Parallel – CERN (Deutsch)

Paralell – CERN

by Vulcan

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Eine total bescheuerte Geschichte oder wie ich versuche meinen geneigten Lesern meinen Mist schmackhaft zu machen.

Es ist das Jahr 2030 oder nach der neuen Zeit ‚5 nach dem Kontakt‘.

Wie alles begann:

„Liebling, bitte geh endlich ans Handy! Es ist Sonntag! Ich will weiter schlafen!“ genervt versuchte ich meinen Göttergatten zu wecken. Endlich bewegte er sich und geht dran. Zufrieden ließ ich mich in mein Kissen sinken, um noch etwas zu schlafen.

„Heureka!“ brüllte meine bessere Hälfte, sich auf mich stürzend, in mein Ohr. „Wir haben es geschafft!“ Ich dachte: „Fuck off! Heirate nie einen Wissenschaftler!“ Langsam setzte ich mich auf und fixierte ihn mit dem mir größtmöglichen Hass in meinen Augen. „Nun komm, guck nicht so, ich weiß doch wie sehr du mich liebst und wie gespannt du auf eine Erklärung wartest.“ „Jau, Liebe meines Lebens und unerschöpflicher Quell des Nervens, sag an, verkünde die frohe Botschaft und dann lass mich endlich weiter schlafen.“, „Pass auf! Wie du weißt, forschen wir an der für uns nicht erkennbaren grauen Materie, die erst unser Universum physikalisch möglich macht. Und heute ist uns scheinbar ein Durchbruch gelungen: es ist der Beweis das parallele Universen existieren. Sie sind ursprünglich für das Phänomen der grauen Materie verantwortlich.“ „Toll! Darf ich jetzt weiter schlafen?“ „Heiß geliebtes, ignorantes Journalistengesocks in Form meiner wunderschönen Frau, ich werde dich jetzt leider verlassen, denn CERN ruft nach mir!“  „Fahr denn wohl, Liebster, wenn nicht zur Hölle, dann doch wenigstens zur Arbeit! Wie es  sich für eine wissenschaftliche Koryphäe wie dich geziemt, den Sonntag nicht zu heiligen.“ Er gab mir zum Abschied einen zärtlichen Kuss, denn wir liebten uns beide zu tiefst. Und ich schloss glücklich meine Augen und ich sollte ihn nie wiedersehen.

Und das war es dann mit der Ehe, dem Glück und der Freiheit, wie wir sie kannten und schätzten. Die Jungs im CERN haben da was los getreten, dass kein Mensch erahnen und geschweige denn handhaben konnte. Aber ich glaube, ich sollte mich erst mal vorstellen: Ich heiße Anja Wertmüller und arbeitete als Journalistin bei einem privaten Radiosender, mein Mann Karl ist Astrophysiker am CERN und wir waren ein jung verheiratetes Paar, mit großen Träumen.

 

Anja

Mein Mann war jetzt im CERN und ich werde ihn nicht vor Montag wiedersehen. Wissenschaftler und Journalisten kennen eigentlich keinen Feierabend oder Wochenende. So sind mein Kerl und ich darüber ein gekommen, den Montag, wird auch Frisörsonntag genannt, wenn es irgendwie möglich ist für uns zu reservieren. Also bin auch ich aufgestanden, geduscht und gefrühstückt, Laptop aufgeklappt und recherchiert, dann diverse Telefonate geführt und schon war ich Fachfrau für schwarze Löcher, Paralleluniversen und graue Materie. Ich habe doch einen schönen Beruf! Fährte legen und abkassieren. Jetzt heißt es warten und die Zeit mit Shopping oder adäquatem tot zu schlagen.

Am Abend bei meinem Lieblings-Italiener meldete sich mein Smartphone. Facebook meinte, dass mich Sandra Maischberger, Anne Will, Lanz und diverse andere Flachschwätzer gerne zu schwarze Löchern, Paralleluniversen und grauer Materie als die Spezialistin interviewen möchten. Ich sollte mich doch dringend melden. Wie gesagt: Ich habe einen wirklich schönen Beruf.

Bei einem Glas Wein bei Luigi auf der Terrasse mich wohlig in der frühen Frühlingssonne räkeln, was kann es schöneres geben? Es sei denn dein Handy nervt.

Ein Blick aufs Display und ich war im Powermode. Es war meine bessere Hälfte, er hatte mich noch nie von der Arbeit aus angerufen. Das verstieß gegen unsere Abmachung, Arbeit und Privatleben strikt zu trennen. Schließlich muss er ja nicht mitbekommen, was für einen Lenz ich habe :). Also ging ich dran: „Ja, Liebster, mach es kurz ich muss heute noch etliche Termine abarbeiten.“ „Verzeih Liebes! Ich kann dir am Handy keine Auskunft geben, aber wir brauchen dich hier dringend. Kannst du bitte schnellst möglich hier herkommen?“ „Kann das sein, das deine Frau einen Beruf hat?“ zickte ich, ich werde nicht springen, wenn der Herr ruft.

„Guten Tag Frau Wertmüller, hier spricht Staatssekretär Lüger vom Verteidigungsausschuss. Ich muss sie bitten, zu uns zu kommen. Es soll sich auch für die Journalistin Wertmüller lohnen.“ Ich war  verwirrt, was konnte denn so wichtig sein dass, das “Staatssekret Lüg(n)er“ nach mir verlangte. „In Ordnung, Herr Staatssekretär Lüger ich mach mich auf den Weg.“ sagte ich verbindlich und machte mich auf den Weg ins CERN.

