Seife: Teil 16

Teil 15

Caroline Meierberg :

Salam alaikum, ich bin das zweite Weib von Ali Meiser, meinem geliebten Herrn und Beschützer. Er hat mir befohlen, euch meinen Weg zum Islam zu schildern. Lange bevor mein Herr zum Islam konvertierte, war ich schon mal seine Frau. Damals verdiente er sehr gut, sodass ich mit meiner Tochter Petra ein schönes und luxuriöses Leben führte. Dann verlor er seine Arbeit und nach einem Jahr verließ ich ihn und meine Tochter, da ich unbelastet meine eigene Karriere starten wollte. Heute schäme ich mich zutiefst für mein sündiges Verhalten. Doch damals war ich nur an meinem eigenen Wohlergehen interessiert und scherrte mich einen Dreck um meine Familie. Und ich hatte sehr schnell einen riesigen Erfolg im Investmentgeschäft und hatte nach vier Jahren genug Geld, um mich dann zur Ruhe zu setzen. Doch gierig wie ich war, wollte ich noch diesen einen letzten, verhängnisvollen Vertrag abschliessen.

Ich hatte einen neuen Klienten akkreditiert, Achmed Kabir, ein schwerreicher Araber, mit hervoragenden Geschäftsverbindungen in Deutschland. Mir winkte eine gewaltige Provision, wenn ich ihn als unseren Klienten anwerben könnte. So verabredete ich mit ihm einen Termin in seinem Stadtbüro in Duisburg. Ich wunderte mich ein wenig über den Standort, für einen Geschäftsmann seines Kalibers hätte ich ein Luxusgebäude in Düsseldorf erwartet und nicht ein Allerweltsmietshaus in Duisburg.

Als ich das Haus betrat, war ich dann doch beeindruckt. Ich betrat ein hundert Jahre altes Jugendstilgebäude und alles sah aus, als wäre es erst gestern gebaut worden. Es war wirklich beeindruckend, man hatte die alten Gaslampen, allein die lohnten sich einer näheren Betrachtung, so schön waren sie, auf Strom umgerüstet. An Decken und Wänden waren mit Blattgold verzierter Stuck. Ein breites, mit Eichenstufen und -geländer bestücktes Treppenhaus führte zu einem modernen, gläsernen Lift dem Stil des Hauses angepasst, mit dekorativen Messingbeschlägen verziert. Ich betrat ihn und fuhr ins Dachgeschoß. Als ich ausstieg stand ich in einem wunderschönen, orientalischen Traum. „Willkommen, Frau Meierberg, ich hoffe, sie hatten eine angenehmer Anreise?“,begrüßte mich der Hausherr Achmed Kabir und gab mir ein Zeichen mich auf einen Ottomanen zusetzen. „Danke, ja. Ich bin ein wenig erschlagen von der Schönheit dieses Hauses, es ist fantastisch!“„Sie sind sehr freundlich, ich liebe diese Jugendstilhäuser und tu alles, um sie zu erhalten.“

Ein europäischer Diener im Livree betrat den Raum. „Nun, was möchten Sie trinken, meine Liebe, ich habe alles außer Alkohol anzubieten.“ „Ein Cappuccino wäre nett.“ er hatte schließlich gesagt, er hätte alles. Ohne mit der Wimper zu zucken, ging sein Diener zur Theke und bereitete mir einen frischen Cappuccino. Eins zu Null für Kabir.

 Das Handy meines Gastgebers klingelte und er sagte: „Ich hatte doch darum gebeten, nicht gestört zu werden. Wie, bitte? Du liebe Güte, ich komme sofort.“ und legte auf.  Dann sagte er zu mir: „Liebe Frau Meierberg, ich muss leider dringend weg, darf ich Sie bitten eine halbe Stunde auf mich zu warten oder möchten Sie einen neuen Termin vereinbaren?“ „Es macht mir nichts aus, in dieser schönen Umgebung und einem leckeren Cappuccino, ein halbes Stündchen auf Sie zu warten.“

Und schon stürmte er hinaus und ließ mich mit meinem Cappuccino und seinem -Gott sei Dank- schweigsamen Domestiken allein. Ich hatte nicht gelogen, ich fühlte mich fantastisch. Dieser Ort hatte etwas Anziehendes für mich, ein Gefühl des Angekommennenseins stellte sich bei mir ein. Der Diener brachte mir den Cappuccino und etwas Gebäck. Es schmeckte umwerfend. „Caroline, Caroline du bist geschäftlich hier, reiss dich zusammen.“,ermahnte ich mich, um gleich wieder in das fantastische Aroma meines Cappuccinos zu versinken. Ich musste wohl irgendwie eingenickt sein, denn urplötzlich hörte ich Kabir sagen:   „Hallo, Frau Meierberg, aufwachen!“ Vor Schreck fuhr ich hoch und verschüttete den Kaffee auf mein Kostüm. „Oh, je! Was habe ich da wieder angestellt?“,sagte Kabir. „Ihr schönes Kostüm ist ja ganz schmutzig, kommen Sie, ich bring Sie zu meiner Frau, die weiß immer Rat!“ Ohne zu überlegen, stolperte ich hinter ihm her, die Treppe hinunter. In meinem Kopf war Watte, ich fand keinen klaren Gedanken. Wir hielten vor einer Tür, er klingelte und eine schwarz, behandschuhte Hand zog mich hinein. Zu dieser Hand gehörte ein schwarzer Geist, wie ich sehen konnte, als ich eintrat. „Soraya wird sich um Sie kümmern, alles wird gut.“

Es war als würden sich Wellen an einem Ufer brechen:   ALLES WIRD GUT    ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT  mir wurde schwindelig und ich musste mich setzen. Die Frau sagte: Wir müssen ihr Kostüm ausziehen, vertrauen Sie mir, alles wird gut.“  ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT  Ich war paralysiert und dachte: „Alles wird gut!“   ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT  Dann war ich mal weg.

