Seife: Teil 15

Teil 14

Klaus Böhm:

Feierabend, ab nach Hause. Ich habe mir Gedanken über die Veränderungen in meinem Familienleben gemacht. Was hat und was kann sich noch alles ändern? Welche Personen von ausserhalb sind involviert? Welche Interessen stecken hinter all dem? Zwei Personen sind mir aufgefallen. Die erste ist mit Sicherheit der Imam und die zweite kann nur Peterson sein. Der Imam will logischer Weise seinen Islam verkünden, aber wie konnte er bei meiner Frau und meiner Tochter so erfolgreich sein? Was weiß Peterson wirklich? Ich habe etwas das Gefühl, dass er mich hinhalten will. Nun denn, zuerst muss ich mich um Rita und Kamila, verdammt sie ist immer noch mein geliebtes Kind, kümmern. Ich stehe vor meiner Haustür und muss mich nochmal sammeln bevor ich einem schwarzen Gespenst gegenüber stehe, dass mal meine Rita war. So trat ich ein und mich begrüßte kein schwarzer Geist, sondern eine Frau in einem sehr eleganten, langem Kleid und einem hübschen, bunten Kopftuch. Es war, Gott sei Dank, meine Rita. „Willkommen, Liebster, hattest du einen schönen Tag gehabt?“,frug sie mich und nahm mir meine Aktentasche ab. „Ich glaube, ich habe es heute morgen wohl ein bisschen übertrieben. Ich habe mich von meiner Begeisterung für den Islam zu sehr hinreissen lassen. Kannst du mir nochmal verzeihen?“ Ich nahm sie in den Arm und sagte: „Wenigstens kann ich dich jetzt wieder erkennen. Lass uns jetzt etwas essen und danach machen wir es uns bei einer Tasse Kaffee gemütlich und besprechen alles, okay?“ Sie führte mich nicht, wie üblich in die Küche, sondern ins Wonzimmer. Sie hatte es neu eingerichtet. Es gab einen bequemen Bereich mit Sofas und niedrigen Tischen, eine sehr helle Essecke mit Platz für vielleicht fünfzehn Gästen. Jetzt sah ich erst, dass große Teile der Küche und der Diele durch neu gezogene Wände, dem Wohnzimmer zugeführt waren. „Was ist denn hier passiert?“ „Ich habe das Haus mehr unseren Bedürfnissen entsprechen herrichten lassen. Das komplette Erdgeschoß ist jetzt für euch Männer reserviert. Der Frauentrakt ist jetzt oben in der ersten Etage von der ich ungesehen über eine Treppe in die Küche gelange.“ „Na gut, dass kommt später, ich möchte jetzt essen.“ „Setz dich bitte, ich bringe es dir.“ Ich setzte mich an den Tisch und während sie in der Küche rumorte hatte ich Zeit das neue Wohnzimmer zu inspizieren. Das war richtig gut geworden. Es war richtig groß und sehr edel eingerichtet, es schien auf Gäste nur so zu warten. Dann kam sie mit einem Servierwagen, stellte sich zu meiner Linken und bediente mich. Schon der kleinste Hinweis reichte und sie schenkte mir nach oder reichte mir das Salz. Man könnte meinen, sie hätte nie etwas anderes getan. Und ich will verdammt sein, es gefiel mir. Es gefiel mir sehr. Nachdem ich satt war, setze ich mich in die neue Sitzgruppe und sie servierte mir den Kaffee und brachte mir Zigaretten und einen Aschenbecher. Ich war geschockt, allein die Idee im Haus zu rauchen, hätte sie früher auf die Palme gebracht. Dann verschwand sie in der Küche. Ich nehme an, um selbst etwas zu essen. Ich aktivierte meine Stereoanlage und ließ 80er Punk erschallen, bis die Wände dröhnten. Jetzt wär meine kleine Juppiefrau längst gekommen, um meiner Anlage den Saft abzudrehen. Doch nichts geschah, so drehte ich den Ton auf eine erträgliche Lautstärke zurück und genoß meinen Kaffee und meine Zigarette. Da sah ich auf dem Tisch ein kleines Glöckchen. Ich klingelte, aber nichts geschah. Na klar, die laute Musik. Ich machte die Anlage aus und klingelte nochmal. Sofort kam sie zu mir und schenkte mir Kaffee nach. „Verzeih mir, dass ich dich nicht sofort gehört habe, brauchst du sonst noch etwas?“ „Ein klärendes Gespräch wäre schön!“ „Bitte darf ich erst aufessen und die Küche säubern.“ „Ja natürlich, ich kann mir ja mal die Änderungen im Haus ansehen.“

Sie hatte nicht viel verändern lassen. Ich begrüßte die Mädchen in ihren Zimmern. Sophias Zimmer war wie üblich eine Katastrophe, während ich in Kamilas Zimmer das vollständige Fehlen von Möbeln und Schmuckstücken feststellte. Ein kleiner flacher Tisch mit ein paar Kissen eine Kiste und eine zusammengerollte Matratze war ihr ganzes Interieur. Sie hatte den Raum weiß gestrichen.

Unser Schlafzimmer war genauso kahl und ich sah ein Loch im Boden. Als ich mich ihm näherte sah ich eine Wendeltreppe, die in die Küche führte. Und dort sah ich sie an der Arbeit. „Hör mal,wo ist unser Schlafzimmer?“,rief ich zu ihr runter. Sie schaute zu mir hoch und sagte: „Du bist im Frauentrakt. Dein Schlafzimmer ist jetzt im Erdgeschoß.“ Von oben sah ich wie klein die Küche jetzt war. Da passte nicht mehr viel rein.Zum Beispiel fehlte die Spühlmaschine, denn ich sah sie mit den Händen abwaschen.

„Ich bin im Wohnzimmer, bring mir noch einen Kaffee, wenn du mit deiner Arbeit fertig bist.“

Es dauerte nicht mehr lange, dann brachte sie mir den Kaffee. Sie setzte sich nicht aufs Sofa, sondern kniete zu meinen Füßen.

„Warum setzt du dich nicht zu mir?“ frug ich.

„Eine Frau muss ihren Platz kennen.“ antwortete sie mir.

Als ich aufgetrunken hatte, zeigte sie mir alle baulichen Veränderungen. Sie sollten wissen, dass ich ein sehr geraümiges Haus habe. Das Erdgeschoss hat ca. 200qm Fläche und war nun nur für meinen persönlichen Gebrauch eingerichtet. Alles war groß und sehr luxuriös.

Der Keller war von den Handwerkern verriegelt. „Sie sind morgen mit dem Umbau fertig, dann kannst du in den Keller.“ erklärte sie mir.

„Bitte, ich möchte dich nie wieder in diesen schwarzen Klamotten sehen und nun erzähl mir, was mit dir los ist.“

„Es war bei Kamilas Shahada, ich habe sie unbewußt mitgesprochen. Es überkam mich ein wunderbares Glücksgefühl, als ich es bemerkte. Dabei nahm ich den Islam aus tiefstem Herzen an. Ich hoffe, dass du mir bald folgst.“

„Vor einer Woche hättest du mich ausgelacht, wenn ich dir gesagt hätte, du würdest zum Islam konvertieren.“

„Ich weiß, ich bin auch ein wenig erschrocken, aber ich war noch nie so glücklich, wie jetzt.“

„Ich liebe dich und repektiere deine Entscheidung. Aber bitte kein schwarzes Gespenst mehr, einverstanden.“

„Ich will alles tun, was dich glücklich macht.“sagte sie und ich freute mich auf die Nacht mit ihr.

 

Teil 16


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