Schon circa einen Kilometer vor meinem Ziel fiel mir auf, wie viele Militärfahrzeuge unterwegs waren, das machte mich doch etwas nervös. An der Pforte wurde ich von einem Wachmann direkt ins Chefbüro von Dr. Wenzel geleitet, wo ich von den Herrschaften ach so dringend erwartet wurde.

Bei meinem Anblick plapperte das Staatssekret*(*das nennt man Satire)gleich los: „Frau Wertmüller endlich sind sie da, auf sie wartet Großartiges! Sie werden . . .“ „Wenn ich schon hierher zitiert werde, möchte ich Informationen und alles ‚Großartige‘ vielleicht später.“sagte ich gereizt. Der Schwätzer war für den Moment sprachlos und Dr. Wenzel ergriff die Gelegenheit und somit das Wort: „Ich glaube, wir müssen Frau Wertmüller – also erst mal Hallo liebe Anja – eine kleine Einführung in die Geschehnisse des heutigen Tages geben. In Kurzform: Wir haben ein Tor zu einer Parallelwelt gefunden und geöffnet. Wir haben erfolgreich Kontakt mit ihr aufgenommen.

Es besteht die Möglichkeit, des physischen Austausch und zwar indem auf jeder Seite 2 Personen gleichen Volumens und Gewichtes ausgetauscht werden. Diese Möglichkeit gibt es nur alle 5 Jahre.

Wir hatten zuerst an ihren Mann und Frau Dr. Schwarzer gedacht, aber 5 Jahre sind zu viel. Ihr Mann ist Naturwissenschaftler und absolut erste Wahl und er hat die gleiche Physiognomie wie sein Gegenpart in der Parallelwelt und sie Anja entsprächen exakt der anderen Person.“ „Das heißt, ich soll mit meinen Mann unsere Welt verlassen, damit auf der anderen Seite jemand zu uns herüberkommt? Ihr seid wohl total durchgedreht? Wenn ich 5 Jahre aus dem Job bin, ist meine Karriere hier am Ende.“ „Wenn wir nach 5 Jahren wiederkommen, wird deine Karriere eine großen Satz nach oben machen. Überlege doch mal, wir wären die ersten Menschen in dieser Welt, die in einer Parallelwelt gewesen sind. Wir wären der neue ‘Neil Armstrong‘ , für immer in den Geschichtsbüchern.“ ereiferte sich mein Mann. Ich wusste, er hatte recht. Das war eine große Chance. Aber ich liebte mein Leben hier, hier kannte ich mich aus. Ich fühlte schon jetzt, dass ich es noch bereuen würde. „Sorry Anja, wir brauchen sofort deine Einwilligung. Das Fenster schließt in knapp einer Stunde für die nächsten 5 Jahre.“ „Verdammt, ich mach‘s! Ich glaube, wer auf so ein Abenteuer verzichtet, kann nur Politiker oder tot sein.“  (Ja, geneigter Leser, ich habe unsere Politikdarsteller mit ihren hohlen Phrasen einfach über.) Hätte ich gewusst, was mich auf der anderen Seite erwartete, wäre ich vielleicht etwas toleranter.

Schnell wurden wir zur Vorbereitung auf den Übergang weggeführt. Wir mussten uns vollständig entkleiden, dann wurden wir in große, unförmige Schutzanzüge gesteckt und zum Tor gebracht. Es war schon ein imponierender Anblick. Ein riesiger bronzefarbener Diskus mit gut 20 Meter Umfang erwartete uns.

„Es ist gleich so weit. Stellt euch auf die Markierungen.“ Dann ein kurzes Aufleuchten und das war es. Wir waren auf der anderen Seite. Nicht das es uns sofort bewusst wurde, nein nur langsam erfassten wir eine veränderte Umgebung. „Willkommen, Dr. Wertmüller. Wir freuen uns Sie in unserer Welt begrüßen zu dürfen. Wir begeben uns jetzt in den Konferenzraum, dort werden wir Sie über unsere Welt instruieren.“ begrüßte uns ein Dr. Wenzel im Nachthemd mit Krawatte und übersah mich geflissentlich. ‚Gehst du nach Rom lebe wie ein Römer!‘ dieser Maxime gehorchend,übersah ich erst mal seine Unhöflichkeit und hielt die Klappe. Dann wurde mir von einer vermummten Gestalt, die neben einer Art Zylinder stand, zu gewinkt, zu ihr zu gehen. Verwirrt schaute ich zu meinem Mann, der gleichzeitig mit den Schultern zuckte und mir aufmunternd zunickte. Ziemlich befremdet ging ich zur Vermummten, denn als ich näher kam erkannte ich eine Frau. Sie packte mich am Arm und stieß mich in den Zylinder, der sich sofort hinter mir schloss. Es war dunkel und stickig darin und ich schrie vor Angst. „He, was macht ihr mit meiner Frau? Lasst sie sofort da raus!“ erregte sich mein Karl. „Herr Kollege ihrer Frau passiert nichts. Die Art, wie ihre Frau sich kleidet, empfinden wir als äußerst anstößig. Wir sorgen lediglich dafür, dass sie vor den Blicken fremder Männer geschützt ist und dass sie Herr Kollege aufgrund der Unwissenheit ihrer Frau nicht entehrt werden.“ Wie ich so meine Wut und meinen Frust heraus brüllte, merkte ich, dass ich mich selbst nicht hörte, egal wie laut ich schrie – mein Gefängnis war schalldicht. Das war die erste ‚schöne‘ Überraschung für mich und viele weitere sollten noch folgen. „Ihre Frau wird vorübergehend in einem Frauenhaus unter gebracht, wo man sie auf ihr neues Leben vorbereiten wird.“ Dann setzte sich der Zylinder, unter meinen lauten Flüchen, die niemand hörte, in Bewegung und ich entschwand.

