Seife: Teil 6

Teil 5

Richard Peterson:

„Guten Morgen, liebe Kolleginnen.“, begrüßte ich meine Ma‘s: Ulrike Schneider und Veronika Hochstetter. Ich war der Leiter der Abwehrabteilung ‚Islamischer Terrorismus‘  Richard Peterson.

Die Frauen arbeiteten als verdeckte Ermittlerinnen für den Verfassungsschutz im Islamlistenmilieu. Darauf bauend, dass in einer ‚frauenfeindlichen‘ Religionsgemeinschaft, Frauen unterschätzt werden und, dass somit eine gute Tarnung sei, Frauen einzusetzen. „Frau Schneider, darf ich um ihren Bericht bitten.“

„Nun, wie Sie wissen, sind wir schwerpunktmäßig im sozialen Sektor beschäftigt und da sind nun mal nicht die ergiebigsten Quellen. Alle Bestrebungen unsererseits eine Anstellung bei Müller Immobilien zu bekommen, sind bisher gescheitert. So können wir nur konstatieren, dass die Duisburger Gemeinde wächst, sie wird die anderen NRW-Städte bald abgehängt haben.“

„Gott, diese Scheißpolitiker, warum muss ich mich mit diesem inkompetenten AfD-Proporz, dieser hohlraumversiegelten Schneider, herum ärgern?“,dachte ich und sagte:

„Das ist verdammt mau! Wir brauchen langsam mal Erfolg, haben sie dahingehend irgendeine Idee?“

„Das Problem ist unsere Glaubwürdigkeit, wir kommen nicht darum herum uns tiefer zu integrieren.“,meinte Frau Hochstetter.

„Ich fände es eine Zumutung uns noch tiefer diesen Muhallas unterzuordnen!” protestierte die Schneider.

„Frau Schneider, wir sind hier, um das Grundgesetz gegen seine Feinde zu verteidigen!“,sagte ich und dachte:

„Schluck, du dumme Nazischlampe!“

„Machen Sie mir bitte einen konstruktiven Vorschlag, unterschwelliger Rassismus bringt uns hier nicht weiter, Frau Schneider.“,sagte ich. Die Schneider schluckte, denn sie hatte absolut keine Ahnung. Sie hatte an den richtigen Stellen gut gemeckert, um diese Karriere zu machen. Selten macht man mit Kompetenz in den Verwaltungen Karriere. Sie war so ein Beispiel: von Inkompetenten hoch befördert, bis sie da war, wo sie nichts konnte, außer den anderen dann die Schuld zu geben, AfD-Mentalität halt.

„Nun,denn! Ich schlage vor wir folgen dem Vorschlag der Frau Hochstetter. Sie müssen ihre Tätigkeiten innerhalb der Gemeinde ausweiten, sprich mehr in den religiösen Dingen aktiv werden, der neben dem sozialen Sektor die einzige Möglichkeit ist einzudringen.“  Die Schneider schon wieder: „Reicht es nicht nach Feierabend mit diesen Kopftüchern herum zu laufen. Wollt ihr mich in eine Burqa stecken?“

„Wenn es sein muss, ja. Sie sind beim Verfassungsschutz, Sie sind eine Agentin, eine Soldatin im Feindesland. Ich muss Ihnen doch nichts über Tarnung erzählen.“ Kleinlaut und rot im Gesicht schwieg sie und die Hochstetter konnte sich ein kleines Grinsen nicht verkneifen.

„Frau Hochstetter, ihren Vorschlag bitte!“ „Genau wie Sie sagten, dass ist auch mein Ansatz: Infiltration über die Madrasa. Offiziell sind wir beim Finanzamt angestellt. Wir lassen uns für ein Jahr beurlauben und werden Ganztagsmuslime. Zwei Stunden Sozialdienst reichen halt nicht. Wir müssen den ganzen Tag mit ihnen verbringen, ich denke da speziell an die Koranschule. Hier ergeben sich immer Möglichkeiten sich mit den Gemeindemitgliedern auszutauschen und Vertrauen aufzubauen.“

