließ er sie und ging zufrieden in sein Zimmer. „Raul war gerade da! Und er sah dich in deiner wunderschönen Brautburka! Ich konnte ihn im Spiegel beobachten!“ flüsterte Malaa in Emma’s Ohr.

Eine Woche später sprach Emma in der Moschee die Schahada und der Imam erklärte sie zur Muslimin. Es waren alle ihre Schüler mit ihren Eltern versammelt. Natürlich auch Bibi und Marisha, Rauls Töchter. Als alle Emma gratuliert hatten, lachten sie ihr ins Ohr:

„Papa, der dir etwas sagen will, kommt bald!” „Raul, willst du nicht etwas zu Emma sagen?”,fragte der Imam nach dem Gebet. „Ja! Ich möchte, dass Emma meine Frau wird. Sag ja zu mir!“ Raul sah durch das blaue Gitter der Burka in Emmas Augen. „Ja! Ich willdeine Frau sein!” sagte Emma glücklich.

Nach ein paar Tagen hielten sie die Hochzeit ab und Emma wurde Rauls zweite Frau. In der schönen, weißen Brautburka gekleidet, erhielt sie die Glückwünsche der Frauen. „Ich hoffe, du wirst glücklich werden”, sagte ihre Schwiegermutter. „Jetzt bist du meine Frau! Ich werde auch dich glücklich zu machen, aber du musst das Schicksal von Malaa teilen! Ich unterscheide nicht zwischen euch, so dass auch du die Burka Tag und Nacht tragen musst!“ sagte Raul seiner neuen Frau, die nur nickte und sich dachte: „Natürlich. Wenn dein Mann es will, musst du ab jetzt gehorchen. Raul führte sie aus den Raum. Die Hochzeitsnacht war Emma fremd, weil ihr Mann ihre Burka nicht auszog. Am nächsten Tag, eine ein wenig verlegene Malaa, umarmte sie: „Ich bin froh, dass du unseren Mann heute Abend glücklich gemacht hast. Ich hoffe, bald wirst auch du schwanger werden!“ „Das hoffe ich auch”, sagte ihr Emma.

Bibi und Marisha sahen sich an und kicherten. „Ihr werdet auch bald heiraten, und werdet dann Kinder zur Welt bringen.“ Hassina sprach zu den beiden. „Ich wünschte, wir wären es schon!”,sagten die Zwillinge gleichzeitig.

Ein Jahr später kam Malaa von der Schule zurück, um ihr Baby zu stillen. Sie sah Emma in ihrer Burka vor dem Spiegel posieren und ihren Bauch streicheln.

„Drei Monate noch und ich werde auch Mutter sein!” Emma drehte sich zu ihr um. Sie war sehr glücklich.

„Ja! Wir werden noch mehr Kinder haben und in einer wunderbar großen Familie leben!”, sagte Malaa lachend.

Teil 3: Samantha

Samantha war eine erfolgreiche Journalistin. Jetzt reiste sie nach Afghanistan, um über die englischsprachige Schule der Organisation zu berichten. Ihr Ehemann Karl, der ein Fotograf war, war mit dabei. Nach einer langen, anstrengenden Reise kamen sie zur Schule. Zwei Frauen in blauen Burkas warteten auf sie.

„Ich bin Malaa Jalal und das ist Emma Jalal. Wir sind die Lehrerinnen der Schule!“, sagte eine der Frauen, während sie auf die andere zeigte. „Wir haben schon von euch gehört. Wir haben Informationen von der Organisation erhalten. Es ist sehr überraschend für mich, dass westliche Frauen diese Art des Lebens wählen und sich in diesem armen Land vollständig verschleiern “, sagte Samantha. „Ja, aber es ist auch eine Mission! Wir kamen, um zu helfen und mussten uns dem hiesigen Lebensstil anpasen. So tragen wir jetzt natürlich den Schleier”, sagte Emma. Die beiden Frauen brachten sie in die Schule, wo jedes Mädchen zu deren Überraschung auch eine Burka trug.