Eine gefühlte Ewigkeit später kam ich zum stehen. Aber nichts tat sich.

Und so lernte ich Lektion Nummer eins für Frauen kennen: Warten und Klappe halten.

Irgendwann hörte ich ein leises Zischen und dann nichts mehr.

Ich wachte nackt auf einer Art medizinischen Untersuchungsstuhl auf. Meine Arme, mein Rumpf, meine Beine und mein Kopf waren mit Riemen fixiert und mir schien eine Lampe ins Gesicht.

„Du bist wach Schwester, dass freut mich. Warte bitte bis sich dein Instruktor eingeschaltet hat.“

„Ich bin dein Instruktor, du wirst von mir in allen Dingen, die Frauen betreffen instruiert. Ferner werde ich mit dir dein Verhalten und Denkweise trainieren.“ Ich wollte los brüllen, doch kein Ton kam aus meinem Mund. „Bis du gelernt hast zu schweigen und nur zu reden, wenn du dazu auf gefordert wirst, habe ich temporär deine Stimmbänder gelähmt.“ „Ihr verdammten Schweine, dass könnt ihr doch mit mir nicht machen. Ich bin eine moderne, emanzipierte Frau, verdammt noch mal!“ konnte ich in Ermangelung meiner Stimmbänder nur denken. Ein furchtbarer Schmerz durch zuckte meinen Körper. „Pass auf, was du denkst, Weib!“ Da begriff ich das der Instruktor telepathisch mit mir kommuniziert. „Genau, Weib! Ich werde dich zu einer guten, sittsamen, gehorsamen Frau erziehen. Du wirst jeden Befehl, den ich dir gebe, sofort ausführen, du wirst dich kleiden und benehmen, wie es Frauen vorgeschrieben ist und du wirst lernen, dass du nur noch daran denkst deinem Mann zu gefallen. Bei jedem Fehler wirst du mit Schmerzen bestraft, wenn du brav gehorchst, wirst du belohnt werden.

Mit Schrecken wurde mir die Tragweite seiner Erläuterungen klar. Ich hatte kein Privatleben mehr, was ich sah, dass sah auch er. Alles teilte ich mit was? „Ich bin gekoppelt an den Zentralrechner und auf Frauenroutine programmiert.“ kam prompt und unverlangt die Antwort.

Es durch fuhr ein Schauern durch meinen Körper, ein Gefühl größter Verlassenheit und mir liefen die Tränen übers Gesicht. Dann wurde mir schwarz vor Augen und bevor ich in Ohnmacht fiel dachte ich noch verzweifelt: „Fall ICH in Ohnmacht oder macht das jetzt die Maschine?“

Ich wurde von der Maschine geweckt, ich saß noch immer nackt und fixiert in dem Stuhl. Dann schob man mir ein Rohr in den Mund aus dem ein wirklich gut schmeckender Brei kam, gleichzeitig spürte ich, wie sich meine Blase und mein Darm entleerten. Noch nie fühlte ich mich so erniedrigt.

„Heute werden dir die Pflichten einer Frau gezeigt, die du dann exakt nachmachen musst. Also pass auf! Im übrigen finde ich es sehr verletzend, wie du über mich als Maschine denkst, dass ist unangemessen. Du wirst mich mit Respekt als deinen Lehrer und Führer betrachten, etwas anderes steht dir nicht zu, Weib! Entschuldige dich!“ „Ich entschuldige mich, wenn überhaupt, bei einem Menschen nicht bei einer Maschine!“ Es kam über mich mit einer unfassbaren Gewalt, es war als würde mein Körper und meine Seele von riesigen Händen zermalmt. Ich schrumpfte zu einem kleinen Haufen Elend zusammen. Diese Maschine hatte mich vollkommen im Griff, sie konnte mit mir machen was immer sie wollte. Ich sagte wimmernd: „Dieses unwürdige Weib bittet dich, ihren geliebten Lehrer und Führer, um Verzeihung. Es wird fortan in Liebe und Respekt an den Instruktor denken.“ Wie automatisch sprach und dachte ich von mir in der dritten Person und fand die richtigen Worte. Es zerbrach etwas in mir und etwas neues kam zum Vorschein. Ich hatte tief in mir den Wunsch nach Unterwerfung. Ich konnte ja nicht wissen, dass mein Unterbewusstsein während ich schlief, manipuliert wurde. Gnädig sprach mein Herr: „So ist es recht, betrachte mich mit Respekt als deinen Herrn, so lernst du auch deinen Mann, wenn du zu ihm darfst, liebevoll als deinen Herrn zu dienen.“ Ein unglaublich wohliges Gefühl überflutet mich zur  Belohnung. Es war so intensiv, es könnte einen süchtig machen. „Dieses Weib dankt dir mein Herr für deine Fürsorge.“ entglitt es mir von alleine.