„Sehr schön, Frau Hochstetter, das kann ich bei meinen Vorgesetzten abliefern. Haben Sie dazu noch irgendwelche Vorschläge, Frau Schneider? „Nein, dass klingt ganz vernünftig!“,sagte sie kleinlaut und fluchte innerlich. Frau Hochstetter ergriff wieder das Wort:

„Ich habe mich mit dem dortigen Imam unterhalten. Es ist Ibrahim Arslan, uns bekannt durch seine spektakuläre Heirat mit Anita Müller von den ‘Müller Immobilien’. Ich frug ihn ganz unverbindlich nach einer Wohnung in der Nähe und er sagte er sähe da kein Problem, sogar kurzfristig könne er da helfen und verwies mich an Herrn Meiser. Wir wissen, dass der Imam Salafist ist, aber weder in seinen Äußerungen noch Handlungen scheint er irgendwelchen Terrorgruppen an zu gehören.“ „Wenn du wüsstest!“ dachte ich.

Ich gehörte in die wachsende Riege, der frustrierten Könner im öffentlichen Dienst. Die letzte Landtagswahl hat mir den Rest gegeben. Die neue Regierung hatte an allen relevanten Stellen in den Verwaltungen ihre Leute neu postiert und die paar noch, die dem Verfassungsschutz durch ihre Kompetenz von Nutzen waren, abserviert. Ich wollte schon in den vorzeitigen Ruhestand gehen, um mir außerhalb der Parteien und Verwaltungen ein neues Betätigungsfeld zu suchen. Doch da stieß ich auf Ibrahim Arslan. Ich  erkannte sofort sein Potenzial. Dieser Mann hatte eine Vision und war hoch-intelligent und das Wichtigste war, er hasste, wie ich Terroristen. Seine religiösen Ambitionen interessierten mich nicht. Ich wusste nur, dieser Mann wird noch mal eine wichtige Rolle spielen und genau das findet ein Agent so spannend. Das in seiner Madrasa nicht alles koscher war, war seit dem Fall Anita Müller für mich klar. Was genau es ist, wollte ich mit meinen Agentinnen heraus finden. Sie waren meine Bauernopfer, für die Hochstetter tat es ihm ein bisschen leid, auf die Schneider sch…  ich einen großen Haufen.  „Ich wünsche, dass sie getrennte Wege gehen, das heißt: Sie, Frau Schneider werden sich ab sofort bei Herrn Meiser von den Müller Immobilien einfinden, eine Wohnung anmieten und sich an allen Moscheeaktivitäten intensiv beteiligen. Während Frau Hochstetter für sie die einzige Verbindung zu uns ist. Nach drei Wochen treffen wir uns wieder, zum Gedankenaustausch. Ich danke Ihnen, meine Damen und einen schönen Tag noch.“ Schnurstracks verließ ich das Konferenzzimmer.

Die drei Muslimahs:

Petra, Hanna und Julia saßen im Frauentrakt der Madrasa und tranken Tee. Sie trugen jetzt zu ihrem Bedauern nicht mehr die Niqabschleier, sonder trugen jetzt, wie ihre Schwestern hier, so betrachteten die drei nun die Frauen, den türkischen Hijab-Stile. Alle Frauen versicherten ihnen, dass sie am liebsten auch Niqabis wären, doch würden sie damit außerhalb der Moschee nur Aufsehen erregen und das sei das Letzte, was eine gute Muslimah wolle. Die Zeit wäre noch nicht reif, man müsse sich noch gedulden. Doch die Mädchen waren richtig gut drauf. Der Alltag da draußen war vergessen, ihre Welt war der Frauentrakt. Es war, obwohl viele Frauen anwesend waren, sehr ruhig. Kaum jemand unterhielt sich und wenn, dann nur flüsternd und kurz. Sonst hörte man nur ein Summen vom leisen Rezitieren der Koranverse. Einige, wie unsere drei Mädchen, knieten still auf ihren Kissen und genossen ihren Seelenfrieden. Selbst aus der Küche drang kaum ein Geräusch, obwohl dort gerade die Speisen zubereitet wurden. Die Mädchen hatten vor sich auf einem niedrigen Gestell den heiligen Koran und lasen ihn zusammen. Dann kam eine Niqaabi zu ihnen und winkte ihnen ihr zu folgen. Als sie den Frauentrakt verließen und die ersten Männer sahen, zogen sie sich ihre Kopftücher tiefer ins Gesicht und hielten den Kopf gesenkt. Man konnte so nur noch von der Seite ihre Nasenspitzen sehen. Endlich erreichten sie die Wohnung des Imam und traten ein.