„Du kannst sie nur in Burka photographieren. Ohne Burka werden sie nicht reden, wenn ein Mann anwesend ist.” Samantha hörte die Erklärung. Nachdem Karl seine Fotografien beendet hatte und raus ging, enthüllten die Mädchen ihre Gesichter. Und sie begannen zu reden. Samantha erfuhr, dass die Mädchen gerne zur Schule gingen, ihre Lehrer liebten und nach der Schule heiraten wollten. Die Schule wird auch besucht, um einen besseren Ehemann für sich selbst zu finden. Nach der Schule wurden sie von den zwei Lehrerinnen zu sich nach Haus eingeladen. Dort empfing sie eine ältere Frau, Hassina, Malaas und Emmas Schwiegermutter, sie in der Burka und drei Kinder, die zu den Frauen liefen. Die beiden Burka-Mädchen, die sie nach Hause begleitet hatten, waren Bibi und Marisha, Malaas und Emmas Stieftöchter. Nach einer kurzen Unterhaltung kam Raul Jalal, der Ehemann. Er und Karl gingen ins Wohnzimmer, die Frauen nach oben.

„Warum nimmst du sie nicht ab?“ „Wegen der Wette!“ „ Und Emma? “, fragte Samantha. „Ich muss Malaas Schicksal teilen. Das ist unsere Regel. Aber es ist nicht so schlimm! Versuch es doch selbst! “sagte Emma. Samantha nahm ein afghanisches Kleid und eine Burka und zog es an. „Wie fühlst du dich?” „Nicht so schlimm wie ich dachte”, sagte Samantha. Und schaute in den Spiegel. „Ich hoffe du bleibst für ein paar Tage hier! Solange könntest du es dann auch tragen”, sagte Malaa.

„Wir haben eine Woche geplant, und warum nicht?“

„Sie können die obere Wohnung nehmen“, sagte Hassina. Samantha dankte ihr. „Es gibt gleich Abendessen. Wie wäre es, wenn du deinem Mann das Essen servierst, während ich meinem Mann bediene? “,fragte Malaa sie. Samantha nickte. Sie gingen in den Speisesaal, knieten vor ihren Männern und reichte ihnen das Essen. Samantha sah Raul zu Karl flüstern, der lächelte. Nachdem sich die Männer zurückgezogen hatten, aßen sowohl die Frauen als auch Kinder. Malaa sprach mit Samantha: „Nimm die Burka nicht ab! Sieh, wie Emma und ich auf diese Weise essen! ”

Sie aßen immer in Burka. Hassina und die Zwillinge beschäftigten die Kinder,weil sie sich zu neugierig für Samantha interessierten. „Zeig dich heute Nacht deinem Mann in der Burka! Du wirst sehen, er wird es mögen!”, sagten sie lachend. Und sie hatten Recht. Karl bewunderte seine Frau in der Burka.

„Es steht dir großartig! Ich würde dich gerne immer so sehen! Raul sagte mir, dass du es wärst, die mich bediente. Du hast es großartig gemacht. Würdest du bitte schnell zu ende essen?” Er küsste sie durch das Gitter. Samantha nickte, umarmte ihn und erwiderte den Kuss. Karl hob sie hoch und legte sie auf das Bett.

“Wie war deine Nacht?” fragten die Zwillinge am Morgen neugierig. „Wenn ihr den Sex meint, der war toll!” Samantha lachte.

Sie lebte eine Woche lang in der Burka und genoss es. Jeder war freundlich zu ihr. Sie Interviewte mit Malaas und Emmas Hilfe die einheimischen Frauen, die sich freuten, dass sie einen Schleier trug und alle mochten sie. Als sie abreisen mussten, reichte Malaa ihr ein Geschenkpaket. „Damit du dich zu Hause an uns erinnerst!”

Zu Hause angekommen packte sie die Koffer aus und machte das Paket auf. Afghanische Kleidung und Burka waren darin. Sie zog schnell das Kleid an und die Burka darüber. Sie ging zu ihrem Ehemann. Karl sah sie bewundernd an: „Wow! Du bist wunderschön! Ich wüsste da ein gutes Programm für die Nacht!” „Ich weiß nicht, an was du denkst”, erwiderte sieverschmitzt. Er nahm sie in den Arm und küsste siedurch das blaue Tuch.


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