Dann spielte sich im Zeitraffer vor meinen Augen ab, wie ich am Morgen aufstand, mich wusch, mich ankleidete, bis ich vollkommen verschleiert war,dann betete ich, ging in die Küche das Frühstück zuzubereiten und  es schweigend meinem Mann am Tisch servierte, darauf achtend, dass ich ihm auf den kleinsten Wink alles reichte. Nachdem er fertig war, eilte ich zur Garderobe, um ihm seinen Mantel zu reichen. Mich tief verbeugend, verabschiedete ich ihn wortlos und ging die Reste essen, die er mir gelassen hatte. Ich hob meinen Schleier so, dass ich das Essen zum Mund führen konnte, ohne dass man auch nur das winzigste von meinem Gesicht sah. Dann stand ich auf um zu beten und dann putzte ich die Wohnung. Zum Mittag betete ich wieder und bereitete das Mittagessen. Kniend vor der Tür wartete ich auf meinen Mann. Als er eintrat begrüßte ich ihn tief verbeugt. Ich bediente ihn am Mittagstisch und als er aufstand durfte ich die Reste essen. Dann räumte ich den Tisch ab und spülte das Geschirr. Dann betete ich und las im Koran. Mein Mann    erschien zum Abendessen, ich bediente ihn wieder, aß die Reste und räumte ab. Dann ging ich beten und machte mich fertig fürs Bett. Zum Schlafen trug ich eine weiße Burka, drunter war ich nackt.

Ich kniete neben dem Bett meines Herrn und wartete auf ihn. Als er rein kam, zog ich ihn aus und wusch ihn in der vorbereiteten Badewanne, trocknete ihn sanft ab und gab ihn ein sauberes Nachthemd. Dann legte ich mich mit dem Rücken aufs Bett, wo er mich bestieg. Als er sich in mir entleert hatte, rollte er runter von mir. Ich ging mich reinigen und kroch in einen winzigen, -fensterlosen Raum, der kaum einen Meter hoch war und in dem eine dünne Schlafmatte auf dem nackten Boden lag und legte mich schlafen.

Das alles dauerte gerade mal 10 Minuten. „Dies sind deine Pflichten, du wirst jetzt in die Wohnung deines Herrn gebracht, mach dir keine Sorgen, ich bin immer bei dir und passe auf, dass du nichts falsch machst.“ Spontan dachte ich: „Leider bist du da. Hau ab!“  Sofort wurde ich mit ‚einmal Eingeweide umkrempeln‘ belohnt.

Die Riemen lösten sich und ich stand auf, um sofort wieder hinzufallen. „Habe ich dir erlaubt aufzustehen? Setz dich wieder hin!“ Gott, er kontrollierte mich vollständig, sogar meine Bewegungen. „Wenn du etwas falsch machst, greife ich ein, immer. Langsam solltest du es verstanden haben.“ Du darfst jetzt aufstehen, aber falte die Hände vor deine Brust und senke deinen Kopf, wie es sich gehört. Du darfst dann mit kurzen Schritten zur Truhe gehen, deine Kleider entnehmen und dich sorgfältig anzuziehen. Ich fand dort alles in schwarz vor. Einen Großmutterschlüpfer, in den ich schnell schlüpfte – endlich nicht mehr nackt – , ein knie langes Hemd mit hohem Kragen, eine weite an den Knöcheln schließende Hose, schwarze Socken und Schuhe, darüber zog ich die Abaya, ein weites, dickes Tuch mit einem Loch in der Mitte, dass meine Körperform unsichtbar machte und nur noch Gesicht und Hände frei ließ. Daraufhin zog ich lange, schwarz glänzende, ellbogenlange Handschuhe über. Das letzte Teil nannte sich Ruband, es war ein großes, weißes, seidenes Tuch mit zwei kleine, kreisförmigen, mit einem Netz versehenden Löchern zum durchschauen und wurde hinter dem Kopf befestigt.

Kein noch so kleines Stück Haut war mehr von mir zusehen und von meinem Körper fehlte die Silhouette, ich hätte alles sein können und ich begriff: Ich war ein Gespenst. Ich war Weib, Dienerin, Geliebte und was immer von mir verlangt wurde. Sie brauchten meine Stimmbänder nicht mehr betäuben, ich war auch so verstummt und halb blind unter meinem Schleier . Anja war tot. Mein früheres Verhalten sowohl meinen Mann gegenüber, wie auch in der Öffentlichkeit wurde für mich zu einer abscheulichen Erinnerung. Ich konnte nur noch glücklich sein, wenn ich in der jetzigen Gegenwart lebte, mit all seinen Einschränkungen und mein altes Leben rigoros aus meinem Verstand löschte. Ich musste zum ‚ES‘ werden, ein Wesen ohne persönliches Dasein, einfach nur noch richtig funktionieren.

Ein Gefühl, der totalen Befreiung und tiefer Dankbarkeit erfüllte mich. Ich hatte mich noch nie so sicher gefühlt. Alles erschien mir, so wie es jetzt war, richtig. Die Vorstellung eine gehorsame, sittsame und fromme Muslimin zu werden, machte mich unendlich glücklich.

Sicher was ich jetzt bin, mein Verhalten, meine Art zu denken, haben diese Leute aus mir gemacht. Aber das ist egal. Denn ich brauche nur an meinen Mann zu denken und ich falle vor glückseliger Ehrfurcht auf die Knie. Ich bin vollkommen mit meinem Schicksal zufrieden und will damit meinen Bericht schließen. Ab jetzt wird mein Mann, wenn es ihm gefällt, für mich sprechen, denn eine gute Frau schweigt in der Welt.

 

Karl

Nach vielen nicht enden wollenden Sitzungen, teilte man mir mit, dass meine Frau zu Hause auf mich wartete. Voller Freude und Sorgen machte ich mich direkt auf den Weg.