 

Achmed Kabir:

„Ali, mein Freund, sieh nur was aus deiner Exfrau, der kleinen Schlampe wird. Wie sie da in ihren Kissen liegt, mit ihren falschen Erinnerungen. Wenn sie wach wird, wird sie glauben, sie hätte ihr Geld durch Betrug an ihre Firma und ihre Klienten gemacht. Sie wird vor lauter Angst erwischt worden zu sein, nicht mehr zur Ruhe kommen. In zwei Tagen will sie nur noch ein ALLES WIRD GUT hören.

 

Caroline:

„Wie bin ich nach Hause gekommen. Ich war doch bei einem Klienten. Seltsam! Und jetzt werde ich in meinem Bett wach.“,dachte ich erstaunt. Ich ging in die Küche, um mir erst Mal einen starken Kaffee zu machen. „Wo ist der Kaffee und wo ist überhaupt die Kaffeemaschine?“ An seinem Platz stand ein Wasserkocher und eine Dose Pfefferminztee. Ich war total durcheinander. Also ging ich ins Bad, um zu duschen. Ich duschte mich nur ab und lief in mein Schlafzimmer, um mich anzuziehen. „Wo, zum Teufel sind meine Klamotten hin?“ All meine teuren, edlen Designer – Klamotten waren fort. Billige H&M Klamotten, die ich niemals kaufen würde, hingen in meinem Schrank. Ich dachte: „Egal, ich zieh irgentwas an und hol mir einen Coffee to Go. Wenn ich erst meinen Kaffee getrunken habe, wird alles gut.“      ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT       Dann war ich mal weg.

Ich sitze an meinem Küchentisch und trinke einen Pfefferminztee. Ich weiß nicht, wie ich dahin gekommen bin oder wann ich mir den Tee gekocht habe. Ich weiß, ich habe meine Firma und mein Klienten betrogen und es ist rausgekommen. Warum habe ich das gemacht? Konnte ich vor lauter Gier, wieder mal den Hals nicht voll genug kriegen? Am besten ich fahr hin und erzähle alles, dann wird alles gut!“  ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT  Dann war ich mal weg.

Wieder sitze ich an meinem Küchentisch und wieder trinke ich Pfefferminztee. Mein Körper schmerzt, aber es ist ein angenehmer Schmerz, wie nach sportlicher Betätigung, eigentlich fühl ich mich großartig. Wie ich mich so umschaue, sehe ich, wie alles um mich strahlt und glänzt. Ich sollte wirklich der Putzfrau kündigen und alles selber machen. Es ist ein herrliches Gefühl hier in dieser sauberen Küche zu sitzen und im Koran zu lesen. Seit meine Firma weiß, was ich für eine abscheuliche Betrügerin ich bin, habe ich Angst ins Gefängnis zu müssen. Oh, ich schäme mich ja so, wie kann ich meine frevelhaften Taten nur wieder gut machen. Ich will noch ein wenig im Koran lesen. Das tröstet so schön und macht Mut. Ich hoffe, alles wird gut.   ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT   Dann war ich mal weg.

Ich sitze in meinem Bett. Es ist acht Uhr abends und ich bin hundemüde. Kein Wunder nachdem ich eine Kleinigkeit gegessen habe. Bin ich schnell zur islamischen Boutique gefahren und habe mir ordentliche Kleidung besorgt. Denn morgen will mich mein ehemaliger Klient Achmed Kabir besuchen. Und ich musste die Wohnung noch auf Vordermann bringen, für so einen wichtigen Gast. Zum Schlafen trug ich ein lang-ärmeliges weites Nachthemd und einen seidenen Schal um den Kopf. Auf meinem Schoß lag der heilige Koran. Eine angemessene Lektüre für eine Frau, mehr braucht sie nicht zum Lesen. Wenn ich brav den Koran lese und auf Allah vertraue, wird alles gut.      ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT  Dann war ich mal weg.

Nach dem Wachwerden habe ich meine Wohnung nach anstößigen Dingen durchsucht, die meinen Gast beleidigen könnten und sofort weggeworfen. Es war eine ganze Menge an Bildern und Büchern und CD‘s. Ich bin schnell noch mal einkaufen gewesen. Um meinen Gast ordentlich zu bewirten, habe ich halal gekocht. Hoffentlich wird es ihm schmecken. Ich habe in YouTube ein Tutorial gefunden, indem genau gezeigt wurde, wie sich eine Muslimah kleidet. Ich habe mich in einen strengen Hijaab-Stil gekleidet, sodass ich bis auf mein Gesicht, ein kleines Dreieck um Augen,Nase und Mund, vollständig bedeckt war. So saß ich wieder in meiner Küche, trank Pfefferminztee, las im Koran und wußte, wenn ich gehorsam den Anweisungen Herrn Kabirs nachkomme, wird alles gut.     ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT   ALLES WIRD GUT  Dann war ich mal weg.

Es klingelte, es ist bestimmt Herr Kabir. Ich will ihn schnell einlassen. Ich darf ihn nicht warten lassen.

Teil 17


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