„Ass-Salaam-Alaikum, ihr Lieben tretet ein und setzt euch.“,sagte der Imam.

„Wal-Alaikum-Salaam.“ grüßten die Mädchen kaum hörbar zurück. Die Niqaabi zeigte zu einer Reihe Kissen, direkt neben dem Eingang. Die Mädchen und sie nahmen dort Platz. Der Imam saß mit drei Halbwüchsigen in den Sesseln und trank Tee. Hanna erkannte sie sofort wieder und quiekte vor Schreck kurz auf. „Ja. Hanna oder darf ich dich Kamila nennen? Wir haben die Lümmel erwischt. Es tut ihnen sehr leid und sie bitten dich um Verzeihung. Die jungen Männer nickten nur, dann tranken sie weiter Tee.

„Das war es auch schon, ihr könnt gehen.“ Sie erhoben sich und kehrten zurück in ihren Frauentrakt. Hanna flüsterte:

„Habt ihr gehört, wie der Imam mich nannte? Kamila, die Vollkommene, so ein wunderschöner Name!“ Das die Jungen, die sie so schlimm behandelt hatten, mit dem Imam Tee tranken, fand sie vollkommen in Ordnung. Warum lief sie auch halb nackt durch die Straßen? Nein, sie wollte ab heute eine gute Muslimah sein und sich nur noch im Schutz der Männer und ordentlich gekleidet in der Öffentlichkeit zeigen. Dann rief der Muezzin zum Gebet. Danach kam die Niqaabi und holte Petra ab. In der Eingangshalle wartete ihr Vater und der Imam auf sie. Vater und Tochter umarmten sich.

„Hör mal, Kind! Du willst Muslimah werden? Warum hast du mir nichts gesagt?“

„Ich wollte dich nicht verärgern. Du hattest so große Sorgen.“ Ihr Vater sagte:

„Wenn du es wirklich willst, werde ich dir nicht im Wege stehen.“,sagte er. Dankbar küsste sie seine Hand und berührte sie mit ihrer Stirn. „Du darfst jetzt gehen, Amber.“,sagte er und lachte leise. Freudestrahlend ging sie und flüsterte leise:

„Ich heiße Amber.“

Schließlich kam die Niqaabi, um Julia zu holen. Sie setzte sich mit Julia in der Eingangshalle auf einen für Frauen reservierten Platz und dort warteten sie. Dann endlich nach einer gefühlten Ewigkeit kam er. Roger:

„Ass-Salaam-Alaikum, Samira, mein Vater und ich haben deine Mutter in die Madrasa gebracht. Dort wird man sich, um sie kümmern. Sie von ihrem Alkoholismus befreien und schon bald wird sie zu uns gehören.“

„Was für ein tüchtiger und fürsorglicher Mann mein liebster Roger doch ist. Er kümmert sich einfach, um alles.“

„ Du, Samira, wohnst zusammen mit deiner Mutter hier, bis du dein Abitur bestanden hast und übst dich mit deiner Mutter in den Pflichten einer guten Muslimah.“ Ich und die Niqaabi standen auf. Ich nahm seine Hand, küsste sie und sprach:

„Ich danke dir für meinen neuen Namen und, wie sehr du meiner Familie hilfst. Ich werde lernen eine gute Muslimah zu werden und vielleicht dir, wenn du es wünschst, eine gute Ehefrau!“,dann berührte ich mit meiner Stirn seine Hand und eilte zurück in den Schutz des Frauentrakts.

Teil 7


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