Zu Hause angekommen, erwartete mich eine komplett verschleierte Frau. Ohne ein Wort zu sagen, verneigte sie vor mir und nahm mir den Mantel ab. „Mein Gott! Liebling ich bin‘s , dein Mann, ich bin vor Sehnsucht nach dir, fast verrückt geworden. Komm wir setzen uns und reden.“ „Dieses Weib will seinem Herrn gerne gehorchen. Es redet, wenn es soll.“ sagte sie. Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Wo war meine Anja? „Hör mal, würdest du bitte vernünftig sprechen, frech und aufsässig, wie ich es von dir gewohnt bin.“

In diesem Moment sprang der Monitor an, der sonst ein großes Fenster mit Blick auf einen schönen Park simulierte. „Guten Tag, Herr Wertmüller. Unsere Frauenkontrolleinheit meldet eine psychische Instabilität bei ihrem Weib. Bitte verlangen Sie nichts von ihrem Weib, dass ihrer Prägung widerspricht. Diese Konflikte erzeugen in es große Schmerzen, weil es gehorchen muss, aber nicht kann.“ „Moment, was habt ihr meiner Frau angetan?“ „Herr Wertmüller wir mussten ihr Weib in die Lage versetzen, sich in unsere Kultur einzubinden. Das größtes Glück ist das Glück des Herrn,also Sie. Es ist erfüllt von dem Gedanken seinem Herrn zu dienen und zu gehorchen. Wenn Sie dagegen handeln erzeugen sie nur entsetzliche Schmerzen bei es.“ „Und was muss ich tun, um sie nicht zu quälen?“ „Es weiß, was es zu tun hat. Lassen Sie es einfach machen und loben Sie es am Abend, wie gut es ihnen gedient hat.“ „Vorerst spiele ich mal mit, bis ich weiß was ihr der Armen angetan habt. Ich will nicht, dass sie auch noch meinetwegen leiden muss. Kann ich sie fragen, was sie sich wünscht?“ „Ja, das ist keine schlechte Idee, nur es hat keinen Namen mehr. Also sprechen Sie es mit Weib oder was immer Sie wollen an. Es ist ihr Eigentum, behandeln Sie es so und es ist glücklich.“ Ich versuchte mein Glück, als Besitzer eines Weibes zu handeln und sagte: „Weib, sage mir, wie wünscht du von mir behandelt zu werden?“ „Wenn es seinen Herrn mit seinem Dienst erfreut, ist es überglücklich.“ „Ich hoffe, dass du nicht gezwungen wirst, dich so aufzugeben. Bitte verzeihe mir, dass ich dich so behandle. Ich muss mich erst mal schlau machen, was sie mit dir angestellt haben, so lange werde ich dich behandeln, wie die Typen es verlangen. Gehe jetzt deinen Pflichten nach.“ „Dieses Weib dankt seinem Herrn für seine Fürsorge und bittet jetzt schweigen zu dürfen, um nicht zufällig vorbei gehende Fremde mit seiner Stimme zu beleidigen. „Ich glaube, ich muss noch viel lernen, ich verstehe gar nichts mehr. Aber gut du darfst schweigen.“ Sie verbeugte sich tief und ging ihrer Arbeit nach.

Während es in der Küche das Essen für mich zubereitete, recherchierte ich in den Datenbanken – so nennt man hier das Internet. Schon bald fand ich in den historischen Archiven Hinweise, die die Eigenart dieser Welt erklärt. Es waren die Seuchen des Mittelalters, die sich auf dieser Weltlinie ganz anders verhielten. Die Auswirkungen der Seuchen waren katastrophal, sie führten fast zur Auslöschung. Vor allen wurden die Menschen verändert. Sie konnten sich nicht erlauben an mystische Dinge zu glauben, und sie fanden Hilfe bei den Mauren, die eine der fortschrittlichste Wissenschaften ihrer Zeit betrieben. Schnell traten sie zum Islam über und entwickelten viel früher als wir technologischen Fortschritt. Bis heute ist die Geburtenrate bei Jungen zu Mädchen eins zu zehn und die Fruchtbarkeit extrem niedrig. Die islamischen Gesetze werden streng befolgt, werden aber mehr als Leitfaden betrachtet, um ein gutes und konstruktives Leben zu führen. So gilt zum Beispiel der Zinseszins als große Sünde, dass hat die Menschen vor den schlechten Seiten des Kapitalismus bewahrt. Auch das strikte Verbot einen Muslim zu töten, verhalf oft zu einer friedlichen Lösung. Da die Geburt eines Sohnes so selten ist, Frauen im Islam aber auf den Schutz durch Männer angewiesen sind, ist Polygamie und eine streng patriarchalische Gesellschaft die Regel. Frauen werden schon jung einem Instruktor zu gewiesen, es ist eigentlich nur ein Chip, der mit dem Zentralrechner verbunden ist. Durch den permanenten Zugriff des Chips entwickeln sich die Frauen zu willfährigen Dienerinnen, die ein streng islamisches Leben führen. Langsam wurde mir bewusst, wie groß die Macht des Chips auf die Frauen war. Nur indem sie sich dem Diktat des Chips beugten, konnten sie leben, aber ein Leben, dass der Chip bestimmte. Weitere Recherchen über den Chip ergaben, dass die Frauen emotional, vom Chip gesteuert, verstärktes Empfinden entwickelten. Das heißt, wenn sie gut dienen schweben sie in einer fast süchtig machenden Wolke des Glücks. Während Ungehorsam zu einer unerträglichen Depression führt.

Ich musste mich die nächsten 5 Jahre mit einer versklavten Ehefrau abfinden. Wie gut mir das gelang, steht auf einem andere Blatt.

Anfänglich versuchte ich alles, dass meiner Frau der Chip entfernt wird. Doch egal bei wem ich vorsprach und ich ging nach ganz ‚Oben‘, erntete ich nur Unverständnis, ja man wunderte sich darüber wie grausam die Frauen in meiner Welt behandelt würden. Und während ich all diese Gespräche führte, wurde ich doch beim Treffen mit dem Imam des CERN zum ersten mal sehr misstrauisch. Er verplapperte sich: „Mein Sohn, sei nicht so hartherzig zu deinem Weib, es ist heute glücklich und hoffentlich bald alle Weiber deiner Welt. Dein Weib braucht eine starke Hand, das es führt und einen Ort, an dem es sicher ist vor der Welt. Mehr braucht es nicht zu seinem Glück.“ Nachdenklich verließ ich ihn. ‚…hoffentlich bald alle Weiber deiner Welt‘ hatte er gesagt. Hatten sie vor meine Welt in ihre Welt zu verwandeln? Wenn ja, wie? Um die Wahrheit zu erfahren, konnte ich niemanden direkt befragen, dass war mir klar. Nur ‚der lange Weg durch die Institutionen‘ versprach Erfolg. Ohne Blessuren an Leib und Seele werde ich nicht davon kommen. Aber ich will stark sein für meine geliebte Frau. Ich konnte nicht frei mit ihr reden, ohne das der Chip mithörte. Ihr gegenüber verhielt ich mich ab jetzt wie ein Einheimischer. Ich musste lernen sie nicht mehr als Frau sondern als Weib zu betrachten. Weib hatte hier eher die Bedeutung: Haustier, man sprach in der dritten Person nicht ‚sie‘ sondern ‚es‘, wie ‚das Tierchen‘.  Ich verbrachte fast meine ganze Zeit im CERN, um zu arbeiten. Und das ist hier absolut ungewöhnlich. Auf der einen Seite schienen meine Kollegen viel weniger zu arbeiten als ich es von meiner Welt kannte, auf der anderen Seite sahen speziell die älteren Kollegen meistens total übernächtigt aus. Ich befreundete mich mit Antonio, einem tiefen entspannten Italiener, mit einem brillanten Verstand. Mit ihm konnte man Gespräche jenseits der Arbeit führen. Wir saßen gemütlich abends bei mir und rauchten Haschisch, hier ein Ersatz für Alkohol. „Mein Freund, mir brennt schon lange eine Frage auf der Zunge, warum sehen die älteren Kollegen immer so erschöpft aus?“ Antonio grinste mir ins Gesicht und sagte ganz jovial: „Sie ermüden in Ausübung ihrer islamischen Pflichten.“ „Erklär mir das bitte, ich versteh dich nicht.“ „Du kennst ja mittlerweile unsere Welt, weißt dass auf einen Mann zehn Frauen kommen und das jeder männliche Nachwuchs über lebensnotwendig ist. Wir halten mit Mühe auf Grund der geringen Geburtenrate eine globale Bevölkerungsdichte von einer Milliarde aufrecht und das nur wenn jedes Weib regelmäßig Sex hat, solange es fruchtbar ist. Nun und wenn ein männliches Mitglied der Familie stirbt, werden seine Weiber gerecht auf alle verbleibenden Männer verteilt. Das heißt, dass man sie oft zehn Weiber und mehr besteigen müssen und das kostet Kraft. Angetrieben von der Hoffnung auf einen Sohn versucht jeder alles zu geben. War das für dich verständlich genug?“ „Du hast recht, ich hätte selbst drauf kommen können, aber mir sind viele Dinge noch sehr fremd hier.“ „ Nun, viele Weiber zu besitzen, ist auch eine Prestige Frage. Um ein angesehener Mann mit Karrierechancen zu sein solltest du mindestens sechs Weiber haben.“ Mir war klar, wenn ich in fünf Jahren mit einer wiederhergestellten Anja nach Hause wollte, durfte ich mir noch mal vier bis fünf Weiber zulegen. „Nun, soll ich mir noch mehr Weiber zu legen?“ fragte ich. „Aber das setzt voraus, dass du für immer hier bleibst.“ antwortete er mit einem wissenden Unterton, der mir gar nicht gefiel.  „Zu aller erst empfehle ich dir zum Islam zu konvertieren, du glaubst gar nicht wie viele Türen dir dann offen stehen.“ fuhr er fort. Ich dachte nur: „Selbst hier gilt ‚Rom und Römer‘.“ „Kannst du mir helfen alles richtig zu machen? Ich bin hier einfach noch zu fremd.“bat ich ihn. So wurde ich mit der Hilfe meines Freundes schnell integriert und zum Haremsbesitzer gemacht.

Ich bewohnte jetzt ein größeres Haus, um Platz für drei zusätzliche Weiber zu haben. So wie es hier üblich ist, habe ich meine Weiber nummeriert: Anja war Weib Nummer eins.

Ich hatte ihr gegenüber ein schlechtes Gewissen und rief sie zu mir: „Alles, was hier geschieht, ist zu deinem besten. Bitte vertraue mir, Liebes.“ Sie schwieg. Ich vergesse immer, dass ich sie explizit zum Sprechen auffordern muss. „Sprich!“ „Herr dieses Weib dankt dir und es ist stolz einem Herrn mit vier Weibern dienen zu dürfen.“ Langsam fing mich das alles an zu nerven. Ich schaute auf einen vor mir knienden Konus aus Stoff, der unterwürfigen Mist von sich gab und nur erwartete auf irgend eine Weise benutzt zu werden. Ich vermisste meine so wunderbar zänkige und zickige und geliebte Frau. „Du darfst aufstehen und gehen.“ bestimmte ich. Es half, nie zu wissen, wer Anja unter meinen vier Schleiereulen war. So gab es sie nicht und ich gewöhnte mich mit der Zeit daran alle vier als meine Weiber, im Sinne von Haustierchen, zu betrachten. Jede Nacht lag neben mir im Bett ein weißes Burkagespenst, dass bestiegen werden muss. Da war keine Liebe und keine Freude, es gab nur langweiligen Blümchensex.

Wenn mein Privatleben schon im Arsch war, wollte ich mich mehr auf meine Karriere konzentrieren. Ich arbeitete bis Mittags im CERN und Nachmittags erweiterte ich kontinuierlich meinen Bekanntenkreis. Bald war ich bekannt, wie ein bunter Hund und ich wurde von vielen mir damals Unbekannten angesprochen. Nach einem Jahr durchschaute ich die Strukturen im hiesigen CERN und war in der Lage die Gespräche mit den Einheimischen richtig zu interpretieren. Und so kam die Wahrheit immer mehr zu Tage. Durch den Austausch von uns erfuhren sie alles über unser Immunsystem und konnten uns gefahrlos infizieren, gleichzeitig infizierte unser Gegenpart unsere Welt mit der verheerendsten Seuche, die jemals gewütet hatte. Es führte zu einem unkontrollierten Massensterben und zum Zusammenbruch der Zivilisation innerhalb eines Jahres. Um zu überleben nahm meine Weltlinie alles in Kauf. Jetzt werden meine Leute mit den nötigen Impfungen versorgt und die CERN – Rechner beider Welten wurden vernetzt und selbst verständlich war ihr Rechner der Master – PC. Somit war das Schicksal meiner Welt und meiner Freunde, so fern sie überlebt hatten, besiegelt. Meine Nachforschungen im CERN ergaben, dass schon andere Parallelwelten ins hiesige System absorbiert wurden und es wurde die Vorgehensweise genau geschildert. Daraus schloss ich, wie es meiner Weltlinie ergangen war. Ich bat Dr. Wenzel um ein Gespräch, um meine Vermutungen ihm unterbreiten. Selbstverständlich wurden meine Aktivitäten von Anfang an überwacht und so erwarteten mich alle systemrelevanten Personen. Sie gehörten alle zu meinem Bekanntenkreis.

„Hallo Karl! Schön dich zu sehen, ich schätze du hast eine Menge Fragen?“ begrüßte mich Dr. Wenzel, die restlichen Anwesenden nickten mir freundlich zu.

„Ihr habt meine Frau in ein Haustier verwandelt und meine Welt überfallen und etliche Menschen getötet. Ich hätte verdammt noch mal gerne eine vernünftige Erklärung für diesen Wahnsinn!“  „Ich weiß, es hat den Anschein, wir wären grausame Eroberer, doch diese Grausamkeiten fügen wir nicht aus niedrigen, sondern aus höchst verantwortlichen Gründen aus. Wir werden dir jetzt ein Video vorspielen, es ist eine 300 Jahre alte Dokumentation und schildert unseren ersten Kontakt. Ich sah, wie beide Seite sich vorsichtig annäherten. Als man eine gewisse Stabilität erreichte, versuchte die Gegenseite dieser Welt Geschäftsbeziehungen  mehr oder weniger höflich auf zu zwingen. Doch trotz aller Mühe ein freundliches Verhältnis mit der Gegenseite aufzubauen, kam es immer wieder zu Streitereien. Hier konnte man es nicht vernünftig handhaben und beschloss den Kontakt und das Parallelweltprojekt fürs erste auf Eis zu legen. Nach einigen Jahren wollte man noch mal nachschauen. Doch sie fanden die Welt nicht mehr vor, sie hatte sich buchstäblich in die Luft gejagt. So begannen sie die unzähligen Parallelwelten heimlich zu beobachten, um festzustellen, dass Selbstzerstörung eher die Regel als die Ausnahme war. Ihre Analyse ergab, dass die großen Seuchen, die einen weltweiten Islam ermöglichten,der wegen des Zinsesszinsverbotes die extremen Spielarten des Kapitalismus unterdrückte und der bis heute währende Kampf um das Überleben der Art ihrer Gesellschaft viel mehr Zeit zur Entwicklung verschafft hatte. Sie überlebten aber auch durch die strikte Geschlechtertrennung, die viele Konkurrenzkämpfe erübrigte und immer ein Heim für die Männer bereit hielt, wo sie immer gut mit der Reproduktion ihrer Art beschäftigt waren, dass erklärte wohl auch ihre Besonnenheit und Friedfertigkeit.

Zu tiefst beeindruckt und erschüttert von dem Gesehenen musste ich mich erst mal beruhigen. „Ich glaube unser Freund braucht eine Pause, darum schlage ich vor wir treffen uns in einer Stunde in der Cafeteria.“ schlug gnädiger weise Dr. Wenzel vor. Ich ging in den kleinen Park des CERN und dachte nach, was das gerade Gesehene für mich und Anja bedeutete. Wir Menschen überleben nur durch die strikte islamische Lebensart, ein Leben streng nach seinen Regeln und dem permanenten Druck, die Art zu erhalten.

Ich begab mich tief in meine Gedanken versunken, in die Cafeteria.

„Bevor wir weiter reden, meine Herren, möchte ich ihre Versicherung, dass Sie mir kein Fake gezeigt haben.“ „Es liegt kein Vergnügen in unserm Handeln. Es ist entsetzlich eine Welt so zu vernichten. Mit der Zerstörung ihrer Zivilisation gehen auch viele gute Dinge verloren und jeder Kontakt lässt uns schier verzweifeln. Aber du hast gerade selbst hunderte Welten sterben sehen und bist selbst zu tiefst erschüttert. Wir vermeiden so gut es geht eine Kontaktaufnahme, nur lässt sie sich nicht immer vermeiden. Jedes mal sehen wir dann die gleichen Muster, die schließlich zur totalen Zerstörung dieser Welt führen.“ „Ja, ich bin lange genug hier, um ihre Aufrichtigkeit schätzen gelernt zu haben. Es ist grauenvoll eine Zivilisation zu zerstören, um eine Welt zu retten und ich bitte Sie mich mit in die Verantwortung zu nehmen. Nur um einen großen Gefallen möchte ich Sie bitten, geben Sie meine Frau Anja frei.“ Eine kurze Pause, dann sprach der Imam: „Mein Sohn, es ist grausam was du verlangst. Es ist glücklich. Es will nur noch sein was es ist, dass ist seine Erfüllung.“ „Ich weiß Imam, in langen Gesprächen versuchtest du mich davon zu überzeugen. Ich bitte euch doch nur ihr die Wahl zu lassen. Ich möchte, dass ihr die Zeit eingeräumt wird, alles kennen zu lernen und sich selbst bewusst für ein Leben mit Schleier zu entscheiden oder ein vom Chip reguliertes Leben zu führen. Dieses Eingeständnis an nur eine Frau wird kaum diese stabile Gesellschaftsordnung erschüttern.“ „Gut,“ sagte der Imam „ich werde mit dir zu deinem Weibe gehen. Denn ich bin autorisiert den Chip zu deaktivieren.

Zu Hause an gekommen rief ich Weib eins zu uns. Es kniete sich schweigend vor uns und verbeugte sich tief. „An den Zentralrechner: deaktiviere Chip des vor uns knienden Weibes!“ sagte der Imam. Anja jaulte wie ein Tier und schüttelte sich epileptisch. Ich hob sie hoch und hielt sie fest in meinem Arm. Der Imam sprach: „An den Zentralrechner: ständige Überwachung der Lebensfunktion des entlassenen Weibes. Bei Lebensgefahr sofortige Reaktivierung des Chips, sonst nur auf die persönliche Bitte des Objekts.“ Ich danke dir, Imam, Allah segne dich.“ Dann verließ er uns und ich hielt meine wunderbare Frau in den Armen, die in eine gnädige Ohnmacht gefallen war. Ich hob sie hoch und legte sie aufs Bett, setzte mich neben sie und wartete. Ich musste eingeschlafen sein, denn ich wurde von lautem unflätigem Geschrei meiner Holden geweckt. Sie hatte sich in der Zwischenzeit der Schleier entledigt und saß wunderschön zerzaust vor mir. „Gott, habe ich dich vermisst!“ sprach ich mit Tränen in den Augen. „Und konnte der feine Herr mich nicht schon viel früher von dieser Maschine befreien?“ frug sie zornig. „Liebes, du bist die erste und die letzte, deren Chip deaktiviert wurde und das auch nur mit der Auflage, dass du weiterhin ein Leben mit Schleier und als unterwürfige Muslimin führst.“ Sie schaute mich mit seltsam toten Augen an und es lag eine tiefe Traurigkeit in ihrer Stimme: „Bitte bring mich nach Hause, ich will mein Leben zurück. Das Leben hier kann ich ohne den Chip nicht ertragen. Ich erinnere mich an jedes Detail meiner Zeit hier, dass du drei weitere Frauen hast, dass eintönige Leben und der freudlose, mechanische Sex. Aber ich war trotzdem überglücklich, immer. Und das ist am schlimmsten.“ „Wir können nicht mehr zurück, alles was wir kannten ist zerstört. Dort gibt es keinen Ort mehr an dem wir hin könnten.“ sagte ich. „Ich dachte es mir schon, warum sonst hätten sie mich freigelassen? Und ich vermisse jetzt schon den Chip. Ich glaube es ist nicht mehr genug Anja über, um dem geschenkten Glück des Chips zu widerstehen.“ „Bitte Anja, sag doch so was nicht. Bleib bei mir und lass uns beide versuchen hier glücklich zu sein.“ bat ich sie, doch ich las in ihren Augen die ungeschminkte Wahrheit sie litt entsetzlich unter den Verlust des Chips. Sie waren zusammen zu einer Symbiose verschmolzen. Sie konnte ohne ihn nicht mehr leben. Ohne mich schon und ich begriff die Worte des Imam, ich quälte sie entsetzlich. Zu wissen, dass man sein altes Leben verloren hatte und das neue Leben glückliche Versklavung bedeutete, war für sie unerträglich und so sehnte sie sich nach den alles erträglich machenden Chip zurück. „Verzeih mir, ich bin ein entsetzlicher Egoist. Ich hätte dich nie aus deinem neuem Glück reißen dürfen.“ Sie lehnte sich an mich und sagte: „Du liebst mich und konntest gar nicht anders. Lass uns diese Nacht miteinander verbringen, so wie früher. Wenn ich dann zu meinem neuen Geliebten, den Chip zurück kehre, werde ich mich für immer an deine große Liebe erinnern.“ So liebten wir uns bis zur totalen Erschöpfung, dann küsste ich sie zum Abschied und schlief elendig heulend ein.

Am nächsten Morgen war sie fort und ich war wie üblich allein. Ich fragte mich, ob dieses Leben ein Überleben lohnt. Dann stand ich auf, duschte und zog mich an. Unten erwartete mich eins der Weiber, um mich beim Frühstück zu bedienen. Danach ging ich ins CERN an meine Arbeit. Die Zukunft ist friedlich und all meine Hoffnung galt dem Finden einer  anderen überlebensfähigen Welt .

Ende

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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